Schlabonskis Welt
10. June 2006
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 20:56

Wie ich ja vorhin schon befürchtete, ist die Übersetzung von Douglas Adams’ “Dirk Gently’s Holistic Detective Agency”, die von einem Herrn Benjamin Schwarz verfertigt und bei Heyne als “Der elektrische Mönch” verlegt wurde, grauenhaft. Man wünscht sich, die hätten sie nach dem Verlegen nicht wiedergefunden.

Eigentlich wollte ich das ja durchlesen, aber es war einfach zu ärgerlich, darum nur drei Beispiele, bis ich auf Seite 52 das Buch in die Ecke geschmissen habe:

Original: Professor Urban Chronitis had a memory that he himself had once compared to the Queen Alexandra Birdwing Butterfly, in that it was colourful, flitted prettily hither and thither, and was now, alas, almost completely extinct.” Auch wenn man nicht alle Wörter versteht (to flit? thither? alas?), so ist doch klar, daß der Mann ein Gedächtnis wie ein Schmetterling hat: farbenfroh, hübsch umherflatternd und leider beinahe ausgestorben. Und dazu muß man nicht mal den Namen dieses Schmetterlings bei Google eingeben. Kann man aber natürlich trotzdem machen.

Und Herr Schwarz? Der schreibt, der Professor habe ein Gedächtnis, das er selbst einmal mit der Königin Alexandra Birdwing Butterfly verglichen hatte: lebhaft, anmutig hin und her hüpfend und mittlerweile leider fast gänzlich erloschen.

Das muß man sich echt mal bildlich vorstellen: die lebhafte Königin Alexandra Vogelflügelschmetterling, wie sie anmutig hin und her hüpft, bevor sie gänzlich erlischt. Wenn’s nicht so traurig wäre, könnte man sich drüber schlapplachen.

Leider sind Herrn Schwarzens Schnitzer nicht immer so witzig. The idea of him actually having friends as such seemed not so much unlikely, more a sort of mismatching of concepts, like the idea of the Suez crisis popping out for a bun. Auch hier muß man nicht unbedingt wissen, daß to pop out for something soviel bedeutet wie kurz rausgehen, um etwas zu holen, zu essen oder so; das mit dem mismatching of concepts, völlig korrekt übersetzt als Unvereinbarkeit von Begriffen, sollte eigentlich reichen, um darauf aufmerksam zu machen, daß es nicht um die Vorstellung gehen kann, die Suezkrise sei wegen eines Korinthenbrötchens ausgebrochen.

Korinthenkackerei? Vielleicht. Zu schwierige Beispiele? Von mir aus, auch wenn ich mit meinem Leistungskursenglisch da keine Probleme mit dem richtigen Verstehen hatte und von einem professionellen Übersetzer eigentlich mehr erwarte. Aber bitte, hier, ein gaanz einfaches Beispiel: Not too difficult to organize, really. Wörtlich: Nicht zu schwer zu organisieren, wirklich. Was nicht schön gewesen wäre, aber immerhin korrekt. Herr Schwarz hingegen schreibt: Aber wirklich zu schwierig, um Kapital draus zu schlagen. Das mit dem Kapital, geschenkt, paßt sogar einigermaßen. Aber die Bedeutung des Satzes, die hat der Herr Schwarz leider ins Gegenteil verkehrt. Seufz.

Also, wieder mal ein deutsches Douglas-Adams-Buch für die Tonne. Schade. Beim “Anhalter” hatte ich ja noch ein gewisses Verständnis, vieles davon wüßt ich auch nicht richtig gut zu übersetzen — aber hier ist das echt nur noch Unfähigkeit und/oder Schlamperei.

Wäre es nicht vielleicht mal ein lohnendes Projekt, die Dinger neu übersetzen zu lassen? Diesmal von Leuten, die ihr Handwerk verstehen? Vielleicht so zum 30. Erscheinungsjubiläum?

Naja. Selber schuld. Was kauf ich auch preisreduzierte Mängelexemplare, da darf ich mich ja nicht über Mängel beschweren.

Literaturnachweis: Douglas Adams, “Dirk Gently’s Holistic Detective Agency”, Pan Books, London 1988, ISBN 0 330 30162 4. Douglas Adams, “Der elektrische Mönch”, aus dem Englischen von Benjamin Schwarz, Heyne Verlag, München 2001, ISBN 3-453-19908-1.

Filed under: Allgemein — Dieter Schlabonski @ 13:54

Huch. Da wirft mir einer ein Stöckchen zu? Schnüffelschnüffel. Nagut, wenn XTaran meint, daß ich auch soll … Schwanzwedel. Klöff!

1. Greife das Buch, welches Dir am nächsten ist, schlage Seite 18 auf und zitiere Zeile 4:

“werden könnten. Ich glaube, ich habe Sie mal drin rumge-”. Das ist jetzt zugegebenermaßen nicht übermäßig lesenswert, also nehmen wir mal lieber den gesamten Dialogfetzen: “Es scheint doch merkwürdig, meinen Sie nicht auch, daß die Qualität des Essens sich reziprok zur Helligkeit der Beleuchtung verändert. Läßt einen überlegen, welche kulinarischen Höhen das Küchenpersonal erklimmen könnte, wenn man es zu lebenslanger Finsternis verdonnerte. Könnte einen Versuch wert sein, meine ich. Gibt ein paar Kellergewölbe im College, die dazu benutzt werden könnten. Ich glaube, ich habe Sie mal drin rumgeführt, hmmm? Hübsches Mauerwerk.”

