Schlabonskis Welt
28. November 2009
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 22:55

Hm. Manchmal weiß man echt nicht, was man denken soll.

Nicht mal einen Monat hat Mutti Merkels neugebasteltes schwarzgelbes Kabinett überlebt: Arbeitsminister Jung ist gestern zurückgetreten. Aber, und das ist das Merkwürdige daran: nicht weil er als Arbeitsminister schon so viel Mist gebaut hätte. Hätte ja auch verwundert, wenn der in der kurzen Zeit überhaupt schon soviel getan hätte, daß da genug Mist hätte beigewesen sein können, daß es für einen Rücktritt reicht. Nein, zurückgetreten ist er wegen des Mists, den er in der letzten Legislaturperiode gebaut hat — als Verteidigungsminister. Ohne daß jetzt deswegen sein Amtsnachfolger, Herr Tausend Vornamen zu Guttenberg, in dieser Sache mit weißer Weste dastünde — nicht mal das hat Herr Jung fertiggebracht.

Nun ist das Ausscheiden des Herrn Jung an sich sicherlich keine sonderlich beklagenswerte Sache. Mit Ruhm bekleckert hat er sich ja noch nie so richtig. Aber komisch ist es schon, daß man so quasi mit Verzögerung noch rausfliegen kann, auch wenn man längst was völlig anderes macht. Okay, es ist derselbe Arbeitgeber, und eine Versetzung in eine andere Abteilung bewahrt auch nicht vor dem Rausschmiß, wenn man in der alten was hat anbrennen lassen, aber irgendwie … hm.

Die schlechte Nachricht ist aber eher, daß Jungs Nachfolgerin im Arbeitsministerium ausgerechnet unsere alte Bekannte, die Zensursula, ist. Dabei war die doch als Familienministerin zumindest ansatzweise qualifiziert: Familien machen kann sie ja offensichtlich. Arbeiten hingegen … ;-) Naja, warten wir’s ab, was ihr so einfallen wird. Was Gutes wird’s kaum sein, aber das war ja auch von ihrem Vorgänger nicht zu erwarten, insofern ist es auch egal.

Politikverdrossene Grüße,
  Euer Dieter Schlabonski.

27. November 2009
Filed under: Allgemein, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 01:53

Sehr vertrauenerweckend, diese Anzeige hier:

schwamm.jpg

Hoffentlich ermöglichen die es einem, den Schwamm korreckturzuläsen, bevor er produziert wird.

23. November 2009
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 18:13

Offensichtlich kommt es also tatsächlich, das “Betreuungsgeld”. Das ist (wie vielleicht nicht jeder weiß) die von Seiten unserer Regierung geplante finanzielle Belohnung für Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kindertagesstätte schicken (und somit die Schaffung teurer Kita-Plätze sparen).

Darüber kann man sich gleich auf mehreren Ebenen aufregen. Selbst wenn einem (wie bekanntlich mir) Kinder an sich eher wurscht sind.

Erstens nämlich ist der Besuch einer Kita ja nicht nur für die Eltern gut, weil das Blag dann zumindest zeitweise nicht rumnervt, sondern auch und besonders fürs Kind, das im Zusammensein mit Altersgenossen und (hoffentlich) ausgebildeten Betreuern sicher mehr Sozialverhalten lernt als zuhause vorm Fernseher.

Eineinhalbtens muß man nun wirklich kein Mathegenie sein, um sich auszurechnen, daß die Kosten einer Kita-Betreuer-Stelle geteilt durch die Anzahl der Kinder nicht besonders viel Geld pro Kind und Monat sind, und daß es den Eltern kaum möglich sein wird, davon den eigenen Verdienstausfall oder den Babysitter in einem Maße zu finanzieren, das gleichwertige Betreuung zuhause sicherstellt. Mit anderen Worten: in der Kita gibt’s bessere Betreuung pro Euro und Kind.

Zweitens ist nichtmal gewährleistet, daß das Betreuungsgeld auch nur mittelbar den Kind zugute kommt. Ich denke, bei den allermeisten Haushalten wird das genauso im allgemeinen Budget versickern wie auch das Kinder- bzw. Elterngeld.

