Schlabonskis Welt
9. February 2007
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 19:50

Ich hab ja lange versucht, Onkel Schäuble und seine Trojaner-Pläne geflissentlich zu ignorieren. Aber irgendwie erweist sich der Scheiß als zäher denn erwartet.

Nun soll also mal wieder das Grundgesetz geändert werden, um diesen lästigen nicht zu überwachenden “Kernbereich privater Lebensführung” loszuwerden. Zunächst wohl nur, soweit es die Computer-Festplatte betrifft — aber wenn die komplett auf Verdacht durchsucht werden kann, weil die bösen Terroristen ja sonst klug genug wären, ihre Daten genau in diesen vor dem Zugiff geschützten Bereichen zu verstecken, dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis irgendeiner damit kommt, daß die doch bestimmt auch klug genug sind, diese Daten auf, sagenwirmal, Papier zu verstecken. Oder gar *gasp* im eigenen Hirn! Wir brauchen Zugiff! Sofort! Auf ALLES!

Gut: ich gebe zu, bei mir würde der Bundestrojaner, so er denn auf meiner antiken Hardware nebst ebensolchem Betriebssystem überhaupt liefe, nicht viel Subversiveres finden als die Entwürfe für diese Weppßait hier. Und auch ‘ne Durchsuchung würde nicht viel mehr zutage fördern. Aber verdammt nochmal, das heißt doch nicht, daß mir das egal sein kann! Nennt mich meinetwegen blauäugig oder altmodisch, aber ich finde, daß das, was in meiner Wohnung, meiner Festplatte und meinem Hirn abgeht, erstmal nur mich was angeht.

Naja. Noch gibts ja einige Chancen dafür, daß Orwell.exe kläglich versanden wird: im Parlament, in der Softwareentwicklung, vorm Bundesgerichtshof, an seinen Systemvoraussertzungen oder zur Not halt daran, daß ich dann doch mal den ollen Atari TT wieder abstaube, hochfahre und mal kucke, wie man damit ins Netz kommt. Klar hab ich nix zu verbergen, aber das muß ja nu nicht jeder wissen.

Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 11:56

Und immer wenn man denkt, blöder gehts nicht mehr, kommt von irgendwo ein Ami her. Dieser heißt Kruger (nein, nicht Freddy, sondern Carl) und fordert allen Ernstes, Fußgängern den Gebrauch von Händis, MP3-Playern und ähnlichen Gerätschaften bei Strafe zu verbieten: seine Landsleute sind nämlich, so liest man, blöd genug, sich davon soweit ablenken zu lassen, daß sie ohne zu kucken in den Verkehr stolpern und von selbigem niedergemäht werden.

Dabei ist das doch gut und richtig so. So hat Darwin schon immer funktioniert: diejenigen Individuen, die dem Lebensraum (hier: verkehrsreiche Großstadt mit viel Elektronikgedöns) nicht angepaßt sind, sterben, eh sie sich vermehren, und so gewinnt der Genpool, global gesehen. Was ja dem amerikanischen eh mal guttäte.

Liest man indes weiter, so erfährt man, daß Herr Kruger die “große öffentliche Sicherheitskrise” aufgrund der stolzen Anzahl von drei (drei!) solcher Vorfälle innerhalb eines knappen halben Jahres in seinem Viertel herandräuen sieht. Herrjeh … gut, ich weiß jetzt nicht, wie groß ein New Yorker Viertel so ist, aber ich vermute mal so völlig ohne Hintergrundwissen, daß da mehr Leute wegen Herzkasper beim Joggen abnippeln.

Mit anderen Worten: Typisch Ami, erstmal alles verbieten.

Mal ganz abgesehen von den soziologischen und ökonomischen Auswirkungen ist aber das Verbieten eh der falsche Ansatz. Wozu leben wir denn in einer High-Tech-Welt? Da gehört einfach eine beliebige Kombination aus GPS, Bluetooth, WLAN und/oder sonstiger angesagter Funktechnik rein, die den Benutzer warnt, sollte er sich der Bordsteinkante und/oder einem sich schnell bewegenden Fahrzeug nähern. Die Technologie ist schließlich verfügbar, also muß sie auch eingesetzt werden! Es geht um Menschenleben! (Wenn auch vielleicht nur um drei …)

Hm. Ich sollte vielleicht lieber die Schnauze halten. Nachher machen die das noch wirklich.