Ich geb Gas, ich will... Geld!

Nun hat's also, nach dem Ende von Bobbeles Karriere als Nutella-Star und - was war das noch gleich - achja, Wimpeldon-Sieger, auch den anderen "großen Deutschen" vorerst aus der Konkurrenz gefegt. Die Rede ist natürlich von Michael "Rempelrüpel" Schumacher, den's in Silverstone wegen Bremsversagens mit 200 in einen Reifenstapel geschmissen hat.

Der Sachschaden ist wie üblich kein Beinbruch, derselbe aber schon eher ein solcher, kostet dieses Mißgeschick doch den Schummi wohl ein weiteres Mal den Weltmeistertitel.

Und die Medien? Schon den ganzen Montag danach berichten sie in den Nachrichten vom "Horror-Unfall von Silverstone" und tun dabei scheinheilig so, als sei solches nicht die logische Folge und das einkalkulierte Risiko beim Fahren mit über 800 PS starken Gefährten, die man beim TÜV ob ihrer Fahreigenschaften und fehlenden Knautschzonen nicht mal als selbstfahrende Rasenmäher (oder, angesichts der Bodenfreiheit eher noch treffender, Straßenhobel) eingetragen bekäme. Das es da gelegentlich mal einen zerreißt, ist doch völlig natürlich - und die Helden werden ja für das Risiko auch fürstlich entlohnt. Was gibt's da groß zu jammern?

Daß man, wenn's denn mal tödlich endet wie weiland bei "Eiertonn" Senna, schon mal tief durchatmet und 'ne Gedenkminute einlegt, ist ja zur Not einzusehen - aber wenn einer an die Wand donnert und sich 'n Bein bricht, wo bitte ist da der Horror?

Schummel-Schummis Teamkollege Eddie Irvine hat angeblich gesagt, er habe schon so viele Fahrer sterben sehen, daß er meine, daß, wer sich über einen Beinbruch Gedanken mache, wohl im falschen Geschäft sei - und mußte sich prompt in den NDR-Radionachrichten von Schummis Brüderchen Ralfi über den Mund fahren lassen: erstmal solle er schneller fahren als der große Bruder, und bis dahin "sein dreckiges Maul halten."

Ah ja.

Man darf also nur als Schnellster seine Meinung kundtun. "The winner takes it all, the loser has to fall", sangen schon Abba - mittlerweile sind die Zeiten wohl rauher geworden. The winner takes it all, the loser should better shut up his bloody face. Moderne Medienwelt.

Das Wort vom "Formel-1-Zirkus" hat erneut traurige Wahrheit erhalten. Sicher ist es nicht schön, wenn's Verletzte gibt (auch wenn Reinhard Fendrich treffend bemerkte: "Autorennen sind da sehr gefragt, weil hie und da sich einer überschlagt"), aber daß da so ein Zirkus drum gemacht wird... Aber gut für die Quote isses allemal, und die Sender reiben sich die Hände. Denn auch wenn's diesmal recht glimpflich abging, gelten die nächsten Zeilen des erwähnten Liedes doch nach wie vor:

"Explodieren die Boliden, ist das Publikum zufrieden,
denn ein flammendes Inferno schaut mer immer wieder gern o',
Heiterkeit auf der Tribüne - das ist holt am Sport das Schöne..."

Ich wette, daß trotz Schummis Absenz die nächsten Rennen mehr Zuschauer an die Bildschirme locken werden, als es die letzten taten. Und das ist auch ganz logisch und unvermeidlich, denn man muß schon noch irgendwo seinen Blutdurst befriedigen können, Gladiatorenkämpfe gibt's ja nicht mehr. Bzw. noch nicht wieder, denn auch soweit wird's noch kommen, bald schon in Schlabonskis Welt.

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