Schlabonskis Welt
26. August 2006
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 22:06

Kaum ist der mündige Bürger mal wieder aufgerufen, mit seinem kleinen Stimmlein dem, was man gierzulande immer noch “Demokratie” zu nennen wagt, ein Deckmäntelchen der Rechtfertigung umzuhängen, schon sieht man sie wieder von jedem Laternenpfahl baumeln: die Grinsefressen, die sich in den Parlamenten bereichern für uns die Beine ausreißen.

Und man sieht sie so baumeln und denkt sich: Gute Idee. Den einen oder anderen davon würde man schon gerne mal persönlich baumeln sehen, nicht nur sein Konterfei in Pappe.

Aber mal ehrlich: Dümmliche Slogans sind das eine, aber wen sollen bitte die mit viel Mühe und noch mehr Weichzeichner auf einigermaßen den Anschein von Fotogenität erwecken sollend getrimmten Gesichtsbaracken am Wahltag hinter dem Ofen vorlocken? Selbst wenn davon jemand sympathisch aussähe (und nicht wie meist nach GEZ-Drücker, Avon-Beraterin oder Finanzbeamtem), würde man den doch deswegen hoffentlich nicht wählen?

Obwohl, wenn ich mir dann die Wahlergebnisse so ankuck: Doch. Vermutlich schon.

Seufz.

20. August 2006
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 22:21

Hachja, wie schnell die Menschheit doch vergißt (oder zumindest die Werbetreiben sich wünschten, daß sie vergäße). Zum Beispiel, wie kompakt so ein Golf mal war:

Golf-Plus-Werbung im Spiegel der Zeit

Disclaimer: Ja, der Golf 1 ist nach bestem Wissen und Gewissen maßstabsgetreu ins Bild montiert. Länge des Golf 1: 3,81 m; Länge des Golf Plus: 4,20 m. Und warum “Golf PlusPlusPlusPlusPlus”? Ganz einfach: der Golf Plus ist, Variant mal außen vor, der sechste so benamste Volkswagen nach Golf 1, 2, 3, 4 und 5.

19. August 2006
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 16:13

Soso, Tiguan soll er also heißen, der nächste völlig überflüssige VW-Geländewagen für das schwere Geläuf zwischen Lidl und Kindergarten. Tiguan. Angeblich eine Mischung aus “Tiger” und “Leguan”. Was man sich besser nicht bildlich vorstellen sollte.

Und wohl auch besser nicht allzu oft aussprechen. Ich meine, hey, tolle Idee, warum nicht “Lömedar” oder “Rhinolefant”? Die klingen doch auch toll exotisch. Nee, liebe VW-Leute und AutoBLÖD-Leser, die Ihr Euch diesen Namen ausgedacht habt: für mich klingt das nicht nach “Reisen, Abenteuer, Spannung”, sondern nach einem dieser Klappkartenspiele für Fünfjährige, bei denen man dann zum Wort “Tiguan” auch einen Leguan mit Tigerkopf abgebildet sehen würde. Aber paßt schon — deren Eltern (die der Fünfjährigen, nicht die der Tiguane) sind ja auch die Zielgruppe, nicht ich.

Ganz sicher nicht ich.

13. August 2006
Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 13:56

Zu Fahrassistenzsystemen, wie die elektronischen Helferlein von ABS über ESP bis zum Spurhalteassistenten zusammenfassend genannt werden, gibt es vermutlich schon divergierende Ansichten, seit die Vierradbremse eingeführt wurde. “Was ein richtiger Autler ist, der braucht keine neumodische Vierradbremse!”, so höre ich fast die Altvorderen am Stammtisch tönen.

