Schlabonskis Welt
25. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 17:19

Juhuu! Autobild und Oldtimer-Markt berichten in ihren jeweils aktuellen Ausgaben, daß es in Bremen für Oldtimer mit H-Kennzeichen jetzt wahlweise auch wieder “alte Kennzeichen” geben wird. Ob die dann auch wieder DIN-Schrift tragen oder immer noch FE-Schrift, bleibt noch abzuwarten. Kostenlos ist das Ganze auch nicht, sondern mit 100 Euro im Gegenteil sogar recht happig bepreist, und die restlichen 15 Bundesländer kucken auch (hoffentlich nicht mehr lange) in die Röhre, aber dennoch: ein (völlig unerwarteter) Grund zur Freude!

Vielleicht wird diese Seite ja doch noch mal überflüssig.

24. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 20:00

Frau Käßmann, Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, ist zurückgetreten. Na und, fragt Ihr Euch jetzt, seit wann interessiert sich Schlabonski für die Kirche? Tut er auch nicht, keine Bange. Aber zu dieser Nachricht hab ich dann doch drei leicht zusammenhanglose Gedanken anzumerken:

1. finde ich den Rücktritt als Reaktion auf die Verfehlung, eine Alkoholfahrt mit dem Dienstwagen, ein bißchen übertrieben. Ja, okay, es ist Fastenzeit, und Frau Käßmann hat erklärt, in derselben keinen Alkohol zu trinken; ja, geschenkt, das Auto ist gerade in Verbindung mit Alkohol ein gefährlich’ Ding und auch das potentielle Totfahren anderer Verkehrsteilnehmer ist nicht besonders christlich; ja, natürlich sollte eine Kirchenchefin eine Vorbildfunktion haben. Aber trotzdem, mmpf. Die katholischen Kollegen ficken Kinder, und die tritt zurück wegen Alkohols am Steuer? Nicht nur ich finde das übertrieben. Aber okay, es ehrt sie ja, wenn sie das enger sieht.

2. führt mich das zu der Beobachtung, daß das vielleicht einer der Gründe sein könnte, warum so viele Arschlöcher da oben über uns herrschen: Weil die wenigen Nichtarschlöcher, die es trotzdem nach oben schaffen, obwohl sie eben keine sind, dann gleich wieder so integer und korrekt sind, daß sie wegen Kleinkram gleich zurücktreten. Björn Engholm war auch so einer — das hätte Kohl doch auf einer Arschbacke abgesessen. Groß genug wär sie ja gewesen.

3. dann noch die kleine unbedeutende Anmerkung, daß der arme VW Phaeton, der ja gar nix dafür kann, arg viel schlechte Presse kriegt in letzter Zeit. Haider, Käßmann und der Goslarer Oberbürgermeister, der trotz Millionenschulden seiner Stadt so einen als Dienstwagen wollte, fallen mir spontan ein. Und auch im Fall Käßmann fragen sie schon wieder in den Foren, ob es nicht auch ein Passat getan hätte. Hallo? Jeder Chef einer verkackten kleinen mittelständischen Firma, jeder Politbonze fährt 7er, S-Klasse oder A8, und da kräht kein Hahn nach. Realitätsabgleich, Freunde, aber dringend. Es gibt da auch wunderschöne gepanzerte VW-Transporter für Frau Merkel, mit viel Platz drin. Hätte doch was, oder?

19. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 13:19

Szenerie: Büro des SPD-Ortsverbands Greven, 2007. “Wir müssen ins Internet!”, so schallt es durch die Räume. Und ein Praktikant bekommt den Auftrag: “Ja, wir haben hier schon mal so ein Temmpläit-Dings daungelohdet, das kannst Du mal editieren. Oder wie das heißt. Da steht jetzt überall Musterstadt, da machste Greven von, klar?” Ja nee, is klar. Ganz geschafft hat das der Praktikant zwar nicht, vermutlich mußte er zuviel Kaffee kochen, aber den Rest kann ja auch der Fuzzi von unserer Werbeagentur erledigen, wo ist der eigentlich, Fräulein Suhrbier? “Der wartet in Ihrem Büro, Chef.” Ah ja. Sehnse, ich hab Ihnen die Dateien schomma auf diesen USB-Schtick hier kopieren lassen, machense da mal was von. Aber son richtig professioneller Auftritt muß das werden!

