Schlabonskis Welt
8. July 2017
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 00:48

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Ja, natürlich ist vieles, wenn nicht das meiste der Politik der größten 20 Industrienationen Scheiße. Klar sollte man dagegen protestieren. Gar keine Frage.

Ja, selbstverständlich ist es mindestens eine Provokation, wenn nicht Größenwahn oder — schlimmer noch — eiskalte Berechnung, so einen Gipfel ausgerechnet im friedlichen, verschlafenen Hamburg abzuhalten. Die Meisterfeier von Bayern München ist ja auch standardmäßig in Dortmund. Wissen wir ja.

Ja, klar hat die Polizei mit absurd hartem Vorgehen gegen friedliche, angemeldete, genehmigte Camps und Demos für reichlich Funken gesorgt, an denen sich die Krawalle entzünden mußten. Leugnet keiner außer denen.

Aber verdammt nochmal, Ihr Vollspacken, das müßt Ihr doch gemerkt haben, daß die Euch genau zu dem idiotischen Zerstörungswahn anzustiften versucht haben, den Ihr da jetzt, wo diese Zeilen entstehen, abzieht! Draußen plündert Ihr Supermärkte und steckt Familienautos in Brand, und drinn hört Mutti mit Trump und Putin die Ode an die Freude, grinst innerlich und feilt mental schon mal am Entwurf für das Gesetz zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Mit den Bildern frisch im Kopf kriegt sie das vielleicht sogar noch in dieser Legislatur durch, das wär doch ein schöner Erfolg fürs Stimmenfischen am rechten Rand!

Und nebenbei bemerkt: wenn Ihr dann tatsächlich Porsche Cayennes oder Polizeiwagen in Brand steckt, was genau soll das bewirken außer nem schicken Foto für die Bild-Schlagzeile am nächsten Morgen? Den Porsche zahlt die Kasko, also alle Autofahrer, und die Bullenkarre zahlt der Steuerzahler, also alle. Auch Ihr. Den ollen Jetta oder Fiesta, der danebensteht und der vielleicht nicht kaskoversichert ist, nur den zahlt sein Besitzer selber. Obwohl er es sich eigentlich nicht leisten kann.

Sinngemäß gilt für Tante-Emma-Läden und Sparkassenfilialen natürlich das Gleiche.

Aber entschuldigt bitte, soweit denkt Ihr ja nicht. Das erkennt man ja schon an so hirnverbrannten Formulierungen wie “Klirren ist der Beifall der Dinge”. Ja genau. Und Schmerzensschreie sind der Beifall der Menschen?

So, und jetzt geh ich kotzen. Es ist nötig.

30. June 2017
Filed under: Allgemein, Denk mal, Wie was ... Lob? — Dieter Schlabonski @ 12:36

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Na, das war doch mal ne Überraschung: auf einmal gibt der Bundestag die “Ehe für alle” (vormals despektierlicher: “Homo-Ehe”) frei, und alle reiben sich verwundert die Augen: Was bitte war jetzt all die Jahre das Problem?

Okay, direkt eine Wahl hatte Frau Merkel nicht mehr, wo sich doch alle drei potentiellen Koalitionspartner dazu bekannt hatten, die Sache endlich mal als Bedingung für eine Koalition mit der Union klarzustellen. Pragmatisch, wie sie bekanntermaßen ist, gab sie also die Abstimmung nach Gewissen ohne Koalitionszwang frei — ein Abstimmungsmodus, der nebenbei bemerkt laut Grundgesetz eigentlich immer gelten soll.

Und somit: Friede, Freude, Eierkuchen (gabs heute mittag übrigens tatsächlich hier, aber ich schweife ab). Jubel, Trubel, noch’n Sprudel.

Sollte man meinen.

Und dann kommt Stefan Niggermeier und schreibt im Spiegel an der Leine: “Angela Merkel hat bei der Ehe für alle keine Kehrtwende gemacht, sondern ist nur einen Schritt zur Seite gegangen: aus dem Weg. Ihr Pragmatismus ist respektlos gegenüber dem Wähler.”