Und es stimmt ja auch: Generationen von Autofahrern sind auch ohne den neuesten technischen Gimmick meist sicher angekommen. Also braucht man ihn offensichtlich nicht. So reden meistens aber auch nur die Leute, die schon länger keinen, sagenwirmal, 1966er VW-Bus durch einen Schneesturm gefahren haben, sondern ihre puristischen, gimmickfreien, naturreinen Klassiker aus einer besseren Zeit nur bei schönem Wetter in gemütlicher Fahrt zum nächsten Ausflugscafé oder Oldtimertreffen zu bewegen wagen. Sonst wüßten sie nämlich, daß die gar nicht so viel besser war, die Zeit.

Von Jungspunden wie dem, der mir mal vorrechnen wollte, daß Scheibenbremsen ohne Bremskraftverstärker nicht funktionieren können, will ich mal absehen. Die glauben ja eh nicht, daß man ohne Airbag überhaupt überleben kann.

Das Problem an den ganzen schönen Sachen ist nur, daß die für Normalfahrer sinnvollen Sicherheitsnetze, die der Fortschritt uns so beschert, vermutlich auch schon seit den Zeiten der Vierradbremse dann postwendend von den Vollidioten ausgenutzt werden.

Passende Anekdote: Zwei meiner damaligen Kollegen erzählten mir in derselben Woche unabhängig voneinander von den Erlebnissen mit dem ESP in ihren neuen Passat-Firmenwagen. Der eine meinte, er sei versehentlich zu schnell in ‘ne Autobahnausfahrt gefahren und habe gemerkt, wie der Passat hinten leicht wurde — “und dann kam eine Hand aus den Himmel und hat mich wieder in die Spur gesetzt”.

Der andere berichtete, auf der A2 bei Schneematsch auf der linken Spur gehe ab 170 die ESP-Lampe nicht mehr aus.

8. August 2006
Abgelegt unter: Allgemein — Dieter Schlabonski @ 15:55

Nun ist es also offiziell: Der traditionsreiche Familienbetrieb “Dieter Schlabonki Gas Wasser Scheiße” hat seine Pforten geschlossen. Ich war es einfach leid, bis zu den Ellenbogen in anderer Leute Scheiße zu wühlen. Außerdem bleiben die Kunden ;-) weg (warum nur?), und den müllwagenorangefarbenen Firmenbulli hat’s auch dahingerafft.

Was aber nicht geschlossen wird, ist natürlich diese Weppßait. Schlabonski macht weiter, nach kurzen Ausflügen in die Welt der Baustellen nun eben auf dem Bock eines Lastzugs auf den Straßen Europas. Für Euch als Leser ändert sich dadurch nicht viel, außer daß vielleicht die eine oder andere Geschichte aus dem Leben nun eher im logistischen denn im sanitären Milieu spielen wird.

Aber auch da passiert sicherlich genug Scheiße.

Bleibt mir gewogen, wünscht sich:
  Euer Dieter Schlabonski.

6. August 2006
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 23:14

Hier mal eine kleine Typologie von Kraftfahrern, wie man sie zu unterscheiden lernt, wenn man wie ich an einer vielbefahrenen Straße wohnt:

Geräusch Bedeutung
*quiietsch* Vielleicht nicht übermäßig kompetent, aber ausreichend.
*quiietsch* *bäng* Inkompetent.
*quiietsch* *tuuut* Jähzornig.
*quiietsch* *bäng* *tuuut* Jähzornig und inkompetent.
*tuuut* *quiietsch* Rechthaberisch.
*tuuut* *quiietsch* *tuuut* Rechthaberisch und jähzornig.
*tuuut* *quiietsch* *bäng* Rechthaberisch und inkompetent.
*tuuut* *quiietsch* *bäng* *tuuut* Rechthaberisch, inkompetent und jähzornig.
*bäng* *quiietsch* Vermutlich besoffen oder sonstwie merkbefreit.

Weitere Kombinationen seien dem Leser als Übungsaufgabe überlassen. Nebengeräusche wie heulende Motoren, wummernde Stereoanlagen und dergleichen habe ich der Übersicht halber mal weggelassen.

Woran man nun aber kompetente Autofahrer erkennt? Ganz einfach: wenn sie überhaupt irgendwelche dieser Geräusche machen, dann *tuuut* und *quiietsch* gleichzeitig. Aber das wäre ja Multitasking, damit sind 95% heillos überfordert.

