Schlabonskis Welt
3. January 2009
Filed under: Allgemein — Dieter Schlabonski @ 19:48

War ja klar, daß in einem Wahljahr die Pleite eines großen Industriebetriebs koste es was es wolle verhindert werden muß. Und kosten wird es nicht zu knapp, denn diese (für einen Autokonzern) lächerlich kleine Klitsche, die zu allem Überfluß auch schon Patente verschachert (oder geklaut bekommen, je nach Sichtweise) hat, ist mit dem Image doch beim besten Willen nicht profitabel zu machen, egal was die uns jetzt vorrechnen. Meine einzige Hoffnung bleibt, daß sich da doch bitte dann wenigstens nur die betroffenen Bundesländer in die Nesseln setzen mögen und nicht der Bund. Der hat genug andere Sorgen, und Landesbeteiligungen an Autoherstellern gibt’s ja schon, siehe VW. Auch wenn das wieder der EU nicht schmeckt. Aber egal, andere Baustelle.

Daß GM nicht unbedingt erpicht darauf ist, Opel den US-Markt zu öffnen, kann ich hingegen sehr gut verstehen. Ich mein, so ein Opel, das ist ja fast schon ein europäisches Auto, was die Qualität und Ausgefeiltheit der Konstruktion angeht. Wenn man sowas unter GM-Label in Amerika kaufen könnte, wer bitte sollte dann noch Chevies und so einen Dreck kaufen? Nee nee, das lassen wir mal lieber schön bleiben lassen wir das mal.

Lustig fand ich dann noch Herrn Obama, der allen Ernstes verkündet hat, das Land, das das Automobil erfunden habe, dürfe seine Autoindustrie nicht sterben lassen. Und nein, er hat damit nicht Opel gemeint …

Was bleibt also? Voraussichtlich wohl eine Opel-AG in Länderhand mit GM-Minderheitsbeteiligung, die dann wohl hoffentlich auch nicht mehr gezwungen sein wird, eher zweifelhafte koreanische, japanische und amerikanische Kisten als Opels zu verkaufen. Und eine Käuferschar, die es gut findet, daß es noch Opels zu kaufen gibt, aber trotzdem keine kauft. Sondern bestenfalls für die Abfuckwrackprämie verschrotten läßt und stattdessen Dacia fährt in Zukunft. Wetten?

Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 17:17

Adieu, 2008. Und auf Nimmerwiedersehen.

Nee, was war das mal wieder für ein Scheißjahr. Wenn auch für mich eher aus privaten Gründen (man verliert erfreulicherweise nicht in jedem Jahr drei Arbeitsplätze, einen vermeintlichen guten Freund, ein paar tausend Euro an die vier Genannten und ein paar weitere tausend Euro durch einen unverschuldeten Unfall mit einem eigenen Oldtimer ohne Wertgutachten), aber, und das verschafft mir durchaus eine gewisse Genugtuung, auch für viele andere, zum Beispiel für die, die in Aktien oder Öl spekulieren zu müssen meinten. Die Finanzkrise — oder ist das inzwischen schon eine Wirtschaftskrise? — läßt mich bisher erstaunlicherweise eher in Ruhe *aufholzklopf*, und auch sonst stehen die Zeichen für mich eher in Richtung vorsichtigen Optimismus´.

Ich mein, das Gejammer bringt ja auch nix. In diesem Land wird eh auf einem Niveau gejammert, um das uns 85% der Welt beneiden. Das ist nicht von mir, sondern von Volker Pispers, aber davon wird´s nicht weniger wahr.

Ja. Eigentlich wollte ich ja sowas wie einen Jahresrückblick schreiben, aber irgendwie fehlt mir der Nerv, den ganzen Mist nochmal Revue passieren zu lassen. Und es interessiert ja auch keinen mehr, wie das damals mit Andrea “Yps I did it again” Ypsilanti war und ihrer wiederholt fehlgeschlagenen Wählerbelügung, mit der leicht verspäteten Einführung der Demokratie in Bayern, mit dem nicht ganz geglückten Rücktritt von Münte und dem (aus humoristischer Sicht höchst bedauerlicherweise) besser geklappten von Edmund “ääähhh…” Stoiber. Also Schwamm drüber, Klospülung betätigen und weg damit!

Ja. Und wie krieg ich jetzt die Kurve zu diesem Verbrecherpack im Nahen Osten? (Komisch, wenn man nur lange genug die Grenze blockiert, wehren die sich, wer hätte das gedacht? Und glaubt hier eigentlich irgendwer, daß der Zeitpunkt nur zufällig mit der präsidentenwechselbedingten Handlungsunfähigkeit der USA zusammenhängt?) Oder zu dem im noch näheren Osten, wo sie mal wieder die Gashähne zudrehen? (Wieso eigentlich immer mitten im Winter, sollte das Methode haben?) Oder zu dem meistreportierten Skiunfall in der Geschichte sinnloser selbstmörderischer Freizeitaktivitäten in kaputtgewalzter Natur?

Und will ich das überhaupt?

Ich denke nein. Darüber reg ich mich ggf. ein andermal mal auf, wenn ich es nicht vergesse. Welchletzteres ich indes stark hoffe.

Also: laßt’s Euch gutgehen, frohes Neues und so, und immer dran denken: so viel schlimmer kann es eigentlich nicht werden. (Famous last words.) Nicht ärgern lassen!
  Euer Dieter Schlabonski.