Drittens ist es eine bodenlose Frechheit, wie einige unserer Politiker selbstverständlich davon auszugehen, daß es vor allem die Hartz-4-Empfänger wären, die das Betreuungsgeld versaufen und die Kleinen derweil vor dem Fernseher parken würden, weshalb man ihnen am besten gleich nur einen Gutschein geben sollte anstatt der Asche in bar. Zweiklassendenken in Reinkultur. Widerlich.

Alles in allem ist das Ganze mal wieder ein deutliches Zeichen in die falsche Richtung: man will Eltern für etwas belohnen, was aus mehreren Gründen nicht wünschenswert ist. Wenn sogar ich das sehe, obwohl mir Kinder an sich eher egal sind, warum sehen das dann Leute wie unsere Bundesvermehrungsministerin nicht?

Nein, das war keine rhetorische Frage. Leider.

17. November 2009
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 10:51

Na huch, wer hätte das erwartet: die SPD bekennt sich auf ihrem Bundesparteitag klar zur linken Linie. Abschaffung der Vermögenssteuer, Rente mit 67, Hartz IV, Gesundheitsfonds, tralala und hastenichgesehn: auf einmal soll alles mindestens auf den Prüfstand, wenn nicht gar ganz weg. Und die Linkspartei ist auch gar nicht mehr so böse.

Ja nee, is klar. Sagt mal, Genossen, für wie bescheuert haltet Ihr uns eigentlich? Glaubt Ihr im Ernst, wir hätten schon vergessen, daß Ihr es wart, die den ganzen Scheiß zumindest mitbeschlossen habt? Schön formuliert hat das ein Radiokommentator dieser Tage: Man habe das Gefühl, die SPD habe festgestellt, man sei ja jetzt in der Opposition und dürfe endlich mal wieder was wollen! In der Tat. Nur: dürfen darf man das auch in der Regierung, ja, auch als kleinerer Partner einer großen Koalition — wenn man sich denn zu trauen wagt.

Niedlich hingegen die Kritik, die es dafür (also für den “Linksruck” der SPD) aus den Reihen der Regierungsparteien hagelt. Die SPD werde dadurch “nicht mehrheitsfähiger, aber koalitionsfähiger mit der Linkspartei”, so verkündete Muttis Jüngelchen, unser Außenguido, voll Abscheu und tat grad so, als sei das was ganz Schlimmes. Ist es auch — fürs schwarzgelbe Lager. Denn wenn es die SPD nicht grade so zerbombt wie bei der letzten Wahl, kann Rotrotgrün durchaus schon auf eine leidlich stabile Mehrheit hoffen in diesem unseren Lande. Und dafür, daß die wieder mehrheitsfähiger werden, wird Schwarzgelb in den kommenden knapp vier Jahren schon sorgen, da hab ich keine Bedenken.

Dennoch bleibt ein schmieriges Gefühl zurück nach diesem SPD-Bundesparteitag. Allzu schnell, allzu offensichtlich kam die Kehrtwende nach dem Bundestagswahldebakel. So richtig ernstgenommen fühle ich mich jedenfalls nicht, und so richtig ernstnehmen kann ich folglich auch Sigmars neue linke Töne nicht. Aber er hat ja noch ein paar Jahre Zeit, das Linkssein wieder zu üben.

Dabei trotz allem viel Erfolg wünscht
  Euer Dieter Schlabonski.

13. November 2009
Filed under: Allgemein, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 16:39

Jaja, ich weiß, sowas …

dalmatiner1.jpg

… kauft man eigentlich nicht. Aber was tu ich nicht alles für Euch. Denn der Name dieses Kaugummi-Zeugs ist einfach zu klasse:

dalmatiner2.jpg

“Dalmatiner Balls”. Auf deutsch: siehe Überschrift.

Ich habe dann trotzdem mal so eine Hundeklöte mit Zuckerguß gekostet. Und ich kann nur bestätigen: nein, sowas kauft man nicht. Und wenn doch, dann sollte man es ungekostet entsorgen.

Trotzdem irgendwie köstlich, findet
  Euer Dieter Schlabonski.

9. November 2009
Filed under: Allgemein, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 12:05

Ohne Worte:

probierzone.jpg

Guten Appetit wünscht
  Euer Dieter Schlabonski.

