So heißt das (oder der?) Blog von Tobias Meyer, wo ich unter falschem Namen ;-) auch ab und zu mal einen zum Besten gebe. Thema sind, wie der Titel andeutet, Dinge, für die der alte Spruch “Das Gegenteil von gut ist gut gemeint” zutrifft. Nicht so böse wie Schlabonskis Welt, aber m.E. durchaus lesenswert. Grüßt schön :-)
Es ist schon eine Zeitlang her, daß ich noch ein Festnetztelefon hatte. Einer der Gründe dafür, daß ich keins mehr habe, waren diese regelmäßigen Anrufe von sogenannten Marktforschern.
Die haben eigentlich nur ein Gutes: man kann sie ungestraft beleidigen, bevor man den Hörer wieder auf die Gabel donnert.
Aber einmal hab ich’s mir dann doch gegeben und mitgemacht. Und es war gar nicht so schrecklich. Es war vielmehr eine der unterhaltsameren Dreiviertelstunden meines Lebens. (Was nicht für mein Leben spricht, und auch nicht für meinen Humor.) Aber lest selbst; Auszüge folgen.
Interviewer: Kennen Sie den Fernsehsender RTL?
Schlabonski: Ja, davon habe ich schon mal gehört.
I: Schalten Sie diesen Fernsehsender täglich, mehrmals in der Woche, wöchentlich, seltener, oder nie ein?
S: Nie.
I: Kennen Sie den Fernsehsender SAT1?
S: Der ist mir ein Begriff.
I: Schalten Sie diesen Fernsehsender täglich, mehrmals in der Woche, wöchentlich, seltener, oder nie ein?
S: Nie.
I: Kennen Sie den Fernsehsender 3SAT?
S: Ja.
I: Schalten Sie diesen Fernsehsender täglich, mehrmals in der Woche, wöchentlich, seltener, oder nie ein?
S: Nie. — Junge Frau, wir können das auch ein wenig abkürzen. Ich habe nämlich überhaupt kein Fernsehen.
I: Tut mir leid, das darf ich nicht. Diese Gespräche werden überwacht, und wenn ich von den vorgegebenen Fragen abweiche, kriege ich Ärger. Kennen Sie den Fernsehsender PRO7?
S: ?! — Ja, den kenne ich.
I: Schalten Sie diesen Fernsehsender täglich, mehrmals in der Woche, wöchentlich, seltener, oder nie ein?
S: Nie.
[…]
S: Nie.
I: Vielen Dank. Damit sind wir mit den Fernsehsendern fertig.
S: (beginnende Erleichterung …)
I: Kennen Sie die Fernsehsendung “Explosiv”?
S: (… jäh zerstört.) Vom Hörensagen.
I: Schalten Sie diese Fernsehsendung immer, häufig, gelegentlich, seltener oder nie ein?
S: Nie.
I: Kennen Sie die Fernsehsendung “RTL Aktuell”?
[…]
Und eigentlich, eigentlich hätte man es ja wirklich machen sollen. Aber man ist ja zu feige. Hier das Ende des Gespräches, wie es hätte sein sollen:
I: Kennen Sie die Fernsehsendung “Bios Bahnhof?”
S: Auf jeden Fall!
I: Schalten Sie diese Fernsehsendung immer, häufig, gelegentlich, seltener oder nie ein?
S: Immer! Was heißt hier immer? ÖFTER als immer! Die nehm ich mir immer auf Video auf, das läuft hier dann 24 Stunden am Tag! Warum kommt die eigentlich so selten? Ich will, daß die TÄGLICH kommt! Was heißt hier täglich — MEHRMALS am Tag! Ich will meinen eigenen Bios-Bahnhof-Sender! SOFORT!!! Wofür zahl ich schließlich Rundfunkgebühren? Hm? HÄ? Wissen Sie das? Also, sorgen Sie gefälligst dafür! Was? Mir doch egal, wie sie das anstellen. Tun Sie mal was für Ihr Geld! Ich kann ohne Bio nicht mehr leben! Bio ist GOTT!!! … Hallo? … Hallo? … Hm, aufgelegt. Sowas.
So titelt heute die “Bild-Zeitung” und frohlockt: “VW-Triumph!” Naja, okay, stimmt schon, es ist eine schöne Sache, daß Porsche jetzt eine Konzernmarke von VW wird wie Seat oder Bentley, daß die Kontrolle in Wolfsburg bleibt und das Bargeld auch. Oberflächlich gesehen, ist das ein Triumph, keine Frage.
