Schlabonskis Welt
17. Februar 2007
Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal, Umfragen — Dieter Schlabonski @ 12:54

Daß man gelegentlich mal in einen Fettnapf trapst, ist ja normal, und meistens kann man sowas dann ja auch mit einem Lächeln, einigen Worten der Entschuldigung oder einem Bier wieder geradebiegen. Die meisten sind da nicht soo nachtragend, schließlich ist es ihnen auch schon selber passiert.

Es gibt indes auch Fettnäpfe, aus denen man so schnell nicht wieder rauskommt. Wenn Dir sowas passiert, dann ist das Gespräch erstmal vorbei, und der Kontakt zum Gesprächspartner oft auch. Drei Beispiele, die ich nicht selber erlebt habe:

A: “Entschuldigen Sie bitte, meine Dame …”
B: (dreht sich um, tiefe Stimme) “Ja bitte?”
A: “Oh, Verzeihung … einen Moment lang dache ich, Sie wären eine Frau.”
B: “Ich bin eine Frau.”

C: “Hallo! Mensch, wir haben uns ja ewig nicht gesehen. Toll siehst Du aus, und schwanger bist Du auch?!”
D: “Nein, bin ich nicht.”

E: (beim Aufwachen) “Nein, ich bin nicht in Dir gekommen, Pete, ich schwör’s!”

Ja, die stammen vermutlich alle aus irgendwelchen Filmen (bei E weiß ich’s noch, das war Jay in “Dogma”). Im wahren Leben ist mir sowas noch nicht passiert, oder ich hab es zumindest verdrängt.

Wie sieht’s bei Euch aus? Habt Ihr sowas schon mal erlebt oder selber hingekriegt? Schreibt mir doch mal einen Kommentar, damit sich wenigstens wir anderen darüber amüsieren können.

9. Februar 2007
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 19:50

Ich hab ja lange versucht, Onkel Schäuble und seine Trojaner-Pläne geflissentlich zu ignorieren. Aber irgendwie erweist sich der Scheiß als zäher denn erwartet.

Nun soll also mal wieder das Grundgesetz geändert werden, um diesen lästigen nicht zu überwachenden “Kernbereich privater Lebensführung” loszuwerden. Zunächst wohl nur, soweit es die Computer-Festplatte betrifft — aber wenn die komplett auf Verdacht durchsucht werden kann, weil die bösen Terroristen ja sonst klug genug wären, ihre Daten genau in diesen vor dem Zugiff geschützten Bereichen zu verstecken, dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis irgendeiner damit kommt, daß die doch bestimmt auch klug genug sind, diese Daten auf, sagenwirmal, Papier zu verstecken. Oder gar *gasp* im eigenen Hirn! Wir brauchen Zugiff! Sofort! Auf ALLES!

Gut: ich gebe zu, bei mir würde der Bundestrojaner, so er denn auf meiner antiken Hardware nebst ebensolchem Betriebssystem überhaupt liefe, nicht viel Subversiveres finden als die Entwürfe für diese Weppßait hier. Und auch ‘ne Durchsuchung würde nicht viel mehr zutage fördern. Aber verdammt nochmal, das heißt doch nicht, daß mir das egal sein kann! Nennt mich meinetwegen blauäugig oder altmodisch, aber ich finde, daß das, was in meiner Wohnung, meiner Festplatte und meinem Hirn abgeht, erstmal nur mich was angeht.

Naja. Noch gibts ja einige Chancen dafür, daß Orwell.exe kläglich versanden wird: im Parlament, in der Softwareentwicklung, vorm Bundesgerichtshof, an seinen Systemvoraussertzungen oder zur Not halt daran, daß ich dann doch mal den ollen Atari TT wieder abstaube, hochfahre und mal kucke, wie man damit ins Netz kommt. Klar hab ich nix zu verbergen, aber das muß ja nu nicht jeder wissen.

Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 11:56

Und immer wenn man denkt, blöder gehts nicht mehr, kommt von irgendwo ein Ami her. Dieser heißt Kruger (nein, nicht Freddy, sondern Carl) und fordert allen Ernstes, Fußgängern den Gebrauch von Händis, MP3-Playern und ähnlichen Gerätschaften bei Strafe zu verbieten: seine Landsleute sind nämlich, so liest man, blöd genug, sich davon soweit ablenken zu lassen, daß sie ohne zu kucken in den Verkehr stolpern und von selbigem niedergemäht werden.

Dabei ist das doch gut und richtig so. So hat Darwin schon immer funktioniert: diejenigen Individuen, die dem Lebensraum (hier: verkehrsreiche Großstadt mit viel Elektronikgedöns) nicht angepaßt sind, sterben, eh sie sich vermehren, und so gewinnt der Genpool, global gesehen. Was ja dem amerikanischen eh mal guttäte.

Liest man indes weiter, so erfährt man, daß Herr Kruger die “große öffentliche Sicherheitskrise” aufgrund der stolzen Anzahl von drei (drei!) solcher Vorfälle innerhalb eines knappen halben Jahres in seinem Viertel herandräuen sieht. Herrjeh … gut, ich weiß jetzt nicht, wie groß ein New Yorker Viertel so ist, aber ich vermute mal so völlig ohne Hintergrundwissen, daß da mehr Leute wegen Herzkasper beim Joggen abnippeln.

Mit anderen Worten: Typisch Ami, erstmal alles verbieten.

Mal ganz abgesehen von den soziologischen und ökonomischen Auswirkungen ist aber das Verbieten eh der falsche Ansatz. Wozu leben wir denn in einer High-Tech-Welt? Da gehört einfach eine beliebige Kombination aus GPS, Bluetooth, WLAN und/oder sonstiger angesagter Funktechnik rein, die den Benutzer warnt, sollte er sich der Bordsteinkante und/oder einem sich schnell bewegenden Fahrzeug nähern. Die Technologie ist schließlich verfügbar, also muß sie auch eingesetzt werden! Es geht um Menschenleben! (Wenn auch vielleicht nur um drei …)

Hm. Ich sollte vielleicht lieber die Schnauze halten. Nachher machen die das noch wirklich.

3. Februar 2007
Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 04:44

Abgesehen davon ist damals sicher auch einiges zusammengebrochen, nur wird uns das nicht so bewußt, weil das, was heute noch steht von damals, eben gut gebaut ist und wir das unbewußt verallgemeinern. So schrieb ich neulich in einem Kommentar auf eines Lesers Vermutung, man habe im Mittelalter einsturzresistenter gebaut als heute.

Diese Theorie — daß uns nur deshalb früher alles besser gewesen zu sein scheint, weil wir das Schlechte von damals vergessen haben — erscheint mir außerordentlich plausibel, nicht nur im Bezug auf Gebäude. Jeden Tag klopfen Leute auf Oldtimer-Kotflügel und murmeln anerkennend “ja ja, das war noch Blech damals!”, und nur ausgesprochen selten erinnern sie sich an den 64er Taunus, den Vaddern anno ‘73 völlig durchgeschimmelt in den Schrott schmeißen mußte. Ja, die konnten noch Autos bauen damals — Autos, die alle 5000 km zur Inspektion mußten und bei denen 100.000 km mit dem ersten Motor trotzdem was Bemerkenswertes waren.

Oder Musik. Nur weil Teimleif, Radio 21 und Co. uns immer wieder dieselben rattengeilen paar hundert Superknaller der 60er bis 80er in die Gehörgänge blasen, tendieren wir dazu, sowas wie die Flippers oder Milli Vanilli zu vergessen. Dabei besteht durchaus berechtigte Hoffnung, daß 2030 auch Xavier “dieser Kahn wird kein Leichter sein” Naidoo nur noch ein paar eingeweihten Geschmacksektomierten ein Begriff sein wird.

Und bestimmt gab es auch zu Shakespeares Zeiten 99% beschissene Theaterschreiberlinge, zu Bachs Zeiten 99% beschissene Komponisten, zu Luthers Zeiten 99% beschissene Prediger undsoweiter undsofort. Irgendwie tröstlich, oder? Das Gute setzt sich durch. Irgendwann.

Wann geraten endlich die Stones in die verdiente Vergessenheit?