Schlabonskis Welt
30. December 2009
Filed under: Allgemein, Achwas, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 13:19

Diese Aufregung um die sogenannten Nacktscanner kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Okay, klar, daß die auch nix bringen seh ich ein. Und daß das ganze Sicherheitstheater an den Flughäfen völlig übertrieben ist und trotzdem nix bringt, seh ich ebenfalls ein.

Aber was ist nun an den Nacktscannern so besonders schlimm? Ich fliege zwar nicht (und habe auch nicht vor, das zu ändern), aber wenn, dann wär es mir entschieden lieber, wenn jemand ein verschwommenes Schwarzweißbild meines nackten Adoniskörpers ;-) betrachtete, als daß mir eben jeder Jemand stattdessen an die Klöten packte.

Und demjenigen wär das mit einiger Sicherheit auch lieber.

Leute, beim Arzt ist das doch auch kein Problem. Und genau wie bei dem wird auch bei so einem Sicherheitskontroletti der ohnehin bescheidene Unterhaltungswert, irgendwelche Menschen nackt sehen zu können, mit Sicherheit nach einiger Zeit abgelöst werden vom Genervtsein darüber, selbiges tun zu müssen. So gefühlt spätestens nach mehreren Minuten. Zumal ja, wenn die auch nur über minimale Intelligenz verfügen, der Betrachter ein anderer sein wird als derjenige, der die zu Betrachtenden auswählt (wenn das nicht eh alle sind). Denn ganz ehrlich: die allermeisten Menschen da draußen möchte man lieber nicht nackt sehen. Wirklich nicht.

Findet jedenfalls
  Euer Dieter Schlabonski.

PS: Rutscht fein. Aber fallt nicht auf die Fresse dabei.

29. December 2009
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 21:11

Das Phänomen geistert ja immer mal wieder durch den Blätterwald: Arbeitnehmer (oder meistens Arbeitnehmerinnen), die wegen des Diebstahls von fast oder auch ganz wertlosen Dingen (meist Lebensmittel oder deren Reste) fristlos gefeuert werden. Was offenbar rechtens ist.

Neu ist, daß dieser Tage auch immer mal wieder ein sich dafür zuständig fühlender Mensch (und ich gebrauche diesen Begriff ganz wertfrei) laut verkündet, er halte das auch für “gerechtfertigt”. Was ja beinahe so klingt wie “gerecht”. Und da hört’s dann auch allmählich auf, witzig zu sein.

Klar, wenn einer richtig ernsthaft stiehlt in der Firma oder von deren Kunden (im Radio brachte gerade einer dieser Experten das Beispiel eines Hotelangestellten, der Hotelgäste beklaut), dann gehört der gefeuert. Gar keine Frage. Aber hallo? Bei den zitierten Fällen ging es um Reste vom Büffet, die in den Müll gewandert wären. Um Pfandbons im Wert von einem Euro nochwas, die jemand verloren hatte. Kurz, um Sachen, die keine Sau je vermißt hätte. Ist das wirklich Diebstahl, vernichtet das wirklich das Vertrauen so restlos, daß eine Weiterbeschäftigung unzumutbar ist?

Natürlich geht es darum nicht wirklich. Natürlich sind das nur willkommene Gelegenheiten zum Personalabbau oder dazu, mißliebige Mitarbeiter rauszukanten. Umso wichtiger wäre doch aber eine klare Regelung dazu.

Mein Vorschlag: Man setze eine Bagatellgrenze fest (sagen wir 10 Euro), bis zu der der Arbeitgeber den klauenden Mitarbeiter erstmal abmahnen muß und erst im Wiederholungsfall rauswerfen darf. In besonders schweren Fällen, wo ein Vertrauensverlust begründbar ist (wie im o.g. Beispiel mit dem Hotelgast), mag die meinetwegen auch nicht gelten, das kann dann ja ein Arbeitsgericht oder eine Schiedsstelle entscheiden. Und bei tatsächlich wertlosem “Diebesgut” wie den Essensresten kann dann der Arbeitnehmer im Gegenzug die Abmahnung anfechten.

Wegen einer Frikadelle gekündigt werden ist jedenfalls, wenn auch offenbar rechtens, so doch keinesfalls gerecht.

Findet jedenfalls
  Euer Dieter Schlabonski.

25. December 2009
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 20:10

Aus aktuellem Anlaß:

alleredenvomwetter-wirauch.jpg

Die Vorlage gibt’s hier. Gefunden in Fefes Blog.