Eine Woche später: “So, Ihre Seite ist im Web.” Wow, das ging ja fix, tja, es lohnt sich ja immer, mit Profis zu arbeiten, was? Ha! Moment, ich muß nur eben mein Internetprogramm starten, welches von diesen Bildchen muß ich da nochmal doppelklicken? Ach ja, das mit dem “e”, richtig. Dann sagen sie mal die Adresse?

“Ha Teh Teh Peh Doppelpunkt Schräger Schräger Weh Weh Weh Punkt Ess Peh Deh Minus Musterstadt Punkt Deh Eh.”

“Moment, wie war das? SPD … was?”

“Musterstadt.”

“…”

“Das stand da doch überall auf der Webseite, die Sie mir kopiert haben.”

Wir verabschieden uns an dieser Stelle aus der Live-Übertragung, bevor wir noch von einem fliegenden Bürostuhl unglücklich am Kopf getroffen werden. Und ja, natürlich ist das obige frei erfunden. Aber sehr viel anders kann es eigentlich kaum gelaufen sein; Theorien, spd-musterstadt.de sei ein Angebot an andere Ortsvereine, das Template auch zu nutzen, oder eine Demo oder was weiß ich, erscheinen mir angesichts dessen (fehlender) Qualität und der Tatsache, daß dort stellenweise doch auch “Greven” steht statt “Musterstadt”, ehrlich gesagt unrealistischer.

Immerhin haben sie es gemerkt: spd-greven.de gibt’s auch.

Gefunden in Fefes Blog.

18. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 12:21

Ein Schwank aus der jüngeren Vergangenheit, inzwischen aber verjährt:

Bei meinem Firmenbulli (1972er VW T2) war mal die Frontscheibe kaputt (Krümelglas, also eher “nicht mehr da”). Es folgte eine Telefonorgie: wer hat so ne Scheibe da? Der Sch*ib*n-D*kt*r in W*lf*nb*tt*l (ca. 70 km vom Standort des Fahrzeugs entfernt) hatte. Also rein ins Auto und ne gute Stunde gefroren (es war früh im Frühjahr und nur wenige Grad über Null).

Es entspann sich folgender Dialog: “T2? Kein Thema. Auf Kasko? Gut. Was hätten Sie denn gerne — grün, grün mit Grünkeil, grün mit Blaukeil oder bronze?” — “Äh … durchsichtig bitte.” — “Sie meinen *klar*?” (ungläubiger Blick) — “Ja.” — (kuckt aus dem Fenster) “Oh, die ist ja wirklich kaputt.” — “Ja, was meinen Sie, warum ich hier bin?” (Keine Antwort, offen wollte man den reihenweisen Versicherungsbetrug (s.u.) dann wohl doch nicht zugeben.) — “Nee, klar hab ich nicht da, muß ich bestellen.” — “Arrgh!”

Daß die selbstverständlich uun-beee-diingt erforderliche neue Dichtung ein Billigteil do Brazil ist und inzwischen schrumpft, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Die Originaldichtung, die in der zehnfachen Zeit nicht geschrumpft ist und inzwischen besser aussieht als die neue, liegt hier gottseidank noch rum, die tränk ich irgendwann mal in Armor All und bau sie wieder ein.

Dafür hab ich aber die 5 Jahre (!) später eingetrudelte Mahnung über die noch zu zahlende SB, für die ich nie ne Rechnung oder Zahlungsaufforderung gesehen habe, auch ignoriert. ;-) Echte Profis da — am Telefon, im Verkauf, in der Werkstatt und in der Buchhaltung. Zumindest bemerkenswert konsistent, der Laden.

