Schlabonskis Welt
31. Januar 2009
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 15:54

Da bestell ich mir doch zu meinem Döner (weil Döner macht schöner) an einer kleinen Straßenrand-Dönerbude mitten im tiefen Osten eine Cola, und was krieg ich? Klar krieg ich ne Cola, aber zu meinem Erstaunen ist es eine orregenool US-amerikanische Classic Coke in einer orregenool US-amerikanischen Dose. Wasisdasdenn? Der Grund liegt im Dosenpfand, so wird mir gesagt: ausländische Coladosen sind pfandfrei.

Ja nee, is klar.

Ich mein, wie krank ist das denn? Da werden Coladosen über den Atlantik geschippert (hoffentlich nicht geflogen), um hier das Gewürge mit dem Pfand zu sparen?! Mit´m Sprinter aus Holland geholt hätt ich ja schon seltsam gefunden, aber daß wir die Cola jetzt schon aus Übersee importieren, das zeigt ganz klar: Transporte aller Art sind viel zu billig.

Daß das Dosenpfand selber auch ein Schuß in den Ofen ist und dafür gesorgt hat, daß die Mehrwegquote mittlerweile glorreich unter 50% gefallen ist, weil wenn ich eh Pfand zahlen soll (und wiederbekomme), dann kann ich auch die (leichteren, billigeren, in Folie zusammengeschweißten) Einwegflaschen nehmen, statt mich mit Kästen voll unnötig schwerer, unnötig teurer Mehrwegflaschen abzuplagen, darüber brauchen wir hier nicht zu reden (das ist nämlich genug Material für einen eigenen Beitrag). Eine Einwegpflaschen*abgabe*, das hätte funktionieren können. Vielleicht. Aber da war ja wieder die Getränkeindustrie vor.

Schauen wir mal, was ihnen als nächstes einfällt. Verschrottungsprämie für ausländische Coladosen oder so.

29. Januar 2009
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 22:34

Ich kann’s nicht mehr hören. Das Gebettel aller möglichen Privatradiios, doch bitte für nur 50 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz (aber s.o.) an ihren ach so tollen Gewinnspielen teilzunehmen, um so (gasp) fünfzichtausend Euro!!! zu gewinnen und so der Wirtschaftskrise die kalte Schulter zu zeigen. Na wunderbar.

Mal abgesehen davon, daß man vermutlich eher vom Blitz getroffen wird, als da durchzukommen — merke ich mal wieder als einziger, daß das eine Riesen-Abzocke ist? Rechnen wir doch mal. Marktanteil von $DUDELSENDER: sagen wir mal 5%. Anteil von Idioten, die in einer gegebenen Stunde auch nur einmal die Abzocknummer wählen: sagen wir mal ebenfalls 5%. Einwohner von Niedersachsen und umliegendem Einzugsgebiet des Senders: rund 10 Millionen. Anteil, den die Telekom an den Eigner der Abzocknummer ausschüttet: wenn ich richtig informiert bin, ca. 50%. So, und wenn wir das alles mit den nur 50 Cent plutimizieren, kommen immerhin 7.500 Euro raus.

Pro Stunde. Vorsichtig geschätzt.

Das heißt: selbst wenn da täglich wer die (gasp) 50.000 Euro gewänne, würden sie noch Kohle machen mit der Nerverei. Da nach meiner streng nichtrepräsentativen unwissenschaftlichen Beobachtung aber allenfalls pro Woche mal einer gewinnt, wenn so oft, reden wir schon von einigen 100.000 Euro Gewinn pro Woche. Nicht schlecht. Wenn ich mal groß bin, werde ich auch Dudelsender von Beruf.

Bis dahin muß ich aber wohl weiter das allstündlich mehrfach identisch wiederholte Geseiher, gestoppt mehr als 10% der Sendezeit, ertragen, wenn ich keinen Bock auf Cassette (jaja, Steinzeit, ich weiß), Stille oder Selbersingen habe. Vielleicht sollte ich mir mal einen Antennenverstärker besorgen, damit ich auch andere Sender zuverlässig reinkriege … aber das ist wieder eine andere Geschichte und auch eine, die hier nicht hingehört.

26. Januar 2009
Abgelegt unter: Allgemein, Trips und Ticks — Dieter Schlabonski @ 21:58

Als kleinen Service für unsere Leser bieten wir an dieser Stelle ja gelegentlich Tips und Kniffe, mit denen das Leben einfach leichter wird. Heute: wie kann ich einen homöopathisch einwandfreien Wirkstoff herstellen, ohne stundenlang mit Pipetten und Wasserflaschen rumzumurksen? Als Beispiel möge ein Wirkstoff auf der Basis von handelsüblichem Tee gleich welcher Sorte dienen.