24. December 2009
Filed under: Allgemein, Achwas, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 00:31

Spam der Woche:

Sehr Geehrter E-mail inhaber. Ihren E mail Adresse sind ein vom die(68) E mail Adresse das neun Hundert Funf und Dreissig Tausend Vier Hundert und Siebzig Euros.(Euros935.470.00)auf kategory(5)tempo(18) gewonnen hat in Ballot Protect Systerm(BPS)Herzlichen gluckwunsch Wenden Sie sich bitte an die Ansprüche Agent sofort für die Übertragung das Gewinne Fullen Sie Bitte die unten Folgen fomular.

So weit, so lustig. Das beste ist aber der URL dieser Lotteriefirma:

website: www.thelotter.com/LotteryResults.aspx

The Lotter! Na das muß ja ne Lotterbude sein. Unfaßbar.

20. December 2009
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 01:28

Na, wer hätte damit nur gerechnet? Der Klimagipfel ist gescheitert. “Die Uno-Konferenz rang sich am Samstagmorgen in einem dramatischen Finale durch, eine politische Schlusserklärung zur Zukunft des weltweiten Klimaschutzes zumindest zur Kenntnis nehmen”, schreibt der Spiegel, und mein inneres Ohr hört einen vertrauten Satz heraus: “Rufen Sie nicht uns an, wir rufen Sie an.”

Aber ehrlich gesagt: so dramatisch schlimm ist dieses absehbar gewesene Scheitern ja dann auch wieder nicht. Denn für die kommende Klimakatastrophe spielt es eine nur marginale Rolle, ob die sich jetzt auf 20, 30 oder sogar 40% CO2-Reduktion einigen oder auch nicht.

Das arktische Eis verschwindet. Der Permafrostboden taut. Dabei werden Unmengen an Methan frei, das ein viel schlimmeres Klimagas ist als Kohlenstoffdioxid. Statt Mobilitätswandel propagieren wir lieber Hybriden und Elektroautos — das bringt zwar nix, tut aber auch nicht so weh. Und sollte die Weltwirtschaftskrise irgendwann mal enden, geben wir sowieso alle wieder Vollgas. Drei Prozent der US-Amerikaner hält Klimaschutz für wichtig.

Und selbst wenn wir heute aufhörten, Klimagase zu produzieren: bis die angestoßene Maschinerie der Erderwärmung zur Ruhe kommt, vergehen eh schon mal ein paar Jahrzehnte. Wenn sie denn zur Ruhe kommt — denn dummerweise ist sie ab einem gewissen Punkt selbstverstärkend. Und auch wenn ich das natürlich nicht belegen kann, glaube ich doch, daß dieser Punkt schon überschritten ist, und selbst wenn nicht, daß er sehr bald überschritten sein wird.

Was also ist zu tun? Da verweise ich doch mal an Heinz Rudolf Kunze, der vor Jahren (1991!) schon einen Text namens “Es ist zu spät” sprach, aus dem ich auch die heutige Überschrift entlehnt und zu dem ich eigentlich nix mehr hinzuzufügen habe.

19. December 2009
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 00:39

Au, für den Kalauer in der Überschrift miuß ich mich dann wohl erstmal entschuldigen.

Saab ist tot. Das ist keine neue Nachricht, das ist nämlich schon 1990 passiert, als General Motors den Laden zunächst zur Hälfte übernommen hat. Was mit wunderbar skurrilen kleinen Fräsen wie dem 92 und 95 begann, seinen Höhepunkt mit höchst eigenwilligen, aber ziemlich guten Premium-Mittelklasse-Turbobrennern wie dem 99 und 900 erreichte (zu einer Zeit, als es das Wort “Premium” in dem Zusammenhang noch gar nicht gab!) und im 9000, einer Koproduktion mit Fiat, Lancia und Alfa Romeo, schon langsam zu kriseln begann, das war seit 2000 endgültig vorbei: da übernahm GM dann auch den Rest. Die letzten neun Jahre haben sie dann noch verkleidete Vectras verkauft und zum Schluß dann auch noch verkleidete Japaner (die aber gottseidank nur in den USA), und nun ist halt Schluß.

Schlimm? Nö, es hält sich in Grenzen. Technisch war vom einstigen Turbo-Pionier eh nix mehr zu erwarten, und das aktuelle Design war auch nur noch ein schwacher Schatten dessen, was sie in besseren Zeiten noch gekonnt und vor allem gedurft hatten. Um Rover fand ich’s deutlich bedauernswerter, die hatten ja mit dem 75 damals ihr seit langem erstes selbstentwickeltes Auto am Markt, als sie eingingen. Dagegen kannste doch so einen 93 verbrennen. Das GM-Markensterben geht weiter: Saturn, Pontiac, Hummer und nun also Saab. Wer kommt als nächstes? Vauxhall? Holden? Opel?

