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Die Wirkung des Alkohols

Vorbemerkung

Aus jahrzehntelanger Beobachtung freiwilliger Versuchspersonen (darunter mir selbst) habe ich in minutenlanger Arbeit die Wirkung des Alkohols beschrieben. Sie läßt sich chronologisch mit dem Anwachsen des Pegels in sechs Phasen gliedern, als da wären:

1. Gutgelaunt

Alkohol macht gutgelaunt. Das bedeutet, daß sich der Konsument weniger Sorgen um Gegenwart und Zukunft macht und allgemein in eine positive Grundstimmung verfällt. Leider meist unberechtigterweise, aber das soll uns hier nicht weiter verunsichern, bereitet es doch in idealer Weise den Boden für die zweite Phase.

2. Intelligent

Plötzlich versteht der Konsument auch komplizierteste Zusammenhänge. Die größten Erfindungen der Menschheit werden unter Alkoholeinfluß gemacht - immer und immer wieder. Perpetuum Mobile, verlustfreie Kompressionsalgorithmen mit konstanter Packrate, schadstoffreie Kfz-Antriebe - all das wird täglich aufs Neue am Tresen entdeckt.

Leider ist der Konsument meist, wenn er intelligent ist, bereits zu gutgelaunt, um die Erfindung geeignet zu dokumentieren - dafür ist ja morgen noch Zeit. Wer aber schon mal verkatert versucht hat, eine Dokumentation zu schreiben, weiß, daß der Versuch zum Scheitern verurteilt ist.

3. Witzig

Als nächstes wird der Konsument zu einem sehr witzigen Menschen. Kein Wunder - wer so intelligent und gutgelaunt ist, um den scharen sich die Normalsterblichen, hängen an seinen Lippen und nehmen den Humor, den er versprüht, auf wie ein Schwamm das Wasser. Egal, wie alt der Witz ist und ob der Konsument die Pointe noch weiß - was er erzählt, gehört zum Witzigsten, das je erzählt wurde.

4. Schön

Alkohol macht schön. Nicht nur einen selbst, nein - auch alle Umstehenden. Die Ursache des letzteren Effekts ist noch nicht vollständig geklärt - vermutlich wirken die positiven Effekte des Alkohols nicht nur auf den Konsumenten, sondern auch auf dessen unmittelbares Umfeld. Daß Bardamen meist die schönsten Damen in der Bar sind, paßt auf diese Vermutung: sie sind diesen Effekten ja täglich ausgesetzt.

5. Reich

Wer dem Alkohol in geeignetem Maße zugesprochen hat, der ist viel reicher, als er war, als er nüchtern war. Lokalrunden, Trinkgelder und ähnliche Ausgaben sind kein Problem, die Zehnmarkscheine stammen aus einem unendlichen Vorrat, und zur Not führt der Wirt ja auch noch einen Deckel.

6. Unwiderstehlich

Wer so witzig, intelligent, schön, reich und gutgelaunt ist wie der Konsument in diesem letzten Stadium des Alkoholkonsums, der ist unweigerlich unwiderstehlich. Egal, welchen potentiellen Sexualpartner er sich auserwählt und was dieser an Begleitung und sexuellen Vorlieben hat, der Erfolg des Werbens ist niemals zweifelhaft. Und am nächsten Morgen ist der Erfolg auch schlüssig nachzuweisen: wer pleite und ohne Schlüssel im Rinnstein liegt, der muß eine wahrlich wilde Nacht hinter sich haben.

Fazit

Wir sehen also: der Alkohol ist ein arg verkanntes Mittel zur Erreichung all unserer Träume. Wir sollten ihn nicht mit kleinlichen Verboten und Konventionen zu bekämpfen suchen, sondern ihn im Gegenteil in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft rücken, einer Gesellschaft von gutgelaunten, intelligenten, witzigen, schönen, reichen und unwiderstehlichen Menschen.

Na dann prost! Willkommen in Schlabonskis Welt.

Erstellt am 30.09.1999.

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