Schlabonskis Welt
23. September 2006
Filed under: Allgemein, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 19:43

Mit den fälligen Entschuldigungen sowohl an die Stadt Emden als auch an die Gruppe REM:

It's the EMD of the world as we know it (and I feel fine)

Es gibt auch ein PDF zum Saugen und Ausdrucken.

10. September 2006
Filed under: Allgemein, Geschichten — Dieter Schlabonski @ 08:33

Nein, dies ist nicht noch eine Besprechung des neuen Pixar-Films “Cars”. Denn den hab ich erstens noch nicht gesehen, und zweitens gibt’s über den schon genug Besprechungen im Web — und auch hinreichend begeisterte, daß Ihr sicher sein könnt, daß ich ihn mir ansehen gehen werde.

Nein, mir geht’s um eine Idee aus einer weniger begeisterten Besprechung dieses Films. Deren Autor meinte nämlich sinngemäß, Autos, die “ihren” Menschen gegenüber bestimmte, hm, autoeske Gefühle entgegenbrächten, etwa Beschützerinstinkt, das wäre doch mal interessant gewesen.

Stimmt.

Aber ein Film mit animierten Autos in einer Menschenwelt, das wäre ein völlig anderer Weg (und somit: Film) als der, den Pixar mit seiner menschenleeren Auto-Welt gegangen ist. Das fängt bei der Animation der Auto-Gesichter an: hier müßten dann wohl doch wieder die Scheinwerfer die Augen sein und nicht die Windschutzscheiben, was manch vieräugigem Gesicht etwas Insektenhaftes verleihen könnte. Und auch die Handlung wäre sicher eine völlig andere, denn solche Autos könnten ja nicht völlig frei agieren, sondern müßten auf das, was ihre Fahrer tun, reagieren. Nicht nur, aber auch.

Dessenungeachtet gibt es schon einige nette Szenen, die ich mir in so einem Film vorstellen könnte. Etwa eine Ampelszene:

Capri 1.3 (dessen Fahrer an der Ampel mit dem Gas spielt, mit heiserem kleinen Stimmchen): “GABROLL! RÖÖÖHR!”
Porsche 911 (mit sexy rauchiger Frauenstimme): “Nu hör Dir den Aufschneider an.”
BMW 540i (samtig): “Tja, wer’s nötig hat …”
Capri (beim Luftholen zwischen zwei Brüllern, verschüchtert): “Ich kann doch nix dafür, wenn der mich so tritt. BRÜÜLLL! *hust* *keuch* *sprotz* *keineluftmehrkrieg* *ausgeh*”
Alle anderen an der Ampel: Gelächter.
Porsche (nachdenklich): “Obwohl … meiner macht sowas auch manchmal.”

Oder eine Parkplatzunterhaltung vorm Supermarkt:

Jetta 2 (kläglich): “… und seit neuestem fahren die mich jedes Wochenende zu Autohändlern. Ich glaub, die mögen mich nicht mehr. Dabei haben wir soviel zusammen erlebt …”
Sierra: “Tja, Menschen. So sind die nunmal. Kaum kommt ein metalliclackiertes Flittchen mit dicken Airbags daher, vergessen sie unsereinen. Meine ersten waren genauso.”
Jetta: “Aber Du siehst doch noch gut aus!”
Sierra: “Danke, ich …”
Peugeot 307 (mischt sich ein): “Hee, was hör ich da? Flittchen? Dicke Airbags?! Daß sich in Euch Mordinstrumente überhaupt noch ein Mensch reinsetzt …”
Sierra (empört): “Na das ist ja ‘ne Frechheit! Was man sich heute von so jungen Hüpfern bieten lassen muß! Das hätten wir uns damals nicht getraut!”
Jetta: “Ach laß den doch reden.”
Mercedes W123 200D (etwas hochnäsig): “Genau. Damals war Sicherheit eben noch was Besonderes.”
Sierra: “Du träger Eimer hast es nötig. Mit Deinen Fahrleistungen wäre auch ein Panda sicher.”
Jetta (zum Sierra): “Und, wie ist es Dir bei Deinen neuen Menschen so ergangen?”
Sierra: “Och ja. Zwar immer viel Gas und selten frisches Öl …”
Omega (sonst ruhig geblieben): “*seufz* Kenn ich.”
Sierra: “… aber dafür haben sie mich neulich komplett geschweißt, also brauch ich wohl erstmal keine große Angst zu haben.”
Jetta: “Tut das nicht furchtbar weh?”
Sierra, Omega und Mercedes W123 lachen. Omega: “Nein, aber es kitzelt.”
Sierra (zum Jetta): “Mach Du Dir mal keine Sorgen, Ihr rostet ja kaum, da wird sich schon wer finden, der Dir ein neues Zuhause gibt.”
Peugeot (murmelt vor sich hin): “Ja. Ein Selbstmörder vielleicht.”