Wie bitte? Da handelt die Frau gegen ihre eigene Überzeugung (sie hat mit Nein gestimmt) und sagt: Okay, bitte, wenn Ihr wollt, dann stimmt halt drüber ab, ich will mich da nicht (mehr) in den Weg stellen. Ja klar, das hat sie aus Pragmatismus gemacht und nicht aus Überzeugung. Überzeugung nicht nur nicht für die Ehe für alle, sondern vermutlich auch nicht für die Demokratie. Alles richtig oder zumindest plausibel, man kennt sie ja.

Aber hey — sie hat das Richtige getan, und jetzt wird ihr angekreidet, WARUM sie es getan hat? Geht’s noch, Herr Niggemeier? Frau Merkel hat das Recht, gegen die Ehe für alle zu sein, so wie jeder andere Mensch auch. Daß sie sich ergo nicht an der Speerspitze der Bewegung zu ihrer Einführung findet, das kann man ihr aber genausowenig vorwerfen wie ihre Überzeugung, daß das eine schlechte Sache sei!

Und ich gehe sogar noch weiter: Meine Hochachtung, Frau Merkel! Es ist immerhin auch nicht so alltäglich, daß ein Politiker einsieht, daß er ein totes Pferd reitet und absteigen sollte. Das zu erkennen und entgegen der eigenen Überzeugung auch zu tun, und dann auch noch ohne groß rumzukrakeelen, wie es die üblichen Verdächtigen von CSU bis katholischer Kirche es noch jetzt, wo der Keks gegessen ist, vorhersagbar und lautstark tun — das verdient Respekt. Den hatte ich vor Ihnen, Frau Merkel, nicht immer — manchmal aber schon.

Und heute eben auch mal wieder. Chapeau!

Filed under: Allgemein, Denk mal, Gummibahn-Cargo — Dieter Schlabonski @ 11:33

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Immer mal wieder, so auch gestern (Hinweis: ich verlinke hier absichtlich nicht auf die üblichen Verdächtigen mit den blutrünstigen Fotostrecken, wenn Ihr sowas wollt, googelt gefälligst selber), — wowarich?

Achja: immer mal wieder passieren Unfälle mit auf Verzögerungsstreifen oder Fahrspuren von Autobahnparkplätzen illegal abgestellten LKW, deren Fahrer bei dräuendem Fahrzeit-Ende keinen legalen Parkplatz mehr gefunden (oder gesucht) haben. Meistens sind das nur kleinere Rempler der Lastwagen untereinander beim Vorbeifahren, aber ab und zu schüsselt auch mal jemand dem im Weg parkierten Gefährt mit Schwung ins — oder im Falle von PKW: unters — Heck.

Gestern war das, soweit man es noch erkennen kann, ein silberner Vectra, in dem drei Personen zu Tode kamen und der Fahrer schwerverletzt überlebte. Das ist ohne Frage tragisch, aber nicht die Schuld der LKW-Fahrerin (die mit leichten Verletzungen davon kam). Denn wie in §3 StVO nachzulesen ist: man hat seine Geschwindigkeit so zu wählen, daß man jederzeit im überschaubaren Bereich anzuhalten vermag. It’s not just a good idea, it’s the fucking law, bitches.

Und nein: natürlich mach ich das auch nicht immer. Mit dem Lastwagen schon einigermaßen — die Landescheinwerfer moderner Fernlaster reichen schon was weiter als die meines räudigen französischen Mittelklasse-Youngtimers, und der Abstandsregler nebst Notbremsassistent ist auch nicht auf sichtbares Licht angewiesen –, aber mit dem PKW fahr ich natürlich nachts auf der Autobahn schneller als 80.

Aber doch nicht auf einem Parkplatz!

Wer in ein stehendes Hindernis hämmert, erst recht wenn es auch noch reflektierende Rückstrahler und (heutzutage meistens auch schon) Konturmarkierungen aufweist, dem ist, es tut mir leid, beim besten Willen nicht mehr zu helfen. Das ist dann nix weiter als Darwin in Action — schade um die anzunehmenderweise unschuldigen mitfahrenden Opfer, hoffentlich hat der Vollhonk am Steuer des Vectra (o.ä.) da wenigstens was draus gelernt.