Wer’s nicht erkannt hat: Douglas Adams, “Der elektrische Mönch” (deutsche Version von “Dirk Gently’s Holistic Detective Agency”, die hier rumliegt, weil ich mal rausfinden will, ob die Übersetzung genauso schlimm ist wie die des “Anhalters”, und der obige Ausschnitt läßt mich Schlimmes ahnen).

2. Strecke Deinen linken Arm so weit wie möglich aus. Was findest Du?

Eine benutzte Pfanne. Bäh. Mal aufräumen.

3. Was hast Du als letztes im Fernsehen gesehen?

Weiß ich nicht. Hab kein Fernsehen. Das ist schon Monate her, und was Besonderes war’s auch nicht.

4. Mit Ausnahme des Computers, was kannst Du gerade hören?

Verkehrslärm: Autos (mittelleise), ab und zu eine Tram (etwas lauter), gelegentlich ein Krad (und mir fallen die Ohren ab). Vereinzelte Fußballjohler und -hupendkonvoifahrer, die sich seit gestern nicht beruhigt haben. Vogelgezwitscher. Normale Stadtgeräusche.

5. Wann hast Du den letzten Schritt nach draussen getan?

Gestern nachmittag: ne Stunde durchs Naturschutzgebiet und danach noch nen Happen einkaufen.

6. Was hast Du gerade getan, bevor Du diesen Fragebogen begonnen hast?

Unterm Dachfenster in der Sonne gelegen und einen schlechten Krimi gelesen.

7. Was hast Du gerade an?

Schwarze Jeans, schwarzes T-Shirt, keine Schuhe oder Strümpfe. Meine üblichen Zuhause-Klamotten.

8. Hast Du letzte Nacht geträumt?

Vermutlich. Aber ich weiß nicht mehr wovon. Allerdings hatte ich gestern abend einen Halbschlaftraum: ich hatte zuvor die Original-Synopsis des “Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy” gelesen, die in Neil Gaimans Douglas-Adams-Biographie “Keine Panik” als Anhang veröffentlicht ist, und habe dann bestimmt ne halbe Stunde völlig inkohärente Handlungsfäden mindestens gleichen Verwirrungsgrades gesponnen, bis ich das bewußt durch Einlegen einer CD abgewürgt habe. Konkretes davon weiß ich aber nicht mehr, und das ist auch gut so.

9. Wann hast Du zum letztenmal gelacht?

Vor ner Stunde oder so während eines Telefonats.

10. Was befindet sich an den Wänden des Raumes, in dem Du Dich gerade befindest?

Nix außer weiß gestrichener Rauhfasertapete, denn die sind schräg: Dachwohnung und Bilder-Aufhängen sind ziemlich inkompatibel. Leider.

11. Hast Du kürzlich etwas sonderbares gesehen?

Mein Spiegelbild.

12. Was hälst Du von diesem Quiz?

Ich bin kein Segler, also halse ich auch nicht.

13. Was war der letzte Film, den Du gesehen hast?

Im Kino: “V für Vendetta”. Auf DVD: “Falling Down”. Beide uneingeschränkt weiterzuempfehlen.

14. Was würdest Du kaufen, wenn Du plötzlich Multimillionär wärst?

Ein altes, riesiges, schnörkeliges, aus Backsteinen gemauertes, verlassenes Fabrikgebäude. Sowas wie in “Wayne’s World 2″. Da würd ich dann oben wohnen, unten alte Autos sammeln und in der/n Etage/n dazwischen zum Beispiel Fremotreffen veranstalten. Außerdem natürlich diverse alte Autos, als erstes die neulich auf einem Schrottplatz gefundene Magirus-Eckhauber-Allradfeuerwehr; einiges an Modellbahnkram; und einen 20″-Intel-iMac.

15. Sag mir etwas über Dich, was ich noch nicht wusste.

Es gab mal eine Zeit, da standen die Aussichten gar nicht schlecht, daß ich mal mit Nachnamen “Jackson” heißen würde. Aber es kam zum Glück anders.

16. Wenn Du eine Sache auf der Welt ändern könntest, was wäre das?

Dafür sorgen, daß die Angehörigen verschiedener Glaubensrichtungen einsehen, daß es in keines Gottes, Menschen oder sonstigen Wesens Sinn sein dürfte, einander die Köpfe einzuschlagen.

17. Tanzt Du gerne?

Keinesfalls.

18. George Bush

Mit genug Schub fliegt Omas Kleiderschrank einen Looping, und mit genug Geld wird auch der letzte merkbefreite machtsüchtige alkoholkranke Berufssohn US-Präsident. Sag bloß, Dich überrascht das?

19. Stell Dir vor, Dein erstes Kind wäre ein Mädchen. Wie würdest Du es nennen?

20. Und einen Jungen?

Die Beantwortung dieser Fragen muß ich aus überzeugungstechnischen Gründen ablehnen.

21. Würdest Du es in Erwägung ziehen, auszuwandern?

Vielleicht. Allerdings wohl nicht weiter als ein bis zwei Grenzübertritte, denn irgendwie häng ich doch zu sehr an meinen Freunden und meinem Leben, als daß ich das alles nur noch selten mal zu Besuch wiedersehen mögen würde. Aber Dänemark, die Niederlande, Österreich, Norditalien — warum nicht?

22. Was würdest Du Gott sagen, wenn Du das Himmelstor erreichst?

“Ups, da lag ich wohl falsch. Na, Leute wie mich solltest Du ja mittlerweile gewohnt sein, hm?”

23. Zwei Leute, die das hier auch beantworten sollen.

Frank Wieduwilt (Mail ist raus) und Stefan Seibt.