Schlabonskis Welt
30. June 2017
Filed under: Allgemein, Denk mal, Wie was ... Lob? — Dieter Schlabonski @ 12:36

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Na, das war doch mal ne Überraschung: auf einmal gibt der Bundestag die “Ehe für alle” (vormals despektierlicher: “Homo-Ehe”) frei, und alle reiben sich verwundert die Augen: Was bitte war jetzt all die Jahre das Problem?

Okay, direkt eine Wahl hatte Frau Merkel nicht mehr, wo sich doch alle drei potentiellen Koalitionspartner dazu bekannt hatten, die Sache endlich mal als Bedingung für eine Koalition mit der Union klarzustellen. Pragmatisch, wie sie bekanntermaßen ist, gab sie also die Abstimmung nach Gewissen ohne Koalitionszwang frei — ein Abstimmungsmodus, der nebenbei bemerkt laut Grundgesetz eigentlich immer gelten soll.

Und somit: Friede, Freude, Eierkuchen (gabs heute mittag übrigens tatsächlich hier, aber ich schweife ab). Jubel, Trubel, noch’n Sprudel.

Sollte man meinen.

Und dann kommt Stefan Niggermeier und schreibt im Spiegel an der Leine: “Angela Merkel hat bei der Ehe für alle keine Kehrtwende gemacht, sondern ist nur einen Schritt zur Seite gegangen: aus dem Weg. Ihr Pragmatismus ist respektlos gegenüber dem Wähler.”

Wie bitte? Da handelt die Frau gegen ihre eigene Überzeugung (sie hat mit Nein gestimmt) und sagt: Okay, bitte, wenn Ihr wollt, dann stimmt halt drüber ab, ich will mich da nicht (mehr) in den Weg stellen. Ja klar, das hat sie aus Pragmatismus gemacht und nicht aus Überzeugung. Überzeugung nicht nur nicht für die Ehe für alle, sondern vermutlich auch nicht für die Demokratie. Alles richtig oder zumindest plausibel, man kennt sie ja.

Aber hey — sie hat das Richtige getan, und jetzt wird ihr angekreidet, WARUM sie es getan hat? Geht’s noch, Herr Niggemeier? Frau Merkel hat das Recht, gegen die Ehe für alle zu sein, so wie jeder andere Mensch auch. Daß sie sich ergo nicht an der Speerspitze der Bewegung zu ihrer Einführung findet, das kann man ihr aber genausowenig vorwerfen wie ihre Überzeugung, daß das eine schlechte Sache sei!

Und ich gehe sogar noch weiter: Meine Hochachtung, Frau Merkel! Es ist immerhin auch nicht so alltäglich, daß ein Politiker einsieht, daß er ein totes Pferd reitet und absteigen sollte. Das zu erkennen und entgegen der eigenen Überzeugung auch zu tun, und dann auch noch ohne groß rumzukrakeelen, wie es die üblichen Verdächtigen von CSU bis katholischer Kirche es noch jetzt, wo der Keks gegessen ist, vorhersagbar und lautstark tun — das verdient Respekt. Den hatte ich vor Ihnen, Frau Merkel, nicht immer — manchmal aber schon.

Und heute eben auch mal wieder. Chapeau!

6. August 2015
Filed under: Allgemein, Geschichten, Wie was ... Lob? — Dieter Schlabonski @ 10:20

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Kurz vorm Ortsende, mein räudiger Citroën kommt in Wallung und hat bereits gut die erlaubten 50 zzgl. MwSt drauf, da entschließt sich die Fahrerin einer Nuckelpinne aus dem Hause Nissan doch noch, vor mir auf die Ausfallstraße einzubiegen. Kann sie ja machen, wenn sie dann auch beschleunigt, denk ich mir noch — tut sie aber nicht. Auch nicht schlimm, genug Platz ist ja, kommt auch keiner entgegen, also Blinker, kurz gehupt (sollte gleichzeitig “Ey, das war nicht so gut” und “Achtung, ich überhole dich gerade” bedeuten, das geht ja heute alles) und vorbei. Im Rückspiegel: ein lichthupender Nissan mit einer gestikulierenden Fahrerin.

Ah, denk ich mir, erst Vorfahrt nehmen, dann nich ausm Quark kommen und dann noch rummeckern, wenn man überholt wird? Na das haben wir gerne.

Im nächsten Ort steh ich an einer Ampel, als neben mir die Nuckelpinne auf der Linksabbiegerspur zum Stehen kommt. Erst ihr, dann auch mein Fenster verschwinden surrend in der Tür, und eingeatmet hab ich auch schon für eine klare Ansage nach links — da schallt mir entgegen: “Wollte mich nur nochmal entschuldigen, hab mich verschaltet — sorry!”

Erst Vorfahrt nehmen, dann nich ausm Quark kommen und dann noch das Gegenüber mit ein paar Worten und einem Lächeln komplett aus dem Konzept bringen? Na das haben wir gerne.

