Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Amok meht in Dschörmenieh

Tss...Tss...Tss. Da lästerte man doch gerade gemütlich ab über das große, freie und gottseidank weit wecke Amerika, und was muß man plötzlich erfahren? In unserem Land geht es schon fast genauso zu wie dort. Wie dieser Eindruck entstehen kann? Nunja, als Anfang November auch hier so ein pubertierendes, pickelgesichtiges Nervenbündel mit Schrotflinte und Charles-Bronson-Gedächtnis-Kanone ein paar Passanten auf der Straße und seine Schwester in einer Wohnung umgenietet hatte, hörte es sich schon etwas merkwürdig an. Aber als noch die Information hinzukam, daß der liebe Papi keine Schuld am Zugriff seines Sohnes ins allerheiligste Familienutensil hatte, weil der Waffenschrank komlett abgeschlossen und die Munition für den Elefantentöter eh alle war und außerdem nicht zuletzt eine geheimgehaltene Uzi lediglich in Einzelteilen unbrauchbar in der "München72"-Kiste moderte, kam dann doch der Gedanke auf, daß die Welt ansich recht klein sei.

Die Frage nach dem Warum ist nicht geklärt - nicht daß es jemanden groß interessieren würde. Denn wenn man jetzt schon alle Tathintergründe wüsste, könnte man in Zeitungen oder im Fernsehen keine Winter- oder gar andere Löcher stopfen. Doch wer genug Spekulatius und Glühwein zu sich genommen hat, wird sich wohl folgende Fragen stellen: Warum ein Schüler? Warum die Passanten? Wieso (gottseidank, klar, aber wieso?) in Bayern?

Vielleicht war es aber alles auch nur ein Versehen, ein dummes Mißverständnis. Gewalt wie in Amerika kann es doch in Deutschland nicht geben. So kann es doch sein, daß der brave Schüler sich in seiner Pause gedacht hatte, für seinen Papi schon mal die Weihnachtsgeschenke zu besorgen und holte sich kurzerhand die Doppelläufige mit Mun und Reinigungsset zum Spotpreis von achtunviersichdreißich inkl. Märchensteuer beim netten Waffenschieber an der Ecke. Leider hatte dieser alte Freund und Waffen... äh... Freizeit-und-Sport-Händler keine dezente Decke mehr zum Einpacken, und so mußte unser lieber Schöler das Ding so mit nach Hause nehmen. Alles wäre gut gegangen, hätte er nicht durchs Asylanten- und Päderasten... äh... -dagogenviertel gemußt... Und die Schwester? Wollte sie sich nur mal zeigen lassen, wie sich zwei Rohre gleichzeitig anfühlen, und kam dabei versehentlich an den Abzug? Oder platzte gerade im falschen Moment ein Pickel, als sie ihm offenbarte, daß sie sich dem kurdischen Untergrund anschließen werde, nachdem sie heimlich den schleimigen Vietnamesen aus dem Hund-Katze-Maus-Restaurant nebenan geheiratet haben werden hättete? Jaja, die Abgründe des Kleinstadtlebens. Wissen wir ja schon seit Stephen King. Castle Rock liegt also in Bad Reichenhall...

Verstehen werden wir's trotzdem nie, genausowenig wie die geschockten Erzeuger der amoklaufenden Leibesfrucht. Der Junge hatte doch schließlich alles, was er zum Leben brauchte: Geld, ... öhm... äääh... "Na das muß doch reichen, verdammt! Schließlich geht man ja auch hart dafür arbeiten, nur damit das Balg einkaufen und abhängen kann – äh – konnte!" Klar, und den Dreck hat die Rotznase nach dem Selbstmord auch nicht weggewischt... Frechheit aber auch. Arme tschechische Putze – was für ein Drecksjob für 4,25. Pro Tag.

Ein Gutes aber scheint das Ganze ja doch noch zu haben: Der Waffenschrank kann jetzt getrost offen bleiben. Hurra. Auch wenn man hierzulande händchenhaltend über die Straße gehen kann, so soll uns das nicht vom privaten Waffenarsenal abhalten. The best of both worlds, jawollja. Die Quittung zahlen da selten die Besitzer und Käufer dieser Geräte – dafür gibt es schließlich genügend Ziele auf der Straße. Verantwortung und der Umgang mit ihr ist in Deutschland wohl auch nicht so richtig weitergegeben worden. Wer mit dem Minivan 220 fährt, der kann auch mit der Minigun mit 22 Schuß pro Sekunde umgehen.

Und so sind wir denn gezielt ge- und darob betroffen in Schlabonskis Welt. Jaja, ich weiß: Ganns dohnt kill Piepel, Piepel kill Piepel. Vielleicht sollte man dann ja die Piepel in den Waffenschrank sperren. Aber gut abschließen!

Erstellt am 16.11.1999.

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