Bemerkenswert auch: “Nach ersten Erkenntnissen soll der Mann auf der Autobahn zunächst einen Lkw überholt haben und dann auf den Parkplatz eingeschert sein.” Das klingt für mich nach einem dieser Schnell-noch-überholen-oh-da-ist-ja-schon-meine-Ausfahrt-Spinner, die uns ohnehin schon das Leben schwermachen. Probiert es mal aus: die letzten 500 oder auch 1000 Meter vor der Ausfahrt oder dem Parkplatz hinter einem LKW herzufahren tut gar nicht weh und dauert auch nicht so lange, wie man denkt!

Und nein, natürlich macht das das LKW-Parken auf Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen nicht besser. Das ist und bleibt gefährlicher Irrsinn — schließlich kann ja auch mal jemand auf der Autobahn ins Schleudern kommen oder nach rechts ausweichen müssen und dann in so einen Laster reinkacheln. Wenn der Reinkachelnde dann auch ein Laster ist, gibt das dann für den pennenden Fahrer u.U. auch kein böses, sondern gar kein Erwachen mehr. Dazu kommt, daß man zum Einfahren auf den Parkplatz mitunter schon auf der rechten Fahrspur stark verzögern muß, was natürlich erst recht saugefährlich ist für alle Beteiligten und auch die Unbeteiligten in der Nähe. Da ist etwas Fahrzeitüberschreitung sicherlich die bessere Wahl, wenn es nicht anders geht.

Aber den Schuh hat sich auch eher der Verkehrsminister anzuziehen, der ja letztlich dafür verantwortlich zu machen ist, daß der Parkplatzbau mit der Straßen-Güterverkehrs-Zunahme schon seit Jahrzehnten nicht mehr Schritt gehalten hat und auch jetzt, wo wieder ein wenig mehr gebaut wird, das Ausbautempo bei weitem nicht ausreicht.

Ich will die Kollegin, die da ihre Fuhre in die Schußlinie gestellt hat, nicht komplett absolvieren — natürlich ist das idiotisch, natürlich gehört und wird sowas bestraft. Aber in den Medien wird sie, wie immer bei dieser Art Unfall, als die nahezu Alleinschuldige dargestellt — und das, mit Verlaub, liebe Journalisten, ist absoluter Bullshit auf dem Niveau des ADAC, der noch in den 70er Jahren den Alleebäumen die Schuld an den vielen Landstraßen-Toten gab.

21. June 2017
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 11:10

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Warum ist die Mehrzahl von Datenbank eigentlich Datenbanken wie in Raiffeisenbanken, die von Speicherbank (im Sinne von RAM) aber Speicherbänke wie in Parkbänke?

Weil es im Prinzip derselbe Unterschied ist.

Bei einer Speicherbank sagt man zu seinen Daten: So, hier ist dein Platz, setz dich und halt die Klappe, bis ich wiederkomme und dich abhole. Man weiß mit anderen Worten, was mit den Daten in der Zwischenzeit passiert: nix. Bei einer Datenbank hingegen sagt man: So, liebe Bank, hier sind meine Daten, nimm sie mal in deine Obhut — aber sei bitte darauf vorbereitet, daß ich irgendwann wiederkomme und sie wiederhaben will.

Was die Bank aber inzwischen mit den Daten macht, verrät sie einem nicht, genausowenig wie man weiß, was das Geldinstitut unterdessen mit der Kohle so anstellt. Man weiß nur: wenn man sie nicht wiederkriegt, wird man einen Riesen-Larry veranstalten.

15. June 2017
Filed under: Allgemein, Denk mal, Umfragen — Dieter Schlabonski @ 12:10

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Wenn einem Politiker etwas Ungesetzliches vorgeworfen wird, gilt nicht wie bei normalen Menschen die Unschulds-, sondern im Gegenteil eine Schuldsvermutung.

Oder wann hast Du das letztemal bei Bekanntwerden solcher Vorwürfe gedacht: “NEIN! Der? Das kann ich mir ja überhaupt nicht vorstellen, bei einem so ehrlichen und integren Menschen!”