Aber was die meisten dabei vergessen: 51% dieses riesigen Autokonzerns gehören jetzt den Familien Porsche und Piëch, mithin der Bagage, die den feindlichen Übernahmeversuch damals gestartet hat. Kein schlechter Deal: Vorher Eigner einer kleinen, wenn auch hochprofitablen Sportwagenklitsche, jetzt Halb-Eigner des zweitgrößten Autokonzerns der Welt.
Und daß das mittelfristig keine Auswirkungen haben wird auf die VW-Politik, Sperrminoritäten und VW-Gesetz hin oder her, das kann Onkel Piëch seiner Großmutter erzählen.
Nein, ich sehe keinen Grund zur Panik. Aber zum Jubeln halt auch nicht. Eine Porsche-Pleite, wo VW sich dann die Marke aus der Konkursmasse hätte picken können, hätte mir besser gefallen.
Aus der Abteilung “Korecktuhrlehser kömm wer unz nich laihsten”:
Die “Luftspirale” für den spiralförmigen Luftschlauch hätt ich ja noch gelten lassen, aber daß Pistole auf deutsch “Spiral” heißt, glaubt auch bei der Firma All Ride doch hoffentlich niemand wirklich?
Dieses Plakat erklärt endlich, warum ich Schützenfeste mein Leben lang langweilig fand:
Ich hatte einfach die Regeln nicht verstanden! Das Plakat zeigt’s endlich: diese komischen Gestalten unter den neckischen grünen Hüten sind die Ziele! Jetzt brauch ich nur noch ne Knarre, dann kann ich endlich nach Hannover auf Highscorejagd gehen.
Da regt sich doch heute gestern Telepolis — durchaus nicht zu unrecht, wohlgemerkt — über ein Gerichtsurteil auf, wonach Hartz-4-Empfänger, die bei Neukauf eines PKW die Abfuckwrackprämie kassiert haben, eben jene als leistungsmindernd aufs ALG 2 angerechnet bekommen. Was ja auch wirklich ne Schweinerei ist, keine Frage.
Aber beim letzten Abschnitt des Artikels, und dem dort verlinkten, schwillt mir dann doch ein wenig der Kamm. Dort heißt es dann nämlich:
Auf der sachlichen Ebene könnte man dem Gericht entgegenhalten, dass ein benzinsparender Neuwagen “für so manchen ALGII-Empfänger eine durchaus sinnvolle Investition durch das vorhandene Schonvermögen ist” (siehe dazu: Abwrackprämien, Abfindungen und ALGII). Das könnte nicht zuletzt auch das soziale Vermögen schonen.
Ja nee, is klar.
Liebe Telepolemiker: Ein Neuwagen ist immer, ohne Ausnahme, in erster Linie eine Geldvernichtungsmaschine. Auch wenn man vom Staat zu dessen Anschaffung 2.500 Flocken dazugeschossen bekommt (und das ist ja noch nicht mal so, denn dafür geht ja der auch nicht wertlose Altwagen in die Tonne). Wenn unser Hartz-4-Empfänger außer demselben dann also auch noch mindestens rund 5.000 Euro seines definitionsmäßig nicht eben üppigen Vermögens in besagten Neuwagen versenkt hat und der Händler die Kennzeichen dranschraubt, gehen schon mal die ersten mindestens 1.000 Euro in Rauch auf. Und den Rest der Abfuckprämie frißt in den Folgejahren ganz locker der Wertverlust auf, den der Altwagen gar nicht oder zumindest lange nicht in dem Maße hatte.
Und der Wertverlust ist nun mal, auch wenn sich das keiner bewußt macht, Kostenfaktor Nummer eins beim privaten PKW. Woraus man entspannt folgern kann, daß die preiswerteste Art des Autofahrens eben das Fahren von Altfahrzeugen ist.
Muß ja nicht gleich ein Sechszylinder oder ähnlicher Saufkopp sein. Es gibt auch sparsame Altwagen. So ab Mitte, Ende der 80er wurden ziemlich viele davon gebaut: da hatten sie meistens schon Einspritzanlagen (und G-Kat), wogen aber noch nicht soviel wie die leichten Panzerkampfwagen der Neuzeit.