5. August 2006
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 08:40

Hier ein schönes Beispiel aus der Reihe “ich bin zu reich, um rücksichtsvoll zu sein” — naja, oder zumindest soll es ja wohl so aussehen, als sei er’s:

Ein BMW, zwei Parklücken

Aber beim Fahren kann die Lücke nicht klein genug sein zum Durchquetschen, gell? Und Ihr wundert Euch, daß ich keine BMW-Fahrer mag. (Naja: wenige.)

4. August 2006
Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 20:09

Die Älteren werden sich erinnern: die erste Generation des VW Golf, für den nordamerikanischen Markt damals hergestellt in Westmoreland (USA), trug nicht nur recht großzügig dimensionierte Stoßstangen, sondern über den Cinemascope-Rückleuchten auch ein niedliches Karnickel-Logo nebst “Rabbit”-Schriftzug am Heck. Später wurden dann auch noch Scheinwerfer und Kühlergrill verfremdet, aber darum gehts hier nicht. Sondern um das hier:

Neues Rabbit-Logo

Das Viech ist wieder da. Denn der fünfte Golf heißt da drüben nun auch wieder Rabbit. Was einem Europäer komisch vorkommen mag — wie kann man ohne Not das meistverkaufte Auto des Konzerns umbenennen? –, ist da nicht so das Problem: die Amis waren schon immer mehr auf den Jetta, der dort auch immer so geheißen hat, fixiert. Und der einzige richtig erfolgreiche Golf da drüben war, welch Zufall, auch nur der erste — eben der Rabbit.

Ob allerdings die Rückkehr zum alten Namen allein genügt, um den im Gegensatz zum Ur-Golf arg übergewichtigen und verquollen geschteilten Njuh Räbbit wieder zu einem Kultobjekt zu machen? Man weiß es nicht. Ich wär da gefühlsmäßig eher skeptisch, aber andererseits muß man auch bedenken, daß die Zielgruppe eben aus Amis besteht. Den Njuh Bietel haben sie ja auch immer noch wie blöde gekauft, als er hier schon wieder mega-out war.

Und gönnen würd ich’s VW (und den Amis) schon. Denn gegen das, was die sonst so kaufen, ist so ein aktueller Golf gar nicht so furchtbar verquollen und auch ziemlich leicht.

Das einzig wirklich Ärgerliche an der ganzen Sache ist nur, daß die an sich ja nette Idee, jetzt den eigenen Golf mit dem neuen Rabbit-Logo-Karnickel zu verzieren, sich vermutlich genauso schnell bei der Tiefer-Härter-Lauter-Dümmer-Fraktion durchsetzen wird wie die Sache mit dem chinesischen Volkswagen-Schriftzug, und daß man das deswegen als normalintelligenter Mensch leider nicht machen kann. Schade, ich finde das Viech echt knuffig.

1. August 2006
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas — Dieter Schlabonski @ 22:19

Es passiert ja nicht oft, daß einen Spam noch schmunzeln läßt (Hohngelächter, ja, aber Schmunzeln?), doch dieser hier hat’s geschafft:

Sehr geehrte Mandanten, lieber Neukunde,

ich war begeistert, mit welchem Eifer Sie mir jeden Verstoss gegen das UWG betr. SPAM zugesandt haben.

Mittlerweile habe ich wieder etwas Luft, so dass ich ein wenig Arbeit brauche. Es soll nicht Ihr Schaden sein.

Bitte leiten Sie mir weiterhin Werbung zu, die Ihnen unlauter vorkommt. Ich bin auf Abmahnungen spezialisiert.

Jede Form der Werbung per Telefon, Telefax oder eMail ist untersagt und wird durch mich zivilrechtlich verfolgt.

Vielen Dank im Voraus!

Ihr

G. Frhr. v. Gravenreuth
Rechtsanwalt und Dipl.-Ing.