9. November 2016
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 09:45

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Nun ist es also doch passiert, was sich keiner vorzustellen wagte. Schon wieder. Nach dem Brexit, der ja, wir erinnern uns, von seinen Gegnern angeleiert wurde (”laß uns darüber einfach mal volksabstimmen lassen, damit der Scheiß dann vom Tisch ist” — und dann sagt das Volk “Ja!”, sowas Dummes aber auch, wer konnte denn damit rechnen?) erleben wir nun unter ganz ähnlichen Vorzeichen die Clintektomie. Denn auch die Demokraten haben ja den Herrn Trump als Gegner hochgeschoben in der Hoffnung, gegen den verwirrten Vollspacken eher gewinnen zu können als gegen einen weniger kontroversen Kandidaten. Toller Plan. Hat bloß nicht funktioniert. Anscheinend hat man doch ein wenig unterschätzt, wie abstoßend Hillary wirklich ist.

Und jetzt dauert es bestimmt nur noch Minuten, bis das Jammern und Wehklagen, die Wählerbeschimpfung und die düsteren Zukunftsaussichten auch in meiner Filterblase aufzuschlagen beginnen. Hach, wie ich mich darauf freue.

Ja sicher, Präsident Trump ist jetzt nicht gerade das Geilste, was ich mir als Ersatz für den Träger des Schwedischen Comedypreises hätte vorstellen können. Aber es war ja nun auch eine Wahl zwischen Pest und Cholera: will man lieber den populistischen, fremden- und frauenfeindlichen Rassisten oder doch lieber die merkbefreite Verbrecherin? Ehrlich gesagt: mir wäre die Entscheidung auch schwergefallen. Jeremy Clarkson hat das Problem ganz hübsch zusammengefaßt mit seiner Frage, ob sich unter 300 Millionen US-Bürgern denn wirklich keine geeigneteren Kandidaten hätten finden lassen als ausgerechnet die beiden.

Aber der Weltuntergang, den jetzt gleich viele heraufbeschwören werden — sorry, den seh ich nicht. Sicher ist es nicht gerade ein beruhigender Gedanke, daß Donald nun den Finger auf dem roten Knopf hat, aber hey, das war es bei Ronald, George oder George Dabbeljuh auch nicht gerade, und da ist auch nix passiert (wenn auch nur knapp). Ich bin weder von Trump noch von Putin ein Fan, aber für so bescheuert halte ich wirklich keinen der beiden, zumal man ja in Rußland sich auch recht angetan zeigt vom Wahlausgang — vielleicht taut’s ja sogar ein bißchen im Kalten Krieg, das wäre doch auch nicht das Verkehrteste. Klar, Vladimirs Zustimmung wird als weiteres Indiz dafür gesehen werden, wie schlimm Donalds Sieg nun sei, aber mir sind zwei Verbrecher, die einander gut finden, an den roten Knöpfen immer noch lieber als zwei erbitterte Feinde, selbst wenn einer davon ein Guter wäre. (Was ja auch nicht unbedingt der Fall sein muß.)

Gratulation nebenbei an einen weiteren Unsympathen in staatstragendem Amte, den Herrn Erdogan: Perfektes Timing für den nächsten Schritt auf dem Weg zum Diktator. Das Erstatten einer Anzeige wegen Beleidigung gegen alle Abgeordneten der größten Oppositionspartei in den Nachrichten der ganzen Welt unter “ferner liefen” zu verstecken, schafft man nicht so ohne weiteres, aber heute klappt es prima, das hat er schon gefickt eingeschädelt.

Und daß man sich in Berlin in der Koalition nicht auf Klimaschutzziele einigen konnte, ist schon gleich ganz egal. Bis zur Bundestagswahl ist das eh vergessen.

Weitergehen, weitergehen. Hier gibt es nichts zu sehen.

Wenn ich abschließend eine Prognose wagen darf: Genausowenig, wie Obama seinen überreichlichen Vorschußlorbeeren gerecht geworden ist, werden sich die üblen Weissagungen über Trumps Präsidentschaft bewahrheiten. Klar, einiges wird schlimmer werden, und ich würde jetzt noch weniger als bisher in Amerika arm sein oder dorthin einwandern wollen, aber eigentlich habe ich vor dem komplett republikanischen Kongreß Senat und Repräsentantenhaus viel mehr Angst als vor der Witzfigur im Präsidentenamt. Aber auch alle zusammen werden nichts kaputtschlagen, das sich nicht auch wieder reparieren ließe — und ihre Wähler werden hoffentlich bald schon merken, daß auch ihre vermeintlichen Heilsbringer nur mit Wasser kochen und ebensowenig wie die Konkurrenz die Patentrezepte haben, mit denen alles gut wird.

