Schlabonskis Welt
7. October 2010
Filed under: Allgemein, Denk mal, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 18:25

Jahre, ach was, bald Jahrzehnte ist es her, aber typisch ist’s und bleibt’s: Ausstellung des Frauen- und Lesbenreferats (sind Lesben keine Frauen?) des AStA der TU Braunschweig in der Mensa zum Thema “Frauenfeindliche Werbung in Zeitungen und Zeitschriften”.

Ein Beispiel: Werbung für irgendein Deo mit nackter Frau auf dem Rücken eines Stiers. Frauenfeindlich, weil Frau offensichtlich mit Jagdbeute gleichgesetzt werde. Meinetwegen, auch wenn Stiere eher nicht jagen, sondern wenn dann ermordet werden, wenn ich recht informiert bin. Weiter: Werbung für irgendeinen Urlaubsort (wenn ich mich richtig erinnere, ist auch egal) mit leichtbekleideten Mädels am Strand. Frauenfeindlich, weil Frau offensichtlich mit anderen Annehmlichkeiten des Urlaubsortes gleichgesetzt werde. Naja, von mir aus. Aber dann: Werbung für irgendein Duschgel mit einem nackten Mann. Dreimal dürft Ihr raten.

Natürlich: auch frauenfeindlich, weil der Mann als solcher da offensichtlich verherrlicht werde, oder wann habe die BetrachterIn zuletzt so einen Adonis beim Allkauf getroffen?

Ich wünschte, ich hätte mir das ausgedacht.

5. October 2010
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 21:32

Einerseits ist es ja schön zu sehen, daß in diesem unseren Lande doch noch so richtig schön gerechter Volkszorn brodeln kann, ganz ohne vorher wie von einem gewissen Herrn Lenin prophezeit Bahnsteigkarten zu kaufen. Und noch schöner, daß sich dieser Volkszorn dann auch mal gegen was Unsinniges richtet. Auch daß die brutalen Methoden der natürlich völlig angemessen handelnden Polizei mal wieder ins breitere Bewußtsein kommen, weil sowas mal mitten in einem Regierungssitz passiert statt auf einem Acker im Wendland, ist sicher nicht verkehrt.

Andererseits aber müssen sich die Stuttgart-21-Gegner einen Vorwurf schon gefallen lassen, nämlich den des Zuspätkommens. Ich hab jetzt nicht recherchiert (alles andere würde regelmäßige Leser hier ja auch überraschen), aber ich las zuerst von Stuttgart 21 in einer Zeitschrift, die ich seit bald einem Jahrzehnt nicht mehr lese. Und wann gehen sie auf die Straße? Wenn die ersten Mauern des Empfangsgebäudes und die ersten Bäume fallen.

Das ist, wie sich das mit der Restaurierung doch noch mal zu überlegen, nachdem der Schrottgreifer ins Dach des Familienwagens eingeschlagen ist.

Klar, mangelnde Erfolgsaussichten machen den Protest jetzt nicht sinnlos. Es ist schon gut, wenn die da oben merken, daß es den Leuten eben nicht egal ist, was mit ihrer Stadt, ihrem Bahnhof und den paar Milliarden passiert, die das alles kostet. Aber deswegen glaube ich noch lange nicht daran, daß dieser Protest in Stuttgart noch was ändern wird. Oder kann.

Aber vielleicht ändert er ja in Zukunft was, beim nächsten gigantomanischen Bauprojekt.

Die Stadt, in der ich lebe, ist ja auch Opfer eines solchen. Hier wurde der Hauptbahnhof 1960 verlegt: von der Innenstadt an den, hm, ja, Stadtrand ist das nicht, Außenbezirk auch nicht, aber irgendwie doch ein bißchen ab vom Schuß. Und dazu wurden Schneisen in die Bausubstanz gehauen, wie es sonst nur die Bomberflotten im 2. Weltkrieg geschafft haben. Ich kannte Braunschweig vorher nicht, wie auch, aber ich glaube, wer es vorher kannte, hat es danach bald nicht mehr wiedererkannt. Und die Gegend um den Torso des alten Bahnhofs, heute Sitz der Landessparkasse (vormals Nord/LB), ist immer noch irgendwie ein bißchen verrucht, nach bald 50 Jahren ohne Bahnhof. Erstaunlich. Wo war ich? Achja … wiedererkannt.

Stuttgart kenne ich auch nicht. Insofern könnte es mir eigentlich egal sein.

Mich ärgert an dem ganzen Bohei eigentlich auch am meisten, daß das schöne Geld viel sinnvoller in einem Ausbau der Bahnlinien zu den Nordseehäfen versenkt wäre als im Untergrund von Stuttgart. Nicht, weil ich da näher dran wohne, sondern weil der absehbare Verkehrsinfarkt infolge dauernd zunehmenden Güterverkehrs von und zu den Häfen mehr als nur ein paar Autobahnen im Norden lahmzulegen imstande sein wird.

Und auch sonst fiele mir einiges ein, was man für ein paar Milliarden bei der Bahn Sinnvolleres machen könnte. Und wenn es nur menschenwürdige Bahnhofstoiletten wären …

In diesem Sinne grüßt
  Euer Dieter Schlabonski.

3. October 2010
Filed under: Allgemein — Dieter Schlabonski @ 13:41

Nun ist es also passiert. Heute reagierte sie einfach nicht mehr auf mich. Kein Piep. Nichts.

Ja, okay, ich geb’s ja zu, daß ich sie arg vernachlässigt habe in letzter Zeit. Erstens war ich eh kaum mal je zuhause, und selbst wenn, habe ich sie meist nicht beachtet. Höchstens gelegentlich mal benutzt.

Früher war das anders. Als sie noch neu war für mich, da habe ich schon noch versucht, in ihr Inneres zu sehen. Zu verstehen, was sie antreibt. Und wie zum Teufel sie es immer wieder schaffte, alles und jeden so heiß zu machen.

Aber mit der Zeit legte sich das. Und in den letzten Jahren war’s dann eben eine rein nutzorientierte Beziehung, die wir hatten.

Rein, raus, fertig.

Nicht daß sie sich je beschwert hätte! Nein, immer war sie da für mich. Wann immer ich ein Bedürfnis nach Erhitzung hatte. Nie was zu meckern, und nie hat sie versagt dabei.

Bis heute.

Die Trennung ist mir dann aber doch noch einigermaßen leichtgefallen. Runtergebracht an die Straße hab ich sie auch noch, ein gewisses Maß an Höflichkeit war ich ihr wohl schuldig — aber auf den großen blauen Mercedes zu warten, mit dem sie dann abgeholt wurde, hab ich mir dann doch nicht mehr gegeben.

Und nun muß ich mich also nach was Neuem umsehen, dabei bin ich da völlig aus der Übung. Und trotz all den Jahren des Zusammenlebens weiß ich auch heute nicht viel mehr als damals über Mikrowellen.