18. December 2009
Filed under: Allgemein, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 04:43

Aus unserer beliebten Reihe “Grammatikfehler, die keiner bemerkt” heute: Das Schild, das nicht gilt.

behindertenausweis.jpg

Dieses Schild sagt nämlich: Dies ist ein Parkplatz. Aber nur für Behinderte. Und das gilt aber nur in Verbindung mit Ausweis. Mit anderen Worten: Ohne Ausweis gilt es nicht, das Schild. Also ist das entweder kein Parkplatz nur für Behinderte, oder es ist sogar überhaupt kein Parkplatz, wenn ich meinen Ausweis nicht dabeihabe. (Von “Behindertenausweis” steht da nix!) Da es aber an einer Fläche steht, die ganz offensichtlich zum Parken da ist (nämlich auf einem Supermarktparkplatz), müßte der Schluß erlaubt sein, daß ich da parken darf. Wenn ich meinen Ausweis nicht dabeihabe.

16. December 2009
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 20:21

Zwischenbilanz: Island ist zwar pleite, wird aber von der EU gelobt, weil es jetzt so eisern spart: 15% Lohnverzicht, außer natürlich für Bänker. Griechenland ist ungefähr beinahe genauso pleite, wird aber nicht gelobt. Spanien ist auch schon ziemlich pleite, und außer Großbritannien stehen bestimmt noch ein paar Kandidaten mehr am Rande des Abgrunds. Von Dubai reden wir mal gar nicht erst, das ist ja weit weg (und scheiß drauf, wieviele deutsche Baufirmen in dem Strudel mitgerissen werden, die haben da ja eine andere Art von Immobilienkrise wörtlich gebaut als die Amis).

Aber die Krise ist so gut wie überwunden. Na sischer datt.

Nächstes Jahr bricht erstmal der Absatz der künstlich über Wasser gehaltenen Autoindustrie weg, man schätzt um ein Drittel bis die Hälfte. Zahlreiche Autohändler, die jetzt schon mit Umsatzrenditen im Promillebereich faktisch scheintot sind, werden folgen. Der Transportbranche wird das auch nicht gerade guttun. Und so weiter. Ich denke mal, die Krise hat gerade erst angefangen. Die letzte Weltwirtschaftskrise hat schließlich auch ein paar Jahre gedauert. Und so, wie sie alle schon wieder Boni, Verzeihung, “erfolgsabhängige variable Vergütungskomponenten” zahlen, wölbt sich doch schon wieder die nächste Blase, noch bevor das Platzen der letzten ganz verhallt ist.

Nee, Freunde, ich denke, das wird noch richtig wehtun, bevor es wieder aufwärts geht. Wenn es das überhaupt nochmal tut.

Aber ein Gutes hat das Ganze ja doch: stellt Euch mal vor, was in der Dauerbaustelle auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen los wäre, wenn die Häfen so brummen würden wie vor der Krise und täglich zehntausende Container-Lastzüge mehr ausspucken würden. So kracht es da ja “nur” einmal täglich oder so. Eins der ganz wenigen Beispiele für gutes Timing beim Straßenbau :-)

6. December 2009
Filed under: Allgemein, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 19:12

Jaja, das verflixte Eszett, immer wieder sorgt es für Ungemach. Oder zumindest wie in diesem Falle für milde Erheiterung:

bmi.jpg

Das Ergebnis meiner Body-Maß-Index-Berechnung: Ich bin untergroß. Macht aber nix, schließlich habe ich für mein Gewicht die perfekte Form. ;-)

4. December 2009
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 01:34

Als dann mein noch gar nicht so altes “Pattex Ultra Gel” zum drölfundsachtzigten Mal verstopft war und sich auch mit Hilfe eines Drahtes nicht entstopfen ließ, habe ich die Flasche halt mit Gewalt geöffnet in der Hoffnung, wenigstens noch ein paar Tropfen Kleber zu erbeuten. Und was sehen meine entzündeten Augen:

ultragel.jpg

“Pattex Ultra Gel” ist nur eine (zudem unpraktische) Verpackung von “Loctite Flex Gel”. Vielen Dank, Herr Henkel, das nächste Mal kann ich dann ja wenigstens den Plastemüll sparen. Ist das eigentlich schon ‘ne Mogelpackung?

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