Wir brauchen

  • Tee natürlich (oder sonstwas, wovon Sie sich eine Wirkung versprechen; was genau und welche Wirkung das sein soll, bitte anderswo eruieren, ich halt mich da raus und verweise auch auf untenstehende Warnung)
  • eine Teekanne (notfalls geht auch sonst irgendein Behältnis, aber wo bleibt denn da der Stil?)
  • soviele Teetassen (oder sonstige Behältnisse, s.o.) wie zu behandelnde Personen; passende Untertassen sind optional, wir wollen es mit dem Stil ja auch nicht übertreiben
  • eine zum Erwärmen von Wasser geeignete Apparatur gleich welcher Funktionsweise
  • ein möglichst genau gehendes Thermometer ohne nennenswerte Verzögerung der Anzeige, dessen Temperaturfühler in die Apparatur (s.o.) paßt
  • Wasser (ob gekauft oder aus der Leitung, gefiltert, abgekocht, linksdrehend durch esoterische Aufbereitungsanlagen gepumpt oder einfach so, sei Ihnen überlassen, auch da halt ich mich raus)
  • Milch und Zucker nach Geschmack

Vorgehensweise

Zunächst gilt es, aus dem handelsüblichen Gebinde von Tee die für unsere Zwecke benötigte Menge zu extrahieren. Dazu ist es erforderlich, jegliche Verpackung, die den eigentlichen Tee als solchen umschließt, restlos zu entfernen. Es kann sich dabei um alle möglichen Arten von Verpackung handeln: Kartonagen (teilweise in Folien eingeschweißt), Gläser, Dosen, Papier- oder Kunststofftüten und dergleichen mehr. Eine abschließende erschöpfende Behandlung der Vorgehensweise zu ihrer Entfernung ist daher hier schon aus Platzgründen nicht möglich; daher nur soviel: nicht verzagen, nicht aufgeben und nicht vor der Anwendung auch unorthodoxer Werkzeuge wie etwa Hammer und Meißel zurückschrecken! Lediglich vor Feuerzeugen, Lötlampen u.ä. sei gewarnt: allzuleicht ist der Tee selbst ein Opfer der Flammen geworden.

Sollte sich übrigens statt des erwarteten bräunlichen Gebrösels lediglich eine Anzahl Stofftütchen mit Fäden dran in der Verpackung finden, keine Bange: der Tee ist in diesen Tütchen, Sie sind also schon fast am Ziel! Finden Sie hingegen eher beigefarbene Körnchen vor oder ein Pulver, so haben Sie Instant-Tee erwischt; dieser ist für unsere Zwecke, da wasserlöslich, leider unbrauchbar.

Sodann nehmen wir eines (keinesfalls mehr!) der braunen Bröselchen zur Hand und verwahren es an einem Ort, wo wir es im später folgenden entscheidenden Moment garantiert wiederfinden.

Kommen wir nun zum Wasser. Dieses wird in der benötigten Menge (Faustregel: rund 0,2-0,3 Liter/Person) in die zum Erwärmen verwendete Apparatur gefüllt und diese nach Gebrauchsanweisung in Betrieb gesetzt. Dabei bitte unbedingt auf etwaige Verletzungsgefahren selbsttätig achten! Wir lehnen jede Verantwortung für eventuelle Folgeschäden strikt ab.

Sobald das Wasser eine deutlich höhere Temperatur als die Umgebungsluft hat, kann die Apparatur wieder außer Betrieb gesetzt werden. Mit Hilfe des Thermometers ermitteln wir nun die Raumtemperatur, setzen den Temperaturfühler anschließend in das soeben erwärmte Wasser ein und warten, bis dessen Temperatur genau 0,5°C über der Raumtemperatur liegt.

Inzwischen haben wir genug Zeit, die Teekanne für den entscheidenden Moment vorzubereiten. Daß sie innen vollkommen sauber und frei von Verfärbungen ist, sei vorausgesetzt; es genügt, das oben verwahrte braune Bröselchen im Innern der Kanne zu plazieren. Außerdem sollte ein Löffel oder eine Pinzette bereitliegen.

