Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Die Naivität der Liebenden

Klar. Alle Welt redet davon, wie sollte ich da zurückstehen? Der "boesartigste, schaedlichste, teuerste und am schnellsten um sich greifende Virus in der Computergeschichte", der eigentlich genaugenommen nicht mal ein Virus ist, verkleidet sich als Liebesbrief. Und alle Welt ist im Liebestaumel.

Zeit, ein paar Dinge geradezurücken.

Erstens: Es gehört schon eine gewisse Portion Dämlichkeit dazu, eine E-Mail mit dem Betreff "ILOVEYOU", ohne Spaces und Minuskulen, für voll zu nehmen. Wenn Dein Chef Dir sowas schickt, glaubst Du dann an ein Techtelmechtel am Arbeitsplatz? Selbst wenn meine Freundin mir sowas schickte, würde es mich nicht dazu verleiten, auf einen Dateianhang zu klicken, ohne zurückzufragen. Warum also machen die Leute das?

Eine Erklärung wäre: Menschen sind Idioten.

Zweitens: Aktive Inhalte sind ja sowieso ein zweischneidiges Schwert. Die Grenze zwischen Programm und Daten, die sich eigentlich in den letzten 30 Jahren bewährt hat, wird zusehends aufgeweicht. Längst haben Makroviren ihren alten Kollegen aus Ekßekjuhtäbbl und Buhtsektor den Rang abgelaufen – schließlich kann man sie in einer Hochsprache programmieren, genau richtig für die kewlen Kids von heute, die keinen Äßembla mehr beherrschen. Und was hat die Welt von diesen tollen "aktiven Inhalten", außer Makroviren und dem wöchentlichen Sicherheitsloch im Wäpp-Brauser? Buntes Geflimmer und lange Ladezeiten. Warum also benutzen Anwender sowas?

Eine Erklärung wäre: Anwender sind Idioten.

Drittens: Meikroßoft versucht jetzt ja, die aufkommende Kritik an Windoofs und seinen Automatismen abzuwiegeln mit dem Hinweis, die Schuld liege ja an den "offenen Strukturen des Internet". Mann: weiter von der Wahrheit weg könnten die kaum sein. Was diese Idiotie ermöglicht hat, ist doch gerade die alles andere als offene Struktur von Windoofs und seinen Anwendungen. Niemand weiß so genau, wie das alles so zusammenspielt. Und deswegen kann ein E-Mail-Wurm sich über den Windoofs-Skripptink-Hohßt und die Autluck-Adreßdatei vermehren. Mit dem viel skriptfähigeren und offeneren Unix hat das noch keiner geschafft. Das spricht doch eigentlich eher für ein Problem auf der Seite von Meikroßoft. Warum also hat dieses komische sogenannte Betriebssystem keine Sicherheitsmechanismen?

Eine Erklärung wäre: Meikroßoft-Entwickler sind auch Idioten.

Was also lernen wir? Das übliche, das übliche. Alle doof, außer ich. So einfach ist es natürlich nicht. Aber dieses Mal haben wir alle, die wir nicht so leichtgläubig sind, die Lacher erstmal auf unserer Seite. Und das ist doch was Schönes. Außerdem haben wir einen neuen Spruch: daß Microsoft Outlook vielleicht besser "Look Out!" heißen sollte.

Genießen wir also den Triumph, solange er währt. Und schalten wir Äcktiff Schweinkram ab. Wer sowas braucht, gehört zu den drei oben genannten Gruppen.

Und wir gehören da nicht zu. Denn schließlich rechnen wir aus Prinzip mit dem Schlimmsten. Das, liebe Kinder, ist die Quintessenz des Lebens in Schlabonskis Welt.

Erstellt am 07.05.2000.

Schlabonskis Welt:
Site Meter
Für Statistik auf den Counter klicken!