Insofern sei dem Hartz-4-Empfänger (und eigentlich auch jedem anderen, der kein Geld zum Verbrennen übrig hat) geraten, auf die Abfuckprämie zu scheißen und die alte Karre einfach weiterzufahren. Soviel, wie der Neuwagen im Jahr an Wert verlöre, kann an der gar nicht kaputtgehen. Und wenn sie tatsächlich zu versoffen ist oder zu viel Steuern kostet, dann halt verkaufen und für ein paar hundert bis wenige tausend Steine einen günstigen, ruhig schon ins Youngtimermäßige spielenden Gebrauchtwagen anschaffen.
Dessen Mehrkosten bei der Steuer und Versicherung werden schon die günstigeren Wartungskosten wieder reinholen. Auch als Nichtselbstschrauber ist man ja mit ner alten Schlurre nicht auf die Vertragswerkstätten angewiesen, sondern kann sich bei der kleinen freien Hinterhofwerkstatt mit Migrationshintergrund ;-) sehr viel preiswerter helfen lassen. Mehr verbrauchen als der Neuwagen muß er auch nicht unbedingt, und wenn doch — für 5.000 Euro kann man ganz schön viel Sprit kaufen.
Und hinzu kommt die beruhigende Gewißheit, die Kiste ohne großen finanziellen Verlust jederzeit wieder loswerden zu können. Und selbst wenn man sie zu Bruch fährt (und keine Vollkasko hat, schon wieder Geld gespart), ist das kein großer Beinbruch. Kommt eben die nächste Paarhunderteurokiste.
Fazit: Wenn ein Auto einem vorkommt wie eine Investition (und nicht wie der Kauf eines zwar nicht spottbilligen, aber auch nicht ehrfurchterregend teuren Gebrauchsgegenstands), dann ist die Karre zu teuer für die eigenen finanziellen Verhältnisse. Fahre niemals mit etwas Rennen, das Du nicht auch bereit wärst, über ne Klippe zu schieben — das ist ein alter Rennfahrerspruch. Den möchte ich gerne auf den Alltagsgebrauch verallgemeinern. Der Totalverlust eines Autos muß nicht mehr wehtun als der eines Kühlschranks oder PCs heutzutage. Wer teurer kauft, ist selbst schuld und soll sich dann fallweise bitte nicht beschweren.
1 zu 1 geklaut von Telepolis, weil man’s schöner einfach nicht formulieren kann:
Im Alter zwischen 63 und 65 Jahren haben, so die Frankfurter Rundschau, gerade noch 7,4 Prozent der Menschen einen sozialversicherungspflichtigen Job. Auch bei den 58-63-Jährigen hat nur jeder Vierte und bei den 55-58-Jährigen 39,4 Prozent einen vollen Arbeitsplatz. Die Beschäftigungsquote geht ab dem Alter von 50 Jahren steil nach unten. Bei den über 58-Jährigen ist die Arbeitslosenzahl in einem Jahr um 96 Prozent gestiegen.
Die Bundesregierung bewertet in ihrer Antwort die Arbeitsmarktentwicklung bei den Älteren insgesamt als “relativ günstig”.
Falls sich jemand je gefragt haben sollte, wie man Trolle transportiert:
In Tanklastwagen. Logisch: die sind so flüssig, die sind sogar überflüssig.
Kennt Ihr das auch? “Heute wird es richtig schön sommerlich warm bei 28 bis 31 Grad. Und in den nächsten Tagen wird es sogar noch schöner: bis zu 35 Grad!” Und der Unterzeichnete zerfließt schon bei dem Gedanken zu einem traurigen kleinen unappetitlichen Häuflein Biomasse.
Liebe Radio-Wetterfrösche: auch wenn 20 Grad schöner sind als 15, und 25 schöner als 20, gilt diese Zuordnung nicht unbegrenzt. Nein, 35 Grad sind nicht schöner als 30. Wirklich nicht. Zumindest nicht für normal veranlagte Mitteleuropäer.
Aber das zu begreifen ist wohl zuviel verlangt. Viel warm gleich viel gut, das kriegt Ihr noch gerade so hin, gell? Naja. Was red ich.
Ohne Worte:
Ist ein bißchen schlecht zu lesen, aber da steht wirklich “Verzinkte Qualität” an dem Rosteimer. Bitte entschuldigt die Bildqualität, aber für ne Dämmerungsaufnahme aus dem fahrenden Lastwagen geht’s eigentlich, oder?