Hat das Wasser inzwischen die Zieltemperatur erreicht? Dann kommen wir jetzt zum entscheidenden Moment: dem des Aufgießens. Dazu füllen wir das erwärmte Wasser zügig und ohne Plempern von der Apparatur in die Teekanne um. Jetzt hängt alles vom zügigen weiteren Vorgehen ab: mit Löffel oder Pinzette fischen wir das braune Bröselchen so schnell wie irgend möglich wieder aus der Kanne, ehe es eine allzu starke Reaktion mit dem Wasser eingeht. Von diesem Schritt hängt die homöopathische Reinheit unseres Wirkstoffes entscheidend ab, also bitte nicht trödeln!

Der Rest ist Routine: Einschenken des Homöopatees in die Teetassen, nach Geschmack bis zu einem halben Tropfen fettarmer (!) Milch und ein bis allerhöchstens zwei Krümelchen Zucker beigeben, umrühren und dann: wohl bekomm´s!

Warnung

Auch bei sorgfältiger Beachtung der beschriebenen Vorgehensweise kann nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, daß einzelne Tee-Moleküle sich im Wirkstoff wiederfinden. Das ist nach herrschender Leermeinung in der Homöopathie entweder schlimm oder nicht, je nachdem, wen man fragt; jedenfalls eignet sich, und darauf sei ausdrücklich hingewiesen, die beschriebene Methode nicht zur Zubereitung von Wirkstoffen auf Basis von nach gängiger Schulmedizin als giftig geltenden Zutaten. Etwaige gesundheitliche Schäden, die aus der Nichtbeachtung dieser Warnung entstehen, gehen einzig und allein auf Ihre Kappe; ich wasche meine Hände in Unschuld!

Ausblick

Nächste Woche erklären wir dann, wie hochreine homöopathische Wirkstoffe hergestellt werden. Dazu besorgen Sie sich am besten schon mal ein absolut luft- und wasserdicht verschließbares, aber durchsichtiges Behältnis; da hinein kommt dann der Tee (oder die sonstige Zutat). Sollten Sie sowas nicht auftreiben können, grämen Sie sich nicht: notfalls tut´s auch ein gutes Foto der Zutat, Wasser ist da nach unserer Erfahrung recht einfach zu verarschen.

Bis denne!
  Ihr Dieter Schlabonski.

16. Januar 2009
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 20:33

Eigentlich hätte man´s wissen müssen, daß Tante Merkels tolles tolles Konjunkturpaket wieder mal nix taugen würde. Einerseits werden mit großer Geste Entlastungen auf gehobenem Taschengeldniveau unters Volk geschmissen (Krankenkassenbeiträge, erst neulich derbe erhöht, jetzt ein bißchen gesenkt — danke! Ein paar Euro weniger Einkommenssteuer — ja, genau, das bringt’s! Und vor allem bevorzugt´s nicht wieder in unangemessener Weise die Geringverdiener, das kann man sich als CDU ja auch nicht leisten…), andererseits werden mit noch größerer Geste etwas größere Beträge denen zugeschoben, die sie eigentlich nicht brauchen. 100 Euro Einmalzahlung für jedes Kind — klar, das sind ja auch die Konsumenten schlechthin. Und natürlich 2.500 Euro Abwrackprämie für all jene, die jetzt beim Kauf eines Neuwagens ihren mindestens neunjährigen “Altwagen” verschrotten lassen, statt ihn zu verkaufen, egal ob an ärmere oder geizigere Landsleute oder nach Timbuktu.

Besonders letztere bringt mich, wer hätte das geahnt, mit einiger Zuverlässigkeit auf die Palme. Den grundsätzlichen Fehler, solch eine Prämie für ökologisch sinnvoll zu halten, habe ich ja schon in grauer Vorzeit mal angesprochen, als sie nur von Ford gezahlt wurde und nicht vom Staat. Aber gut, geschenkt, es geht ja nicht um die Umwelt, es geht um die Wirtschaft. Fördern wir also all jene, die jetzt ihren (den Werkstätten immer wieder treu Aufträge bringenden) leicht altersschwachen Mondeo verschrotten lassen und ihn durch einen Dacia, Suzuki oder Kia ersetzen. Das wird der deutschen Wirtschaft bestimmt guttun.