Denn daß tatsächlich alles gut werden könnte — den Glauben habe ich schon vor Jahrzehnten verloren.

26. July 2016
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal, Kritisieren statt kreieren — Dieter Schlabonski @ 13:54

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Unter diesem Titel machen im Leitartikel des Alfelder Tageblatts die Herren Thorsten Fuchs, Jan Sternberg und Roland Herold — nach einer differenzierten Betrachtung über Amoklauf vs. Terroranschlag — durchaus angemessene Vorschläge zur Berichterstattung nach Amokläufen:

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So weit, so gut, so richtig. Schade nur, daß das Alfelder Käseblatt den Artikel nicht gelesen hatte, als sie das hier auf die gegenüberliegende Seite 3 druckten:

fasziniert.jpg

Und als sei das nicht genug, zeigen sie im Kopf der beiden Seiten auch noch acht der neun Opfer von München (das neunte, ein 45-Jähriger, war vermutlich nicht fotogen genug oder hatte keine Bilder in den “sozialen Medien” hochgeladen?). Und zwar, im Gegensatz zu dieser Abbildung hier, unverpixelt und mit voller Namensnennung:

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Jawoll, liebes Alfelder Drecksblatt. Genau so macht man das mit dem Vermeiden des Ruhms. Habt Ihr echt prima hingekriegt.

Ihr Pappnasen.

(Unschärfe und Verpixelungen bzw. rote Balken sind von mir. Ich will ja nicht zum Ruhm des Täters beitragen, gell.)

25. July 2016
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 11:18

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Eigentlich ist es erstaunlich: fast jeder weiß (und die meisten geben es auch vor sich selber zu), daß es so nicht weitergehen kann mit dem motorisierten Individualverkehr und den Mengen an fossiler Energie, die derselbe verbrennt und in Luftschadstoffe verwandelt — und trotzdem gibt es keine wirklich spürbare Bewegung hin zu den Alternativen.

Einer der Gründe ist, daß von den Alternativen zu viel verlangt wird. Die meisten PKW stehen 22 oder 23 Stunden am Tag — den Rest schafft jedes Elektroauto ohne Zwischenladen. Trotzdem würde niemand ein Auto kaufen, das nach zwei Stunden an die Steckdose muß — was ist, wenn man damit in Urlaub fahren will? (Eine ganz ähnliche Argumentation dient übrigens auch der Rechtfertigung der Anschaffung eines siebensitzigen SUV spätestens bei der Geburt des zweiten Kindes, aber dies nur nebenbei.)

Nun kann man dem Autokäufer predigen, daß es nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch günstiger ist, einen kleinen, sparsamen, heute vielleicht auch schon elektrisch betriebenen Wagen zu fahren, der 95% der Zeit ausreicht, und für die restliche Zeit dann eben den benötigten Kleinbus, Geländewagen oder von mir aus auch Luxus- oder Sportwagen zu mieten. Auf besonders viel Gehör stoßen wird man damit aber nicht. Seh ich ja an mir selbst: eine 24 Jahre alte, fünftürige Mittelklasse-Limousine mit 120 PS und Automatikgetriebe brauche ich eigentlich nie und fahr trotzdem eine. Warum? Weil es Spaß macht.

Es bedarf also eines anderen Ansatzes, will man dem Explosionsmotor und dem fossilen Kraftstoff den Garaus machen. Die Alternativen müssen nicht nur wirtschaftlicher werden, sondern auch sexier. Wenn das Lustzentrum sagt: Sowas will ich! — dann findet das Gehirn schon selbst einen Weg, wie man sich sowas leisten kann.

Die Firma Tesla ist da schon auf einem ganz guten Weg. Man baut dort eben kein utiliarisches Elektroauto, sondern (nach einem Roadster als Einstieg) einen hocheleganten, unglaublich schnellen und sehr komfortablen Luxuswagen mit einem wegweisenden Update-Konzept, der nebenbei aber auch noch elektrisch angetrieben ist (und nur deswegen so schnell sein kann, weil das mit Elektroantrieben eben viel einfacher zu bauen ist als mit Explosionsmotoren). Und klar, natürlich ist das Ding teuer. Na und? Eine S-Klasse ist auch teuer. Aber ein Tesla ist sexier — und prompt verkauft er sich in den USA, wo er herkommt, immerhin schon mal besser als die S-Klasse.

