Schlabonskis Welt
13. Oktober 2008
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 10:41

Nun ist er also durch, der “Gesundheitsfonds”, den viele indes als “Gesundheitsfond” bezeichnen, wohl weil er ähnlich durchsichtig scheint wie ein solcher.

Im Ernst: die Logik hinter der Geschichte muß mir erstmal einer erklären. Man will von der Konkurrenzsituation weg, daß jede Krankenkasse ihre Beiträge selber kalkulieren kann und dann mit dem geringeren Beitragssatz ihrer Konkurrenz die Mitglieder abwirbt. Also macht man einen Einheitsbeitrag, wirft alles in einen großen Topf und versorgt daraus die Kassen nach Bedarf. Schön und gut; nur: erstens ist der Einheitsbeitrag höher als der vormalige Durchschnitt (was selbstverständlich üüü-beeer-haaaupt nichts mit dem gesundheitsfondsbedingten Mehraufwand zu tun hat, so wird uns versichert, sondern mit … äh … mit … ichmußweg), und zweitens können einzelne Kassen, wenn die Kohle nicht reicht, von ihren Versicherten zusätzliche Beiträge fordern! Mit anderen Worten: es wird für (fast) alle teurer, aber gerecht wird es davon nicht.

Großartig umgesetzt, wirklich.

12. Oktober 2008
Abgelegt unter: Allgemein, Geschichten, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 21:12

Mal wieder so eine Geschichte, die ich irgendwo las und nicht mehr weiß wo:

Pinguine (also die Viecher, nicht die Linux-Maskottchen) sind wohl vom Anblick von Flugzeugen äußerst fasziniert. Daraus ergab sich dann folgende vielleicht ein bißchen gemeine, im Ganzen aber doch einigermaßen harmlose Freizeitbeschäftigung antarktischer Kleinflugzeugpiloten:

Zunächst fliegt man gaaanz langsam knapp jenseits der Küstenlinie von rechts nach links an einer Pinguinkolonie vorbei. 10.000 Pinguine drehen gaaanz langsam den Kopf von rechts nach links: Boooooah, kuck ma, ‘n Fluchzeuch. Außer Sichtweite dreht man um und fliegt zurück. 10.000 Pinguine drehen gaaanz langsam den Kopf von links nach rechts: Boooooah, kuck ma, noch’n Fluchzeuch. Sodann fliegt man weit aufs Meer raus und dann von See her direkt auf die Pinguinkolonie zu (und über sie hinweg). 10.000 Pinguine legen gaaanz langsam den Kopf in den Nacken: Boooooah, kuck ma, ‘n Fluuuuu…huch! und fallen gaaaanz langsam auf den Rücken. :-)

4. Oktober 2008
Abgelegt unter: Allgemein, Geschichten, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 11:40

Oft passiert es ja nicht, daß ich die Club-Szene frequentiere, aber ab und zu dann eben doch mal. So auch letzttach, wo sich mal wieder bewahrheitete, daß das Leben immer noch in der Lage ist, skurriler zu sein als die Kunst.

Kommt doch dieser Kerl, Typ vorurteilskonformer Südosteuropäer, Anfang bis Mitte 20, zwar nicht unansehnlich, aber von sich selbst viel zu überzeugt, um attraktiv zu sein (so zumindest die Einschätzung des anwesenden Weibsvolks), auf das ebenfalls recht ansehnliche Mädel an der Bar zustolziert und äußert ohne jegliche vorherige Begrüßung, Vorstellung oder sonstigen Anflug von Höflichkeit eine Frage, die ich so bisher nur bei Kaya Yanar gehört und darob für frei erfunden gehalten hatte:

“Ey, was sagst du zu nem kleinen Fick?”

Das Mädel, offenbar nicht nur ansehnlich sondern auch gewitzt, antwortete denn auch korrekt nach Drehbuch:

“Geh weg, kleiner Fick.”

Und als wäre das noch nicht blamabel genug gewesen (und das allenthalben zu sehende Grinsen in den Gesichtern zeigte: doch, das war es eigentlich schon), entblödete sich dieser Typ doch tatsächlich zum Versuch einer Gegenrede:

“Ey, isch glaub du hast misch da falsch verschtanden …”

und, ins unüberhörbar aufkommende Hohngelächter hinein, laut genug, daß er’s nie wird leugnen können:

“… ISCH BIN KEIN KLEINER FICK!”

3. Oktober 2008
Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 17:46

“Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand: Jeder glaubt, er habe genug davon.” Das soll angeblich der gute Descartes gesagt haben; egal wer’s war, der Schöpfer dieses Ausspruchs jedenfalls hatte in der Tat genug davon. Was nicht unbedingt auf jeden zutreffen mag, aber auch damit erzähl ich ja nix Neues.

Was ich aber erst dieser Tage las, und zwar hier, ist folgende Beobachtung:

* Wer schlau ist, schätzt seine eigene Schlauheit meist ziemlich korrekt ein.
* Wer dumm ist, überschätzt seine eigene Schlauheit.
* Wer dumm ist, unterschätzt aber auch die Schlauheit der anderen.
* Wer schlau ist, überschätzt hingegen die Schlauheit der anderen.

Mit anderen Worten: Dieser Studie zufolge tendieren schlaue Leute eher dazu, zu denken “wenn ich das begreife, begreift es ja wohl jeder, is doch nich so schwer”, wohingegen dumme Leute eher in die Richtung von “mann sind die alle blöd, die begreifen es nicht, dabei isses doch so einfach” denken (und dabei natürlich falsch liegen: es ist nicht so einfach, und die anderen begreifen es vermutlich sogar, bloß denken sie eben genau deswegen anders drüber).

Das ist natürlich eine eher ungesunde Tendenz, weil es die Dummen zumindest leicht bevorteilt. Viel besorgniserregender fand ich aber, daß ich selber tendenziell auch eher die anderen für blöd halte — das spricht demnach nicht unbedingt dafür, daß ich so schlau bin, wie ich zu sein glaube.

Ach Quatsch — die Leute, die diesen Schwachsinn rausgefunden haben wollen, haben doch alle keine Ahnung!