Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Besser Schmecken Eingeweide

Ist es nicht schön, wie sich das Verbraucherverhalten in den letzten Monaten geändert hat? Heute interessiert keinen mehr, ob die Leberwurst im Fleischerregal drei Wochen lang auf Boden des Schlachthofs verbracht hat, bis man sie, freudestrahlend über den wertvollen Fund, zurück zu den anderen legen konnte. Heute wird nur noch gefragt, ob da auch ja kein Rind drin ist...

Viele Leute meinen sich vor BSE, Maul- und Klauenseuche oder Salmonellen schützen zu können, indem sie auf vegetarische Kost la Kartoffelkretin oder Halloweenbrühe ausweichen. Aber spätestens wenn Deutschlands altbekanntes Schmierblatt, dessen Namen ich mich schlichtweg weigere zu nennen, die Schlagzeile "Verrücktes Rind Detlef düngte diese Rübe: BSE!" in die Menge streut, hat sich Primat Nummer Eins dieses Planeten an Brei in Tuben und chemikalische Nudelbrühe aus Korea zu gewöhnen.

Man will ja schließlich weiterleben. Egal wie.

Das Ausweichen auf andere Fleischsorgen, ääh... -sorten, ist auch nicht ganz ohne Risiken. Schließlich wachsen Puten und Hähnchen auch nicht ohne Kraftfutter aus pulverisierten Schafshirnen und diversen getrockenen Knochenresten vom Rind in ihren Legebatterien auf. Und warum soll Fisch gesünder sein, nur weil er mit Schiffsabfällen und verklappten Ölkanistern gefüttert wird?

Zumindest die Wurstindustrie sieht ihre Felle und anhängende Knorpelstücke durch die Fleischskandale der letzten Zeit davonschwimmen. Um den letzten Rest der alten Separatorengrütze in die Menge schleudern zu können, bevor der ganze Mist eh abgelaufen ist, wurden noch schnell ein paar Aufkleber mit der Aufschrift "Enthält fast kein Rindfleisch!" über dem Haltbarkeitsdatum auf dem Deckel plaziert.

Bis der dumme Käufer oder unterbesetzte Prüfbehörden das merken, ist das Zeuch eh längst verdaut, und diverse Konsumenten-Hirne haben ihren gelartigen Zustand aus früher Embryonenzeit wiedererlangt. Bäuerchen inklusive. Um ein paar Exemplare wäre es dabei vielleicht nicht mal schade...

Wer den ganzen Plunder nebst lebenden Exemplaren letztendlich zu entsorgen hat, ist klar: Der gleiche Idiot, der an der Fleischtheke auf dem schöne helle Kalbfleisch und der zartrosa Farbe der Roulade besteht. "Aber nicht so viel Fett bitte!".

Viel Geschrei, viele Schuldzuweisungen und demnächst dann wohl auch viele dahinsiechende Fleischesser lenken dann zuverlässig von der Tatsache ab, daß die Ursache für diverse Krankheiten an den Anforderungen des Verbrauchers liegt, die die Industrie nebst Futtermittelherstellern aus zugegeben reiner Profitgier zu befriedigen versucht.

Bislang hat das auch gut geklappt, und es wird auch wieder gut funktionieren, ob mit oder ohne Separatorenfleisch, Rückenmarksinnereien oder ranziger Hirnplocken. Irgendwo kommt der Scheiß schon unter – wäre ja auch zu schade, ihn wegzuschmeißen...

Denkt jedenfalls
  Euer Dieter Schlabonski.

Erstellt am 14.03.2001. Letzte Änderung am 22.07.2001.

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