Und zum Thema Versicherungsbetrug: Wenn ich eine Versicherung wär, würd ich mal auf einem großen Autotreffen am Sch*ib*nd*kt*r-Stand unauffällig die Kennzeichen der Autos notieren, die da eine neue Scheibe (egal ob in grün, grün mit Grünkeil, grün mit Blaukeil oder bronze) bekommen, und die dann mit den Kaskoforderungen der Folgewoche abgleichen. Am besten mit Vorher-Nachher-Foto. Und ganz ohne Smiley.

17. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 22:00

Soso, einer der beiden Reisezüge, die da in Belgien frontal zusammengedonnert sind, hat also vermutlich ein Haltsignal überfahren. Irgendwie habe ich gerade ein dickes fettes Deja-vu. Ja, so einen Artikel gab es schon mal auf Schlabonskis Welt, damals, 1999, als British Rail ein ähnliches Mißgeschick passierte.

Und schon damals war ich hin- und hergerissen zwischen Amüsement und Entrüstung über die Tatsache, daß British Rail in 200 km/h schnellen Intercity-Zügen immer noch nicht über eine Einrichtung verfügte, die es an deutschen Dampflokomotiven schon in den 50er Jahren gab: die induktive Zugsicherung, kurz Indusi.

Man sieht schon an der irgendwie netten Abkürzung im Stil von Gezuvor und Vileda, wie alt diese Erfindung ist. Heute hieße sie vermutlich ITS (Inductive Train Safety) stattdessen. Das Prinzip aber ist so simpel, daß man es heute vermutlich auf keinen Fall mehr so realisieren würde. Man braucht nicht mal einen Computer dafür: Das haltzeigende Signal gibt im Prinzip nur Strom auf einen Elektromagneten im Gleis, was einen Strom eine Spannung in einer Spule in der durchfahrenden Lok magnetisiert induziert und dieser so mitteilt: Heee, ich bin rot! Und die Lok bremst dann von selber. Mehr ist da nicht.

Erschreckend, daß das immer noch nicht alle eingebaut haben. Ein Eisenbahnzug ohne Indusi mutet 2010 ähnlich antiquiert an wie ein Auto mit Seilzugbremsen. Beides ist zwar TÜV-tauglich, aber täglich damit rumfahren möchte man eigentlich nicht mehr. Achtzehn Zugreisende in Belgien haben diese Erkenntnis mit ihrem Leben bezahlt. Ich bin neugierig, ob sie endlich die letzten sein werden.

Nein, glauben tu ich das nicht.

Danke an Mail- und Kommentarschreiber und andere E-Technik-Nachhilfelehrer!

Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 02:31

Daß ein zum Tode Verurteilter stirbt, ist nichts sonderlich Ungewöhnliches. Leider immer noch. Daß er aber, wie neulich in den United States of Neandertal, im zarten Alter von 94 Jahren eines natürlichen Todes stirbt, ist schon seltener.

Und es ist ein hübscher Anlaß, mal zu überlegen, ob man diese primitive Strafmethode nicht vielleicht doch endlich mal abschaffen sollte. Nicht so sehr wegen ihrer Unmenschlichkeit, und auch nicht, weil man dabei einmal gemachte Fehler nicht mehr korrigieren kann — beides ist den Amis ja traditionell egal –, sondern aus einem Grund, der vielleicht mehr Gehör finden wird: es kostet einfach zuviel.

Denn es ist ja nicht wegen Schlamperei, daß der Senior da seit 27 Jahren im Knast saß und auf seine Hinrichtung wartete. Ich weiß nicht, was der an Anwalts- und Gerichtskosten generiert haben mag im letzten Vierteljahrhundert, aber davon könnte man vermutlich einige Verbrecher bis an ihr Lebensende im Kittchen durchfüttern. Todesstrafe ist teuer, nicht wegen des Stroms für den elektrischen Stuhl, sondern wegen der -zig Sicherheitsnetze, die seinen fälschlichen Gebrauch vermeiden sollen. (Daß das trotzdem nicht immer so toll klappt mit dem Vermeiden, steht auf einem anderen Blatt.)