Und hätte man ein funktionierendes Ökodeckmäntelchen haben wollen für diese arg ungezielte Wirtschaftsförderungsmaßnahme, es wäre doch so einfach gewesen: man berechne einfach den CO2-Ausstoß (um das aus der Mode gekommene Wort “Verbrauch” zu vermeiden) des Neuwagens, bilde die Differenz zu dem des “Altwagens” und prämiere nur dann (und umso üppiger wie) ersterer letzteren unterschreitet. Und schon hat sich´s was mit Golf 2 1.3 ersetzen durch Tiguan 2.0 und sich den neuen, übergewichtigen Spritfresser noch vom Staat fördern lassen. Als Nebeneffekt würden von den diversen jetzt mal wieder existenzbedrohten Youngtimern (Autos zwischen Gebrauchtwagen- und Oldtimerdasein) bevorzugt die Klimakiller vom Schlage eines 500 SE oder Senator 3.0 aussterben und nicht so sehr die eigentlich ja auch heute noch recht vernünftig alltagstauglichen Polo 1.4 oder 316i, weil es für deren Eintausch eben so gut wie keine Prämie gäbe.

Wie einige Leser wissen, mache ich ja seit nunmehr acht Jahren den Selbstversuch mit einem damals 13-, heute also 21-jährigen Golf 2, der mir damals für 200 Mark zugelaufen war. Ergebnis: klar sähe ich die seither in Reparaturen investierten 3.000 Euro nie wieder, es sei denn als Abwrackprämie, aber dafür bin ich in der Zeit auch 140.000 km gefahren mit dem Ding, bei Verbrauchswerten um die acht Liter. Inzwischen erfüllt er sogar die Schadstoffklasse D3/Euro2, hat an die 380.000 auf der Uhr und macht nicht den Eindruck, das Experiment vorzeitig beenden zu wollen. Doch, wenn ich mir das so anseh, kann ich schon verstehen, daß die Autoindustrie Angst vor den eigenen Qualitätsprodukten vergangener Zeiten bekommt und ihre Gehilfen aus Berlin mit Gewalt dazu nötigt, jene mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in die Presse zu befördern, ehe sie auch noch 30 werden und die Weihen der beinahigen Unsterblichkeit in Form eines Oldtimerkennzeichens bekommen können.

Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 19:48

Hach, was können sich die Ökofuzzis alle wieder aufregen über Audis neuesten politisch inkorrekten Dampfhammer, den recht sperrig benamsten Q7 V12 TDI. Gut, okay, ein SUV mit 2,6 Tonnen Lebendgewicht, zwölf Zylindern und 500 PS ist nicht das, worauf die Welt gewartet hat — und der Q7 als solcher hat ja auch schon hier sein Fett abbekommen –, aber zumindest bei mir überwiegt die Faszination über der Welt stärksten PKW-Seriendiesel (!) und über die Tatsache, daß der auch nicht mehr verbraucht als ein kräftig getretener Mittelklassewagen, bei Weitem die Sorge über die geschundene Umwelt, die die paar hundert Audi-Triple-Whopper XXL mit extra allem und doppelt Fleisch kaum bemerken wird. Im Gegensatz zu Millionen von Passat 2.0 TSI jedenfalls.

Komisch, aufgeregt wird sich immer nur über die symbolischen Sünder, aber die vielen kleinen Sünderlein bleiben unerwähnt, obwohl die in der Summe bestimmt kräftiger ins Kontor schlagen. Ich will hier heute nur zwei Beispiele erwähnen. Das eine ist die Seuche der sogenannten “digitalen Bilderrahmen”, die es endlich ermöglichen, statt einer Handvoll gleich die paar 100 schönsten Fotos sabbernder Kleinkinder auf dem Schreibtisch zu bewundern, ohne daß der vor lauter Vermehrungsdevotionalien nicht mehr als solcher zu taugen droht. Es ist zum Haareausraufen: endlich werden PCs mal sparsamer, da denken sie sich neue Stromfresser aus, die nicht mal in den Standbymodus gehen, weil man sie ja ständig “benutzt”, sprich alle paar Minuten mal zufällig den Blick drauffallen läßt. Stolze Leistung!

Der andere Aufreger diesen Winter sind diese Heizstrahler, die jedes zweite Cafe, Eis- eingeschlossen, unter seine Sonnenschirme dübelt, um auch in der (diesmal ja wieder erstaunlich) kalten Jahreszeit der bibbernden Kundschaft den fotogenen Verzehr ihrer Latte Matschiatos im vollen Leben der Fußgängerzone zu ermöglichen. Zu meiner Zeit wurden die Möbel im Winter reingeholt, die Eiscafes im Zweifel auch schon mal dichtgemacht. Vorbei! Wir heizen stattdessen die Innenstadt. Wir haben’s ja anscheinend.

