Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Unsere Solidarisch-Wochen: Auf geht's!

oder: Warum es in Washington keinen Sportpalast gibt

Geklaut von Nico Hoffmann, gefunden in de.talk.jokes

So wie es aussieht, werden die Amerikaner heute nacht vielleicht anfangen, zurückzuschießen. Dabei ist eine wesentliche Frage noch gar nicht erörtert worden. Ich meine jetzt nicht die Nebensächlichkeiten wie Angriffskrieg und Völkerrecht, wo Dabbelju so freundlich war, einen Presserummel vom Zaun zu brechen, oder Bündisse und so weiter.

Sondern die ganz zentrale Frage: Wofür stirbt der Amerikaner eigentlich?

Die Nazis waren da schlauer. Überhaupt hat der Deutsche immer ganz genau gewußt, wofür er stirbt, denn er war von der Obrigkeit immer bestens informiert: "Für den Kaiser" oder für "Führer, Volk und Vaterland". Da ist man gerne vor Verdun ins feindliche Maschinengewehrfeuer gelaufen oder hat sich zwischen Minsk und Moskau den Arsch abgefroren.

Nachdem diese zentrale Frage abschließend geklärt war, konnte man die Leute auch guten Gewissens fragen: "Wollt ihr den totalen Krieg?", um ein donnerndes "JA!" zu bekommen. Man hätte genausogut fragen können: "Wollt ihr das totale Ekzem am After?", um ein genauso donnerndes "JA" zu bekommen – denn die grundsätzliche Frage war erledigt.

Das haben die Amis klar versäumt. Den Leuten zu sagen: "Da sitzt der Bösewicht mit den Stinkbomben, und denn müssen wir jetzt vom Stühlchen schubsen", ohne vorher ganz klar gestellt zu haben, wofür sich der Soldat erschießen zu lassen hat, ist ein grober propagandistischer Fehler. Wie will man denn die Gefallenen darstellen? "Gefallen in der Golfregion" ist doch genauso lahm wie "Er war keines Menschen Feind". Ohne ein klares Sterbeziel auch kein Heldentod, und ohne Heldentod auch keine Helden. Und ein Krieg ohne Helden interessiert doch keinen. Im Film kann man sowas ja auch nicht bringen.

Übrigens: Der Iraker hat's da einfacher. Der wird nämlich gar nicht gefragt, wofür er sterben will. Der muß halt einfach. Sachzwaenge, sozusagen höhere Gewalt. Den fragt man höchstens nachher, warum er denn noch lebt. Aber das läßt sich (im Nachhinein) ja leicht mit grundsätzlichen Erwägungen zur zukünftigen Lebensgestaltung und anderen persönlichen Motiven abtun. Die Frage liegt ja auch ganz anders.

Nur der Ami wird ein Problem haben. Jetzt bleibt auch nicht mehr viel Zeit. Jetzt kann man höchstens noch kurzlebige Parolen ausgeben.

Also, ich an Buschs Stelle hätte mir in Washington einen Sportpalast hingestellt.


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Erstellt am 19.03.2003
Letzte Änderung am 24.07.2004 12:59 (CEST)
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