Teslas erklärtes Ziel ist es, aus der Oberklasse hinunter in den Massenmarkt zu kommen. Das dazu benötigte Mittelklassefahrzeug, das “Model 3″, ist bisher nicht mehr als eine Designstudie — und trotzdem hat man bereits über 300.000 Vorbestellungen mit je 1.000 US-Dollar Anzahlung dafür eingesammelt. Das funktioniert also schon mal ganz gut.

Und trotzdem — auch 300.000 Elektroautos sind nichts, vergleicht man sie mit den Millionen Benzin- und Dieselautos, die alljährlich neu auf die Straßen kommen. Die Bundesregierung hat das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu haben; ein Ziel, das inzwischen illusorisch sein dürfte. Warum?

Ich denke, um die Reichweitenangst kommen wir nicht herum. Wer Langstrecken fährt, der will keine Batterien laden müssen, sondern volltanken und weiterfahren können.

Das Interessante dabei: so eine Technik gibt es. Volltanken wie bei einem Benzinauto und trotzdem elektrisch fahren wie mit einem Tesla. Sie nennt sich: Wasserstoff-Brennstoffzelle. Der unter hohem Druck verflüssigt getankte Wasserstoff verbindet sich in der Brennstoffzelle mit Luftsauerstoff zu Wasser, und die freiwerdende Energie wird zum Antrieb des Autos genutzt.

Diese Technik eröffnet die Möglichkeit eines sanften Übergangs von der derzeitigen Benzin-und-Diesel-Welt zu einer Welt von Elektrofahrzeugen. Der gestaltet sich so:

  1. Kurzstreckenfahrzeuge (Taxis, Busse, Müllwagen, Stadtlieferwagen etc.) können bereits heute problemlos durch batterie-elektrische Fahrzeuge ersetzt werden. Wo nötig, kann berührungslose Induktions-Ladetechnik etwa an Taxiständen und Bushaltestellen einen Dauerbetrieb ermöglichen. In einigen Städten fahren schon die ersten so ausgestatteten Busse.
  2. Neben batterie-elektrischen Privatwagen sollten auch brennstoffzellen-elektrische angeboten werden. Das bedingt eine Wasserstoff-Tankstellen-Infrastruktur. Da solche Fahrzeuge für die Langstrecke prädestiniert sind, reicht es aber, diese entlang der Fernstraßen zu errichten.
  3. Als “eierlegende Wollmilchsau” fungiert der Hybridantrieb — nicht wie bisher mit Elektro- und Verbrennungsmotor, sondern nun halt mit Akku und Brennstoffzelle. Im Alltag billig und effizient an Steckdose oder Ladestation Strom tanken, aber trotzdem fernreisetauglich mit Wasserstoff-Betankung. Sicher erheblich teurer und schwerer als reine Batterie- wie Brennstoffzellen-Autos, aber man sehe sich auf den Straßen um: teure, schwere Autos verkaufen sich gut!
  4. Bleibt der schwere Güterfernverkehr. Klar, eigentlich will man den auf der Schiene haben, aber mit brennstoffzellen-elektrischen Lastwagen (die nebenbei mit gar nicht mal so großen Akkus durch regeneratives Bremsen bergab auch noch einen Haufen Energie sparen, der derzeit noch in den Retardern als Abwärme verpufft) wird er auch auf der Straße schon sehr viel nachhaltiger und erträglicher.
  5. Und für die Oldtimer, die Kleinserien-Sportwagen und die paar Prozent an Unverbesserlichen, für die ein Auto Brumm-Brumm machen muß, weil es sonst kein richtiges Auto ist — für die paar hunderttausend Autos, die auch in ein paar Jahrzehnten noch Explosionsmotoren haben werden, gibt es dann ja immer noch Biokraftstoffe, bis dahin sicherlich auch dank Biomass-to-liquid ohne die zu Recht kritisierte Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Nahrungsproduktion.

