Alles Fährtig?

Binnen einer Woche kracht's gleich zweimal auf Schiffen derselben Fährlinie, das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen? Da muß doch wohl Sabotage im Spiel sein? Erst kriegt die Prinsess Ragnhild Sodbrennen, dann reißt sich der Kronprins Harald den Arsch auf - tja, Sitten sind das im hohen Norden...

Schönen Gruß übrigens von Onkel Murphy. Endlich erwischt's auch mal 'ne Reederei, eine dieser Verbrecherbanden, denen alles wichtiger ist als die Sicherheit ihrer Fahrgäste. So 'ne Fähre muß ein interessanter Aufenthaltsort sein, wenn sie absäuft - die Feuerlöscher weggeschlossen (denn sie könnten ja sonst geklaut werden), die Rettungsinseln an Deck verzurrt (man könnt sie ja anderenfalls verlieren), und natürlich hat sich kein Mensch an Bord für die paar Minuten bis Stunden mit den Sicherheitsmaßregeln vertraut gemacht, so es denn welche gibt und man sie auch ohne Forschergeist zu Gesicht bekommt.

Und so irren dann die Urlauber panisch auf und unter Deck umher, während sich das stolze Schiff darauf besinnt, daß Eisen so an und für sich eigentlich schwerer ist als Wasser. Und alle Jahre wieder lesen wir von der großen Katastrophe, wenn's denn mal wieder einen der Rosteimer zerrissen hat.

You get what you pay for.

Und wen der Urlaubswahn so richtig gepackt hat, der nimmt solch Risiko ja auch gern in Kauf. Fliegen mag man nicht mehr, bei den schrottreifen Mietwagen auf Mallorca und anderswo (und ein Urlaub ganz ohne Auto, das geht nun wirklich nicht), also muß das eigene Gefährt mit in die Ferne. Und da Autos im allgemeinen nicht besonders schwimmfähig sind und ihre Kapitäne in Abwesenheit weißer Leitlinien wohl mit dem Verkehr auch überfordert wären, müssen die Dinger halt in den Schiffsbauch - und eben auch gelegentlich zusammen mit ihren Eignern auf den Meeresgrund.

Denn Sicherheit ist eben zwar ein kostbares, aber auch ein kostspieliges Gut. Was Wunder, daß getreu dem Motto der Computerlemminge (echte machen das nich, habbich gehört) die Reisewütigen nach dem altbewährten Prinzip "letztes Jahr um diese Zeit ist auch nichts passiert" verfahren? Letztlich ist's ja auch egal, ob man im schlecht gewarteten Autobahntunnel verbrennt, mit der 747 an den Seychellen zerschellt, sich ein Eisenbahnwagen-Drehgestell durch den Kopf gehen läßt oder eben auf dem Grund der Agäis sein miserables Leben ausblubbert, Hauptsache, man ist gut erholt dabei - und schließlich kann einem auch in Balkonien die belgische Cola zum britischen Beef das Lichtlein ausblasen.

Die Saison hat kaum begonnen. Allen Lesern wünsche ich einen wunderschönen, unbeschwerten Urlaub. Versucht bitte, trotz aller dagegen sprechenden Umstände wiederzukommen.

Schlabonskis Welt braucht Euch.

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