Noch eine Ampelszene:

Passat (von hinten schnell näherkommend): “Huuuch! *quieeeetsch* *BAFF* Aua!” (ist auf stehenden Bulli aufgefahren, aber nicht doll)
Bulli (mit matronenhaft-lauter Stimme, empört): “Hups! Was? Wie? Na so eine Frechheit! Kannst Du nich aufpassen, ich steh doch hier!”
Passat (kleinlaut): “Tschuldigung, das war so rutschig dahinten, und mein Fahrer ist auch noch nicht wach. Hab ich Ihnen wehgetan?”
Bulli (schon wieder halb-versöhnt): “Ach was, es geht schon wieder. Ich hab mich bloß erschrocken.”
Passat: “Tut mir echt leid.”
Elf neue Smart (auf einem Autotransporter, durcheinander, mit Kinderstimmen): “Mami! Mami! Kuck mal! Was ist da passiert, Mami?”
Autotransporter: “Seid ruhig, Kinder. Dazu seid Ihr noch zu klein.”

Und so weiter. Nette Szenen kann man sich da schon ausdenken, finde ich. Und die Animation, bei der die Autos dann wohl wirklich fotorealistisch im Realfilm spielen müßten, aber trotzdem ein Mienenspiel und beim Sprechen sich bewegende Münder haben, wäre heutzutage ja auch kein großes Problem mehr. Sogar mit den Sprecher-Dialekten könnte man schön spielen: Kölner Mundart für den Sierra, Hannöversch (mit s-pitzen S-teinen) für den Bulli, gemütliches Schwäbeln für den Mercedes, frongßösischer Accong für den Peugeot und so weiter, und Erkan und Stefan dürfen kraß konkret tiefe Dreiää vertonen, Alder, vaschtehst? Doch, das hätte was, finde ich.

Aber eine Handlung? Das wird schon kniffliger, wenn es weder wie Garfield in völliger Belanglosigkeit noch wie Herbie in rettungslosem Kitsch versinken soll. Und dazu hab ich denn auch keine Idee. Was nicht schlimm ist, denn das ist ja auch nicht mein Job. ;-)

9. September 2006
Filed under: Allgemein, Trips und Ticks, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 21:19

Wo ich jetzt mit so nem Lastzug rumfahre, statt hier auf dieser Seite dauernd was zu schreiben, was mir auch leidtut, tät ich mir allmählich doch mal ein paar Zusatzfragen zur Führerscheinprüfung wünschen:

1. Sie überholen auf der Autobahn einen Lastzug und kommen während des Überholmanövers in eine Baustelle mit zwei Spuren je Richtung und Tempolimit “80″. Wie verhalten sie sich?

a) Ich beschleunige volles Rohr, um noch vor dem Lastzug rechts einscheren zu können, und bremse sofort danach stark auf genau 80 km/h ab. Der darf eh nicht schneller als 80, also muß er deswegen auch nicht bremsen.
b) Ich verzögere zaghaft, um dann neben dem Lastzug herfahren zu können. Dort ist es schön schattig, und die rechte Spur ist schließlich breit genug für den Lastzug, so daß keine Gefahr besteht, daß er bei einer Spurverschwenkung über die Trennlinie kommt.
c) Ich verzögere stark genug, um dann durch die gesamte Baustelle auf der linken Spur versetzt hinter dem Lastzug herfahren zu können. Wenn ich mich da nicht vorbeitraue, dann soll es auch sonst keiner können.

2. Sie nähern sich auf der Autobahn auf der mittleren Spur einem Stau-Ende. Rechts fahren mit großem Abstand einige Lastzüge. Was tun Sie?

a) Ich ziehe nach rechts und bremse stark ab, schließlich heißt der Abstand zwischen den Lastzügen nicht umsonst “Einscherabstand”.
b) Ich verzögere mit den anderen Autos auf meiner Spur bis fast zum Stillstand und überlege mir dann, daß ich rechts ja viel schneller vorankäme.

3. Wo müssen Sie beim Befahren eines Kreisverkehrs blinken?

a) Beim Einfahren rechts, damit die anderen wissen, wie herum ich zu fahren gedenke.
b) Im Kreisverkehr links, um deutlich zu machen, daß ich auch weiterhin im Kreisverkehr zu fahren beabsichtige.
c) Beim Ausfahren sollte ich nicht blinken, um den dort wartenden Verkehrsteilnehmern ein Überraschungsmoment zu erhalten. Das verbessert deren Aufmerksamkeit.

4. Ein Lastzug blockiert an einer engen Kreuzung die Rechtsabbieger- und die Geradeausfahrer-Spur, um rechts abzubiegen. Wie reagieren Sie?

a) Ich drängle mich links neben den Lastzug auf die Geradeausfahrer-Spur. Auf der hat der eh nix verloren.
b) Ich mache meinem Unmut über diese Rücksichtslosigkeit durch lautes, anhaltendes Hupen Luft.
c) Ich warte bis zur Grünphase, um den abbiegenden Lastzug dann hupend und mit quietschenden Reifen zu überholen.

Auflösung: Wenn Du irgendwas angekreuzt hättest, dann solltest Du dringend eine Fahrschule besuchen, aber Du wirst auf der Fahrt dahin nicht besonders auffallen, denn von Deiner Sorte gibt es viele da draußen.