Schlabonskis Welt
31. März 2007
Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 10:26

Strawberries, cherries and an angel’s kiss in spring
My summer wine is really made from all these things

Da hab ich dann das Radio ausgeschaltet. Das erstemal. Nur leider ist dieses, räusper, Lied, hust, derart penetrant im Äther dieser Tage, daß ich leider nicht umhin kann, mich darüber doch noch mal ausführlicher aufzuregen.

Denn so unglaublich es scheinen mag, die Schmerzen beginnen schon beim allerersten Wort. Leute: wie man “strawberry” ausspricht, nämlich mit langem betonten “straw”, fast schon verschliffenem “ber” und kurzem unbetonten “ry”, das sollte ein halbwegs gebildeter Mensch doch schon seit der Beatles immerwährenden Erdbeerfeldern begriffen haben. Aber nein, hier wird die zweite Silbe betont, damit es sich auch auf “cherries” reimt. Was mitten in der Zeile eigentlich gar nicht not tut.

Und wenn dann trotzdem gerade so etwas wie, naja, Interesse wäre zuviel gesagt, aber vielleicht doch milde Neugier aufkommen will, kommt die zweite Zeile daher und haut einem mit dem Holzhammer namens “really” die Finger platt, bis das Versmaß wieder paßt. So ein Gewürge!

Gut: solche Zeilen können den Besten passieren, hin und wieder mogelt man schon mal mit der Betonung oder baut jämmerliche Füllwörter ein, aber doch bitte nicht in den allerersten beiden Zeilen, die dann auch noch alle Naselang wiederholt werden, weil sie wohl den Refrain vorstellen sollen!

Dann habe ich aber doch noch ein wenig recherchiert und festgestellt: das Ding ist alt. Uralt. 1968 — ob man da in den Kreisen von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood die Beatles schon als Autorität in Aussprachefragen begriffen hat, darf bezweifelt werden. Somit verlagert sich mein Zorn auch mal wieder auf die Spinner der Musikindustrie.

Denn mit “These Boots Are Made for Walking” und “Something Stupid” wurden ja in den letzten Jahren bereits zwei zugegebenermaßen ziemlich geile Stücke von Nancy Sinatra wieder ausgebuddelt und weder besonders schlecht noch besonders erfolglos neu interpretiert. Prima, dachte sich da dann wohl so ein Spinner, das ist eine Erfolgsformel. Was hat die Nancy denn noch so gemacht, was man mal covern lassen könnte? Haben sie halt dieses furchtbare kleine Liedlein hier gefunden. Mir graust, mich schaudert, bei dem Gedanken, was da noch so in verdientermaßen vergessenen Archiven schlummern mag.

Sowas kommt davon, wenn man den Hals nicht voll genug kriegen kann. Auch an Erdbeeren (egal ob richtig betont oder nicht) und Kirschen kann man sich den Magen verderben. Wohl bekomm’s!

Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Wahnsinn im Alltag, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 07:36

Da druckt mir doch Arc*r auf den Umschlag mit meiner Telefonrechnung folgenden Hinweis: “Die Arc*r-Einzugsermächtigung: Nie mehr an die Rechnung denken!”

Da kann man mal sehen, daß da kein Mensch hintersitzt, sondern nur ein dummer Computer. Ich mein, das ist doch fast ne Frechheit! Das mir! Als ob mir das je passiert wäre!

An die Rechnung zu denken, meine ich. Wofür gibt’s Mahnungen?

2. März 2007
Abgelegt unter: Allgemein, Geschichten — Dieter Schlabonski @ 16:36

Dieser Witz ist wirklich recht alt, und auch wenn er nicht schlecht ist, rechtfertigt er allein diesen Beitrag nicht:

Ein Mensch verfliegtfährt sich in einem Heißluftballon und hängt irgendwann in Flaute, Nebel und Ratlosigkeit über einer grünen Wiese, als er eines Spaziergängers gewahr wird, welcher ebenjene überquert. Es entspinnt sich folgender Dialog:

- Hallo, Sie da unten!
- Hallo!
- Ich hab da mal ne Frage: Wo bin ich?
- Sie sind in einem Heißluftballon über einer grünen Wiese.
- (Kurzes, ratloses Schweigen.) Sie sind Informatiker, stimmt’s?
- Woher wissen Sie das?
- Ihre Antwort war völlig korrekt, aber zu nichts zu gebrauchen.

Soweit kennt man ihn. Aber die Retourkutsche des Informatikers macht ihn denn doch noch erzählenswert, finde ich:

- Hm. Sie sind aus dem Management, kann das sein?
- Äh. Ja. Woher wissen Sie das?
- Sie haben sich aus eigenem Antrieb in eine blöde Situation manövriert. Jetzt wissen Sie nicht, wo sie sind oder was sie da wollen, geschweige denn wie Sie da wieder rauskommen sollen. Sie kommen zu mir, stellen mir eine extrem vage Frage und erwarten als Antwort eine Lösung Ihrer Probleme. Sie bekommen immerhin eine korrekte Antwort, können damit aber nichts anfangen und stehen genauso blöd da wie vorher — nur: jetzt bin ich auf einmal schuld!