Schlabonskis Welt
30. March 2009
Filed under: Allgemein — Dieter Schlabonski @ 23:04

So ändern sich die Zeiten. Nachdem ich noch letztes Jahr klagte, den UMTS-Kram nicht ans Laufen gebracht zu haben, steht hier nun seit zwei Wochen ein feines kleines Samsung-Netbook mit eingebautem UMTS rum und funktioniert einfach. Außerdem rechnet es meine Antikrechnersammlung locker an die Wand und verbraucht dabei vermutlich weniger Strom als meine Schreibtischlampe, hat (mit UMTS-Vertrag) weniger gekostet als mein No-Name-Scanner, läuft locker fünf bis sechs Stunden ohne Steckdose und wiegt weniger als meine alte Tastatur.

Fortschritt ist doch nicht immer schlecht.

Nur meistens, um die geneigte Leserschaft zu beruhigen, eh noch wer meint, ich hätte Kreide gefressen. ;-)

26. March 2009
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 17:11

Man trifft ja erstaunlicherweise auch heute, im Jahr drölf nach dem Grünen Punkt, Leute, die dem Irrglauben anhängen, man könne kunststoffene Verpackungen tatsächlich recyclen. Gut: den Leuten kann man daraus keinen Vorwurf basteln, woher sollen die es auch besser wissen? Schließlich hat nicht jeder wie der Unterzeichnete mal in der plastverarbeitenden Industrie gejobbt.

Hergestellt wurden in dem Laden so ziemlich alle möglichen Arten von Plastverpackungen. Am übelsten in Erinnerung geblieben sind mir allerdings die Shampooflaschen, die auf einer “meiner” Maschinen gespritzt wurden.

Das Rohmaterial, so wie es aus der Fabrik kam, waren kleine, ungefähr runde Kügelchen, die zusammen mit einem furchtbar gemein abfärbenden Farbbrei in den Einfülltrichter kamen. Am anderen Ende kamen dann die Shampooflaschen raus und irgendwo in der Mitte außerdem auch noch die sogenannten “Angüsse”. Das ist das, was der Modellbauer als “Spritzling” kennt: das in den Gußkanälen zwischen Heizelement und Werkstück erst flüssig und dann wieder fest gewordene Plastik halt.

Diese Angüsse wanderten dann natürlich 1:1 in den Schredder, genau wie Shampooflaschen, die aus irgendwelchen Gründen durch die Qualitätskontrolle gefallen waren. Und damit komme ich dann auch langsam zum Punkt: das, was da aus dem Schredder kam, war ergo optimal zum Recycling geeignetes Plastik. Es hatte weder Shampoo noch Aufkleber noch Aufdrucke noch Preisschilder jemals von weitem gesehen, es war sogar nur zu einem verschwindend kleinen Teil jemals mit Menschenhaut in Berührung gekommen.

Und trotzdem konnten wir von diesem idealen Recyclingmaterial maximal dreißig Prozent in den Einfülltrichter der Shampooflaschenspritzmaschine geben, wenn die daraus erzeugten Shampooflaschen auch nur den vagen Hauch einer Chance haben sollten, ihrerseits die Qualitätskontrolle zu bestehen. An guten Tagen. An schlechten (also besonders warmen mit besonders hoher Luftfeuchtigkeit) haben wir eh Shampooflaschen aus 100% Neumaterial zu 100% für den Schredder produziert.

So. Und nun vergegenwärtige man sich mal bitte, was für ein vermischter, verdreckter Plastikmüll beim Dualen System Deutschland ankommt. Recycling? Hohngelächter!

Volksverdummung vom Feinsten,
konstatiert grüßend:
  Euer Dieter Schlabonski.

24. March 2009
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 11:44

Lange hat es ja nur in meinem Unterbewußtsein herumgenagt, dieses läppische Liedlein mit der Titelzeile Are we human or are we ja was eigentlich? Verstanden hatte ich immer dancers, aber das ergäbe ja sowas von gar keinen Sinn, die singen bestimmt irgendwas anderes.

Dachte ich.

Was, war mir eigentlich immer egal. Scherzeshalber verstand (und mitträllerte) ich Are we human or are we Danzas, womit gegen jene Spedition auch nicht mehr gesagt sein soll als gegen Schenker, DHL und die anderen üblichen Verdächtigen.

Neulich hörte ich aber ein Interview mit einem der Bandmitglieder, in dem dieses sich darüber aufregte, für genau diese Zeile kritisiert worden zu sein — das sei doch immerhin Kunst, da dürfe man doch nicht nach dem Sinn fragen.

Ja nee, is klar.

In solchen Situationen fällt mir dann immer eine Zeile Reinhard Meys ein: “Anspruchsvoll, oh mann was sind wir alle anspruchsvoll. Bei jedem Scheiß, wo keiner weiß, was es bedeuten soll, sagen wir erstmal vorsichtshalber: das ist anspruchsvoll.”

Und seitdem hat die kritisierte Zeile für mich auch eine neue Bedeutung: Are we human or are we denser? Die Antwort sei dem Leser als Übungsaufgabe überlassen.

11. March 2009
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 01:45

Und wie immer, wenn mal wieder was richtig derbe schiefgelaufen ist, fliegen die Nebelkerzen besonders tief. Die Computerspielelobby nebst Fans gibt der Sportschützenszene die Schuld am neuesten Amoklauf, und die Schützenvereine verteufeln natürlich die bösen Computerspiele. Und irgendwie unrecht haben wie immer beide.

Verbote und schärfere Gesetze sind keine Lösung, da allerdings haben sie beide recht. Was helfen würde, wäre eine bessere Überwachung der geltenden Vorschriften. Dafür ist natürlich wie immer kein Personal da, auch nix Neues. Was bleibt also zu tun? Abwarten, Daumen drücken und beim nächsten Verwirrten, der seine Schule mit der Knarre aufmischt, dieselben fruchtlosen Diskussionen ein weiteres Mal führen?

Ich hätte da einen etwas unkonventionellen Vorschlag. Der entstammt mal wieder einer hoffnungslos unpopulären Quelle, nämlich dem gesunden Menschenverstand.

Den Vorschlag, die Gefahr durch zuhause herumliegende Waffen dadurch zu eliminieren, daß diese fortan bei den Schützenvereinen gelagert werden müßten, hat man ja durchaus nachvollziehbar mit dem Argument abgeblockt, daß es sich dann ja richtig lohne, so ein Schützenhaus auszuräumen. Okay, laß ich gelten.

Aber warum muß eigentlich auch die Munition zuhause lagern? Zuhause rumballern dürfen die doch eh nicht. Also macht´s doch einfach wie die Bundeswehr: Knarren und Munition strikt getrennt lagern. In diesem Fall Knarren daheim und Munition im Vereinshaus.

Nein, das macht einen Amoklauf natürlich nicht unmöglich. Aber doch deutlich unwahrscheinlicher.

Wahrscheinlich ist das aber mal wieder zu einfach.