Es ist also teuer, fehlerbehaftet, nicht korrigierbar, und es sorgt obendrein für ein schlechtes Image in der zivilisierten Welt, wenn man Leute von Staats wegen umbringt. Und gelegentlich, zum Beispiel im aktuellen Fall, sorgt es außerdem auch noch für mildes Gespött. Ich bin ja mal gespannt, wann sie es einsehen da in USAnien. Mein Tip: das wird noch dauern. Mal kucken, wieviele ihrer Todeskandidaten bis dahin noch die Geduld verlieren und von alleine wegsterben.

16. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 13:36

Jaja, die kleinstädtische Tagespresse. Immer am Puls der Zeit, immer das Ohr an der Basis. Da sind selbst einzelne nichtverkaufte Konzertkarten einen Artikel wert:

neujahrskonzert.jpg

In derselben Ausgabe: “Edeka meldet: Noch achtzehn Dosen Katzenfutter verfügbar”, “Bei der Gärtnerei Busch wird der Torf knapp” und “Karstadt erwartet neue Lieferung Fingerhüte noch diese Woche”.

Wobei es schon interessant ist, festzustellen, wie billig so ein gekaufter Artikel in der Alfelder Zeitung offenbar ist: der Gewinn einer einzigen verkauften Konzertkarte genügt bereits, um ihn lohnend erscheinen zu lassen. Warum sonst sollte der Konzertveranstalter sich die Mühe machen, ihn in Auftrag zu geben?

15. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 20:17

Manche Sachen kann man sich nicht ausdenken. Die hier zum Beispiel: Kam grade eine Rechnug von dem Seniorenheim, in dem meine Großtante residierte. Bis zu ihrem Tode am Nikolaustag letzten Jahres. Die Rechnung war für ihr Zimmer, für Januar — was nicht falsch ist, weil wir das noch nicht gekündigt hatten, wegen Ausräumen und so. Aber daß auf der Rechnung dann auch die Posten für Betreuung und Verpflegung auftauchten, das stimmte dann doch ein ganz klein wenig stutzig. Ich mein, es ist ja schön, wenn die sich da so aufopfernd um ihre Insassen bemühen, und man weiß das ja auch zu schätzen — aber trotzdem, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß die das da ein bißchen übertreiben mit der Betreuung.

6. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 13:59

Schönes Beispiel dafür, daß Kommata (oder meinetwegen auch Kommas) nicht nur Zierde sind:

unwahrscheinlich.jpg

Stimmt. Es ist unwahrscheinlich, einfach bei Euch zu kaufen. Zumindest, daß ich das tun werde.

4. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 13:43

Manchmal fällt einem echt nix mehr ein. Da macht sich das Merkel doch allen Ernstes dafür stark, 2,5 Millionen Euro auszugeben für gestohlene Daten über Steuerhinterzieher. Gut, Kriminellen die Kohle in den Arsch zu blasen ist durchaus Teil des politischen Programms dieser Koalition, insofern sollte mich das nicht überraschen, aber trotzdem: Hallo? Geht’s noch? Entführern zahlt dieser Staat aus Prinzip kein Lösegeld, weil er sich nicht erpressen läßt und um die nicht zu ermutigen, aber Datendiebe zu ermutigen ist schon irgendwie okay?

Man verstehe mich nicht miß: Natürlich ist Steuerhinterziehung übel, und natürlich gehören diese Leute bestraft, gar keine Frage. Aber trotzdem heiligt der Zweck nicht die Mittel. Wenn es wie im Falle der Lösegelder um Menschenleben ginge, könnte man ja eventuell noch einsehen, warum Geschäfte mit Kriminellen gemacht werden. Aber nur um entgangene Steuergelder einzusacken? Das geht gar nicht, Frau Merkel. Sorry.

Klasse fand ich deswegen auch, daß jetzt deswegen Strafanzeige gegen das Merkel und seine Kumpanen gestellt wurde — von einem CDU-Mitglied, immerhin. Es gibt doch noch Hoffnung auf der Welt. Nicht viel, aber etwas.

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