6. November 2009
Filed under: Allgemein, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 16:08

In unserer beliebten Reihe “Grammatikfehler, die keiner bemerkt” hier die Öffnungszeiten meines Hausarztes:

vereinbarung.jpg

Nein, ich meine nicht den todschicken Aufkleber mit der 12, ich meine den Satz “Außer Mittwoch Nachmittag und nach Vereinbarung”. Außer Mittwochnachmittag begreif ich ja, aber “außer nach Vereinbarung”, was bedeutet das? Daß er sich das Recht vorbehält, alle seine Patienten anzurufen, um mit ihnen zu vereinbaren, daß er morgen nicht aufmacht? Oder daß ich ihn anrufen soll, wenn ich ihn mal während der genannten Zeiten nicht besuchen möchte?

5. November 2009
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 17:03

Normalerweise verfolge ich die Rallye-WM ja nicht. Nicht, weil ich jenseits des Grenzbereichs über drittklassige Feldwege driftende Kompaktwagen nicht faszinierend fände. Und auch nicht, weil es politisch inkorrekt ist, jenseits des Grenzbereichs über drittklassige Feldwege driftende Kompaktwagen faszinierend zu finden, bloß weil gelegentlich mal einer davon einen in Todesverachtung genau in der Abfluglinie stehenden Zuschauer erlegt. Nö, der Grund ist viel profaner: mangels Fernsehen fehlt mir die Gelegenheit.

Und darum las ich erst heute gar Erheiterndes: daß es dem Ford-Team nämlich dieses Jahr schon zum vierten Mal passiert ist, daß ihnen die Motorhaube aufgeflogen ist. Während der Fahrt. Was, da Rallyeautos heutzutage seltsamerweise den Motor vorn tragen, natürlich auch schon mal den Sieg kosten kann und damit, wenn es am Ende so knapp steht wie dieses Jahr, auch den Weltmeistertitel.

Liebe Ford-Rallyeabteilung, ich hab da eine bahnbrechend neue Entdeckung gemacht. Gibt es erst seit ein paar Jahrzehnten zu kaufen. Eigentlich gedacht für Rennwagen, puritanische Roadster und solch Gerödel, aber hilft sicher auch gegen so unzuverlässige Motorhaubenschlösser wie das des Focus. Und kostet die Unsumme von sage und schreibe acht Euro neunzehn. Hier:

Haubenverschluß

Die Idee gibt’s gratis. Bitte, gern geschehen.

Bildquelle: Limora. Und ein Direktlink zum Artikel.

4. November 2009
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 14:20

Faszinierend. Kaum ein paar läppische Wochen nach der Wahl scheppern schon wieder täglich die Blamagen, Fehlentscheidungen, auffliegenden Wahlkampflügen und abstürzenden Umfragewerte rein. Außenminister, die kein Englisch können, und Entwicklungshilfeminister, die ihr Ministerium vor der Wahl noch für überflüssig hielten; die bahnbrechend neue Erkenntnis, daß es gut für den Wettbewerb zwischen Krankenkassen wäre, wenn die verschiedene Beitragssätze erheben könnten; eine FDP, die nach dem Höhenflug vor der Wahl nun schon wieder fast auf “normale” Werte zurückfällt (18 plus x, mit x = -6) und über allem wie gehabt “Mutti” Merkel, betont unbeteiligt wie immer, aber mit den zeitweilig schon verloren geglaubten hängenden Mundwinkeln wie einst. Bisneß äs juschel also, weiterhin Krisenbewältigung auf Pump, dazu hübsche Steuergeschenke wie üblich vor allem für Eltern und natürlich auch auf Pump, man hat nix anderes erwartet.

Man sagt, jedes Volk habe die Regierung verdient, die es gewählt hat. Aber erstens glaube ich trotz allem nicht, daß wir so böse sind, daß wir das verdient hätten, und zweitens hab ich die doch gar nicht gewählt!

Und, ach ja: alle sind furchtbar überrascht vom plötzlichen Absatztief der Autobranche nach Ende der Abfuckprämie und dem Nun-doch-nicht-Verkauf von Opel. Was zumindest zeigt, daß die da oben in Berlin Schlabonskis Welt nicht lesen. Und das wiederum finde ich denn doch beruhigend.