15. Januar 2009
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 12:11

Und immer wenn man denkt, blöder geht´s nicht mehr, kommt von irgendwo ein Ami her. Diesmal sogar nur stellvertretend für seine Kollegen aus dem wahren Leben ein Film-Ami, nämlich aus “Ocean´s Eleven”, aber da es darum geht, was er sagt, laß ich das mal trotzdem gelten, denn die werden sich das kaum ausgedacht haben da in Holliwutt.

Was sagt er denn so Schlimmes? Nun, er sagt (am Telefon) zunächst einfach “No”; sein (nicht hörbarer) Gesprächspartner fragt daraufhin irgendwas anderes, und er möchte dieses nun noch entschiedener verneinen, also ein “Ganz bestimmt nicht” oder sowas. Wie geht das im Englischen? Nun, meine Wahl “Certainly not” klingt zugegebenermaßen ein wenig britisch, aber statt “certainly” kann man ja gerne “definitely”, “absolutely” oder als Ami meinetwegen auch “surely” sagen. Er aber sagt — und jetzt bitte festhalten: “Very much no”.

“Sehr viel nein.”

Okay okay, vielleicht klingt das im Deutschen noch mehr nach Babysprache als im Amerikanesischen, aber herrjeh. “Gehn wir zu Börgerking?” — “Nein.” — “… oder zu MäckDonnels?” — “Sehr viel nein.” Da kriegt man doch das kalte Kotzen, und das nicht nur wegen der Restaurantauswahl.

Findet jedenfalls
   Euer Dieter Schlabonski.

10. Januar 2009
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 18:53

Hach, was stöhnen sie alle über die angeblichen sibirischen Wetterverhältnisse in den letzten Tagen. Ja, zugegeben, minus 28 Grad (von denen berichtet wurde) oder auch die minus 19, die ich selber erleben durfte, sind schon eine einschneidende Ansage, wenn man für übliche norddeutsche Winter (also plus drei Grad und Nieselregen) gekleidet ist, was ich in meiner grenzwertigen Intelligenz natürlich auch prompt geschafft hatte; aber Leute, ganz ehrlich: sibirisch ist anders. Sibirisch ist, wenn das Kondensat der eigenen Atemluft Eiszapfen im Bart bildet, Motoren die ganze Nacht durchlaufen müssen (anderenfalls sie einfrören) und die Leute ganz ohne Räum- und Streudienst klarkommen, nicht wie hier, wo die eine Hälfte im leichtesten Schneegrissel schon bloß noch 40 sich zu fahren traut und die andere mit 120 Slalom um die erste fährt und prompt im Graben landet als gefundenes Fressen für die Presse, die mal wieder die “katastrophalen Straßenverhältnisse” bildlich dokumentieren kann. Komisch, ich bin mit meinem sommerbereiften, natürlich nicht vierradgetriebenen 40-Tonner nur einmal ein wenig ins Rutschen gekommen diesen Winter (toi toi toi), und das war beim Abbiegen auf einen tiefverschneiten Parkplatz, also selber schuld.

Also Leute, spart Euch ein wenig die Panikmache, so schlimm ist es gar nicht da draußen. Und in ein paar Wochen ist eh wieder Frühling.

Hofft jedenfalls
   Euer Dieter Schlabonski.

7. Januar 2009
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 19:12

Gemerkt? Nein, nicht das Ulrich-Roski-Zitat im Titel, sondern der brutale Grammatikschnitzer dortselbst ist gemeint. Leider ist das einer der meistverbreiteten, wenn nicht meistverbreitesten ;-) solchen. Ich erspare mir und Euch, hier Beispiele zu nennen, denn diese würden nur ihre Verwender ungerechtfertigterweise gegenüber den Tausenden herausheben, die das genauso machen, aber hier nicht genannt würden. Achtet mal drauf: wirklich so gut wie niemand redet von “Radio Gaga, dem neuen Blahsender” oder “Murkelmarkt, Ihrem Experten für Ramsch und Plunder”, wenn er solche Begriffe im dritten Fall verwendet. Dabei predigen doch seit Jahrzehnten alle möglichen sich dazu berufen Fühlenden: Rettet dem Dativ! Aber wie es scheint, ist es eh schon zu spät. Bin mal gespannt, wann der Duden seinen Segen gibt …

6. Januar 2009
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 18:09

Ja, der Gag ist aus dem vorherigen Artikel geklaut, aber ich dachte mir, ich klarifiziere doch noch mal lieber meine Meinung zu dem rot-rot-grünen Hessendebakel (als ob´s wen interessieren würde … aber egal).

