Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Dinge, die die Welt nicht wissen will...

Dieses Baby wurde vom Airbag geköpft!

Kommt einem doch irgendwie bekannt vor, oder? Klar, stand ja auch mal in einer Zeitung, die sich alle Leser (zumindest die, die sich damit erwischen lassen) eigentlich nur wegen des Sportteils oder vielleicht wegen der Tittenmaus von Seite 3 kaufen, nicht aber etwa wegen solcher Artikel. Das abgebildete Foto, das wir dem Mitlesenden ersparen wollen, zeigte ein kleines Kind vor einem plastisch-elastischen Tuchvorhang, wie man ihn nur aus Fotogeschäften kennt – *vor* dem Unfall, leider. Sein Alter ist mir entfallen, sein Geschlecht ist, wenn vorhanden, unbekannt. Interessiert ja auch nicht. Bluut!

Diese Information war wichtig. Diese Information war interessant. Eine gewaltige (ca. 20 × 20 cm große) Information, die die Welt nicht braucht. Wenn man gerade von der Bahnhofstoilette kommt und was zum Abwischen sucht oder sich seinen Fisch einwickeln will, scheint das Wissen ob dieses kleinen, nun kopflosen Babys ungeheuer spektakulär zu wirken, aber interessiert es den Fisch oder gar dem ausgewrungenen Schwengel?

Offensichtlich nicht.

Die Welt ist voll von Informationen, die die meisten Menschen auf sich einrieseln (oder eher -poltern) und durch ihren imaginären Filter rasseln lassen. Wehe nur dem, dessen Filter verstopft oder irgendwie falsch eingehängt ist. Dann können tatsächlich harmlose Tohksendungen im Fernsehen zu solchen Auswürfen führen wie "Heinz, ich sage Dir, dieser Schlampe gehört echt was auf die Fresse! Heinz? Hörst Du mir überhaupt zu? Was willst Du mit dem Messer, Heinz...?" *Sling*

Eine normale Reaktion auf jenen unwichtigen Zeitungsartikel würde vermutlich eher folgende Beschleimung bewirken: "Schatz, wenn wir dann ein Kind wollen, soll es denn mal so aussehen?" *Iiiiiik* Nee, da doch lieber entmannt. Macht ja auch 'nen nettes Thema für ne Tohkschoh.

Um auf die Verstopfung (des Filters natürlich, Ihr Ferkel!) zurückzukommen: ist sie nicht nur eine natürliche Abwehrreaktion gegen den ganzen Müll, der täglich das Innere unseres Schädels zu besiedeln versucht? Das Wetter von übernächster Woche, Meister Popper, die gefühlte Uhrzeit und die Wochenendwahrscheinlichkeit sind da nur die harmlose Spitze des Eisbergs. Der Rest lauert geduldig unter der Oberfläche. Aber wehe, es kommt jemand mit Tiefgang vorbei!

Rotzdämliche Promi-Desinformationskampagnen wie "Madonna gebärt Welpen von Bernd Eichinger" oder "Tom Cruise hat Sackläuse" führen nicht allzu selten zu geistigen Kurzschlüssen und ekligen nässenden Hirngeschwüren. Und darüber kann man natürlich auch wieder berichten – wie Kettenbriefe sind auch schlechte Nachrichten irgendwann Selbstläufer. Beispiel England: eine Zeitung veröffentlicht Bild und Anschrift verurteilter Kinderschänder, der Mob geht auf sie los und erwischt die Falschen: prima, schon wieder 'ne Meldung unter "Lokales". Zwei der Richtigen bringen sich um: Geil, Material für Seite 1. Weiter so!

Die Frage nach Abhilfe ist leider sehr schwierig zu beantworten, denn ein gewisses Maß verblödenen Gesülzes gehört scheinbar zum allgemein gültigen Stil wie die Nachgeburt zum Kreißsaal. Und da Themen wie Politik oder gar Zukunft sich dem Durchschnittskonsumenten nur schwer vermitteln lassen, muß eben über etwas berichtet werden, womit sich jeder identifizieren kann. Blut, Sackläuse, Eiter und mißglückter Geschlechtsverkehr nebst dessen die Bude vollscheißenden Folgen sind da nur die nächstliegenden Kandidaten.

Ein Allheilmittel gegen den Informationswahnsinn gibt es nicht. Na, vielleicht die Amputation aller Sinnesorgane? Nee, zu drastisch, seh ich ein. Die einzige verbleibende Möglichkeit der Rettung liegt in der Verbreitung des eigenfabrizierten Schwachsinns. Dabei liegt die Qual in der Wahl. Entweder man geht in diverse Tohkschohs und erzählt von seinen Potenzproblemen, der entzündeten Prostata sowie der Neigung, sich eine Eisenkugel in den Darmtrakt zu schieben – ohne sich dieser mit ambulanter Hilfe wieder zu entledigen natürlich. Eisen soll ja gesund sein... Falls man dazu zu langweilige Neigungen wie Modellbahn, Windelntragen und Poppen in Missionarsstellung hat, kann man immer noch eine von diesen achso interessant animierten Hohmpehtsches zusammenbauen und sie unter
http://www.home.t-anderleine.de/private/users/hottenfurz/index/index.asp
der Welt zu Verfügung zu stellen – wenn man sich denn nicht eine der, man faßt es nicht, über eine Million schwachsinniger Domains leisten mag, wie Freund Schtrahto und Kamerad Pjuhrteck sie zu Kampfpreisen unters Volk bügeln:
http://www.meine-supi-dupi-affenscharfe-homepage.de/
Und wenn man dann seinen Besucherzähler in mühevoller Kleinarbeit auf 347 gepeitscht hat und im Usenet wegen penetranter Reklame für den Schrott von fast allen in den Laberfilter geworfen wurde, kann man sich doch auch vielleicht ein klein wenig wie Hans Meiser fühlen.

Oder man hat Geschmack, erkennt die Zeichen der Zeit und macht eine Seite wie "Schlabonskis Welt". Tja Kinners, da muß ich Euch enttäuschen: ich war eher hier.

Erstellt am 19.07.2000. Letzte Änderung am 15.08.2000.

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