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Kulinarische Ausflüchte

Heute: Die fernöstliche Küche

Der Asiate ist von Natur aus erfinderisch. Aufgrund akutem Platzmangel und dem einzigartigen Talent, sich leicht an seine Umwelt anzupassen, entwickelte sich die abwechlungsreichste Küche, die den Rest der Welt in Staunen versetzte. Wo in grauer Vorzeit noch Rinder und Schweine als Fleischlieferant über das Weideland stapften, muß sich dort nun diversers anderes Hausgetier besonderer Beliebtheit erfreuen, da diese Viecher einfach schneller zu fangen sind.

Auch erspart der Appetit auf die exotischen Eiweiß- und Fettpräperate das Unterhalten von überteuerten Tierheimen oder geplagten städtischen Hundefängervereinen. Der Bürger denkt mit und an das Stadtbild. Der Streuner wird zu "Rind Szechuan Art" verarbeitet und die Kanalratte zu "Pute Chop Suey" verfeinert. Dem dummen Ausländer aus Europa zuliebe. Die nichtlesbaren Schriftzeichen erkären da schon deutlicher, um was sich wirklich handelt. Schließlich ist der heimische Gast König und verdient die Aufklärung. Außerdem ist er Kummer gewohnt.

Damit die unansehnlichen Teile von Hunden, Katzen oder kleinen Kindern nicht den Appetit des Kunden schmälern, wird alles in schöne kompakte Streifen geschnitten, in Erdnußöl oder Sojasoße ertränkt und zusammen mit Reis und allmöglichen Unkräutern aus dem Straßengulli delikat serviert. Wo noch eine geschmackliche Differenz bemerkbar ist, muß die Currypaste oder die Achsenschmierung der Bringdienst-Rikscha herhalten. Um keinen sofortigen Magendurchbruch zu bekommen, werden statt Löffel und Gabel nur kleine Holzstangen als Besteck gereicht. Der Einheimische kennt sich aus und fährt mit schnellen, gekonnten Griffen die verklebte Masse hinter den Gaumen.

Daß man für Suppen hauptsächlich das Hafen- oder das benutzte Sanitärwasser rezizelt, ist auch schon zu den anderen Kontinenten herübergedrungen. Schließlich ist dies die preiswerteste Flüssigkeit, die die meisten Glaswürmer ...äääh... -nudeln in sich trägt. Mit verfaulten, aber dafür billig eingekauften Muschelfleisch alias Morcheln und zerfetzten Rattenkadavern nach Art des Hauses wird die "Kaiserplatte der 6. Dynastie" eingeleitet. Manche Zutaten wüßten womöglich noch von dieser Zeit zu berichten, wären sie damals nicht schon tot gewesen.

Nichtsdestotrotz versteht es der fernöstliche Asiate mit einem Lächeln auf den Lippen, seine Kundschaft immer wieder zufriedenzustellen. In unseren Landen sind die putzigen Kerlchen nicht mehr wegzudenken. Selbst hier ist das Essen vom Bringdienst immer frisch, knackig und schön warm. Na klar. Der Trend zum rasenden Restaurantwagen, mit dem die Tiere in Echtzeit gefangen, zerschnitten und gedünstet werden, ist nur eine Frage der Zeit. Auch hier fördert die Mobilität den Fortschritt und die Wettbewerbsfähigkeit.

In diesem Sinne... immer runter damit!
  Euer Dieter Schlabonski.

Noch ein kleiner Tip: Meiden Sie unbedingt Restaurants asiatischer Provinienz, bei denen die teuer eingekauften Goldfische im Lokalaquarium in Seitenlage an der Wasseroberfläche schwimmen.

Erstellt am 03.03.2000.

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