Ad 1: Ich finde es mittlerweile nicht mehr lächer-, sondern vielmehr höchst ärgerlich, wie sich durch die Bank alle etablierten politischen Parteien in diesem unseren Lande nach wie vor erdreisten, die Linke von vornherein als Koalitionspartner ausschließen zu können. Ich mein, die Wählerzahlen sind doch deutlich! Wie lange kann man einen solchen Anteil des Volkes und seinen Willen bei der Regierungsbildung eigentlich ignorieren? Zumal, solange man solches tut, die Chance für funktionsfähige nicht-Große Koalitionen eher mau ist, weil genau die Stimmen, die jedes der Lager zu einer funktionierenden Mehrheit braucht, eben bei den Linken gelandet sind. Das haben wir ja auch in Hessen schön beobachten können.

Ad 2: Unabhängig davon hat sich das Yps, wie ich Frau Ypsilanti mittlerweile als Kurzform nenne, aber selbstverständlich an die eigenen Wahlversprechen zu halten. Und wenn sie eben bescheuert genug ist, zu versprechen, nix mit den Linken anzufangen, dann ist es schon ziemlich schuftig, sich dann anschließend mit deren Stimmen zur Ministerpräsidentin wählen lassen zu wollen. Wohlgemerkt: ich fände eine rot-grüne Minderheitsregierung mit linker Duldung nicht unkuhl, aber nicht, wenn man vorher groß getönt hat, sowas komme ja üüüberhaupt nicht in Frage käme das ja nicht.

Ad 3: Die Art, wie das ganze dann gescheitert ist, nämlich an fehlenden Stimmen aus den eigenen Reihen, ist schon ganz in Ordnung so. Leicht stirnrunzelig wird mir nur bei der Frage, inwieweit man den Beschluß des eigenen Parteitags, der ja mit überwältigender Mehrheit für die geduldete Minderheitsregierung war, hätte berücksichtigen müssen. Tritt man nicht üblicherweise eher als Abgeordneter zurück, wenn die Partei in eine andere Richtung will als man selber? Eleganter wäre es jedenfalls gewesen, vor dem Parteitag klarzustellen, daß die Chose an der Zustimmung einiger SPD-Abgeordneten scheitern wird, damit solch Beschlüsse dann gar nicht erst hätten gefaßt werden müssen. So hintenrum abmurksen ist jedenfalls nicht die feine englische Art.

Fazit: Nein, mit Ruhm bekleckert hat sich in diesem Debakel echt keiner. Hoffen wir mal, daß die Hessen jetzt nicht die Schnauze voll haben von Rot in allen Tönungen und wieder diesen Herrn Koch wählen als Strafe. Naja, obwohl, andererseits, damit bestraften sie sich ggf. ja selber. Und das wäre dann ja auch wieder in Ordnung so.

5. Januar 2009
Abgelegt unter: Allgemein — Dieter Schlabonski @ 21:50

Sag mal, wie bescheuert muß man eigentlich sein, um Papst werden zu dürfen? Gut, wenn er meint, daß er diese ultrakonservativen Pius-Brüder wieder aufnehmen muß in seine Sekte, bitte, soll er von mir aus machen, wie er Lust hat, interessiert eh keinen. Aber daß da ein Holocaust-Leugner dabeiwar, und daß deswegen jetzt die Luft brennt — das hätte man sich doch wirklich vorher überlegen können, daß sowas nicht gutgeht. Und als deutscher Papst schon gleich nochmal.

Nu isser aber damit vor den Ofen gelaufen. Selbst wenn er es einsehen und zurückrudern sollte (und nein, eigentlich glaube ich nicht dran), würde man das wohl als das ansehen, was es wäre: bemühte Schadensbegrenzung. Naja, andererseits, wenn die katholische Kirche da jetzt Schaden nimmt (eine Austrittswelle rollt bereits), dann kann ich das ehrlich gesagt auch wieder nicht schlimm finden. Aber trotzdem finde ich die schiere Dummheit, so einen Bock zu schießen, einfach unfaßbar. Wobei ich keine Sekunde glaube, daß das ein Ver- oder Übersehen gewesen sein kann: das ist schiere Ignoranz, und je weher die Folgen jetzt tun, desto besser.

Heute besonders unnachgiebig grüßt
  Euer Dieter Schlabonski.

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