Wie man das durchsetzt? Jedenfalls nicht mit ein paar tausend Euro Elektroauto-Kaufprämie, soviel ist nach den ersten Erfahrungen mit derselben mal sicher. Mein Vorschlag wäre: Spritsteuer rauf. Und zwar europaweit, und mit Ansage, also planbar. Sagen wir: pro Jahr um 20 Cent pro Liter, Biokraftstoffe natürlich weiterhin ausgenommen. Dazu ein schönes Förderprogramm für Akku-Ladestationen (eher in Städten) und Wasserstoff-Tankstellen (eher an Fernstraßen). Und dann wollen wir doch mal sehen, ob die geschätzte Autoindustrie es nicht ganz von selber — ohne jede Subventionierung — hinkriegt, den Millionen, die ihnen danach die Bude einrennen, schöne Akku- und Brennstoffzellen-Autos zu verkaufen.

Und wer dann 2025 immer noch einen Porsche Turbo haben will oder einen Zwölfzylinder-Bentley, oder einfach seinen geliebten Käfer oder Twingo behalten? Bitte, kein Problem, wer möchte, der darf ja. Heute gibt es ja auch noch ein paar hunderttausend Fossilien ohne Katalysator da draußen. Ein paar hunderttausend umweltschädliche Exoten sind auch gar nicht das Problem — das Problem sind die Millionen “normaler” Autos, gefahren von “normalen” Leuten. Wir können es uns nicht leisten, daß die noch jahrzehntelang fossile Energieträger verbrennen. Und im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo wir es uns auch schon nicht leisten konnten, aber keine hinreichend attraktiven Alternativen anzubieten hatten, haben wir die heute.

Jetzt müssen wir es nur noch tun.

10. June 2016
Filed under: Allgemein, Denk mal, Gummibahn-Cargo — Dieter Schlabonski @ 14:28

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Mein Kollege Torsten Böhme hat in seinem Blog “Blick Ableiter” einen wie ich finde doch etwas heftig überspannten Bogen geschlagen von der Ausflaggung ganzer LKW-Flotten von Deutschland nach Osteuropa hin zu allgemeiner Demokratie-Kritik. Das Folgende sollte eigentlich dort ein Kommentar werden, wurde aber von der Blogsoftware abgewiesen — zu lang? Egal. Wird’s eben ein Blogpost hier. Uuuund schnipp!

Ich finde, Du hängst das hier ein bißchen hoch. Dem Normalbürger, und in der Folge dann auch dem ihn vertreten sollenden Politiker, ist doch scheißegal, wo der Laster, der seinen bayrischen Joghurt nach Niedersachsen karrt, angemeldet ist oder welche Sprache sein Fahrer spricht. Und zwar mit Recht.

Hinzu kommt, daß Du als Land halt nicht mal eben europäischer Exportmeister sein und dann den Nachbarn verbieten kannst, sich beim Transport ein paar Krümel des Kuchens zu holen. Mal ganz davon abgesehen, daß ohne die osteuropäischen Flotten vermutlich unsere Wirtschaft schnell kollabieren würde — nicht wegen der dann höheren Frachtpreise, sondern schlicht wegen Kapazitätsmangel.

Und zu guter Letzt: Der Bauherr darf selbstverständlich ein paar Tausender sparen mit der Malerkolonne aus Polen. Dem Landwirt bleibt gar nix anderes übrig, als litauische Erntehelfer zum Spargelstechen einzustellen, weil es schlicht kein deutscher Student oder Hartzer durchhielte, 12 Stunden am Tag in sengender Sonne gebückt übers Feld zu gehen. Warum sollte nun also der mittelständische Unternehmer nicht auch ein paar Euro sparen dürfen, indem er Waberer’s beauftragt statt Wandt? Das ist eben Marktwirtschaft. Muß man nicht gut finden, tu ich auch nicht immer, aber die Alternativen sind halt auch nicht überzeugend.

Aber Demokratie? Die hat damit m.E. nix zu tun. Oder weißt Du auch nur von einer Partei, ob und wenn ja was sie in ihrem Wahlprogramm zu ausgeflaggten LKW-Flotten stehen hat? Das Thema ist so klein, das ist schlicht egal. Allen nicht direkt Betroffenen. Also fast allen.

22. April 2016
Filed under: Allgemein, Denk mal, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 21:05

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Aus aktuellem, traurigem Anlaß:

erpelrain.jpg

Erpelrain, Erpelrain
Erpelrain, Erpelrain
Erpelrain, Erpelrain
I only want to see you dancing in the Erpelrain

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