Wirklich gerne.

Immerhin, das Zurücklächeln und “schon ok, is ja nix passiert”-Sagen hab ich noch hingekriegt, bevor es grün wurde.

Danke, Frau Nuckelpinnentreterin. Made my day.

24. July 2014
Filed under: Allgemein, Gummibahn-Cargo, Wie was ... Lob? — Dieter Schlabonski @ 17:46

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Der Lastzug des Unterzeichneten rollt auf den Rasthof. Während so einem Mercedes die 710 km der Tagesetappe eigentlich kaum anzusehen sind, ist sein Fahrer doch schon gezeichnet davon. Und der Freitag kommt ja erst noch — erst zu einem großen rheinischen Hersteller von, äh, ja, wie ist eigentlich der gemeinsame Oberbegriff von Windeln, Kartoffelchips und Deospray? Egal, dort jedenfalls den einen Trailer voll Plastikfolie abstellen und einen anderen voll $OBERBEGRIFFKRAM aufnehmen, dann ins Hannöversche zum Zentrallager einer großen Drogeriekette, den Kram abladen und dann hoffentlich heim.

Und während der Unterzeichnete so vor sich hin rechnet, gugelmäppt und ins Blaue hineinrät, wann er denn am besten losfahren sollte morgen, um den beladenen Trailer a) nicht zu spät zu holen und sich dann bei der Drogeriebude zu verspäten, denn das finden die da gar nicht lustig, und b) aber auch nicht zu früh zu holen, damit ihm nicht kurz vor zuhause die erlaubte Arbeitszeit zur Neige gehe, fällt sein Blick so auf das Datum hinter dem Entladetermin: “15:15 (28.07.)”

Äh. Das ist doch erst Montag.

Es folgt ein ungläubiger Anruf bei der Dispo, annehmend, daß das entweder ein Tippfehler sei, 5 und 8 sind auf dem Ziffernblock ja Nachbarn, oder wenn nicht, daß der beladene Trailer dann wohl am Standort der Spedition abzustellen sei und irgendwas anderes zu laden, und es wär gut zu wissen was und wo, wegen der Zeitplanung, siehe oben, aber … “nö, eigentlich war geplant, daß Du das am Montag entlädst. Schönes Wochenende!”

Wird es bestimmt.

Ich will ja nicht meckern, aber wieso klappt sowas meistens dann, wenn ich an dem Wochenende nichts vorhabe? ;-)

6. February 2014
Filed under: Allgemein, Wie was ... Lob? — Dieter Schlabonski @ 18:34

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Na, da freu ich mich doch schon mal, mit meinem Abgesang auf Citroën neulich nicht recht behalten zu haben. Was ich nicht mehr für möglich hielt: Citroën baut einen neuen Citroën!

C4 Cactus heißt das Auto und sieht bis auf Details genauso aus wie die Studie, von der damals alle dachten, naja, ne Studie, da ist es ja einfach, mutig zu sein. Ja von wegen — die bauen den einfach wirklich! Okay, nicht mit den ganzen versenkbaren Fenstern, fehlenden B-Säulen und Türgriffen der Studie, das war klar — aber es ist wirklich genug übrig, um dieses Auto zu lieben. Oder zu hassen. In bester Tradition der Marke.

Auffälligstes Feature sind sicherlich die sogenannten “Airbumps”: luftgefüllte weiche Plastikkissen an Front, Heck und — sehr auffällig — den Flanken, die kleine Rempler spurlos wegstecken sollen. Das ist seit Saabs selbstreparierenden Stoßstangen der 80er ein wenig aus der Mode gekommen, aber grundsätzlich keine schlechte Idee, wenn auch besonders vorne noch viel zuviel glänzender Lack ist für meinen Geschmack. Aber Geschmack ist eh Geschmackssache — ein echter Citroën darf nicht jedem gefallen, und selbst seinen Fans nicht in jedem Detail. Gefällige Autos gibt’s anderswo genug.

Interessanter finde ich da schon den sehr schlicht gemachten Innenraum ohne den üblichen Wust von Schaltern und Instrumenten — zwei Displays, ein paar Knöppe auf dem Lenkrad, fertig. Toll. Noch toller die Bedienung der (optionalen) automatisierten Getriebe mit drei Tasten: D, R, P. Mehr braucht man ja auch nicht. Und entsprechend dann auch keine Mittelkonsole — nein, kein Sechssitzer, auch wenn es so aussieht, aber man wird in engen Parklücken recht bequem nach rechts rüberrutschen können. Oder auch zu anderen Zwecken, im Autokino vielleicht.

Und auch wenn das Ding aussieht wie ein weiteres kleines Super Unnecessary Vehicle (SUV) — es sieht wirklich nur so aus, und es ist ein bißchen höher als ein normaler Kompaktwagen, aber mit 4,18 Länge und 1,73 Breite dafür schmaler und kürzer als ein Golf. Und leichter — unter einer Tonne soll er wiegen, der Cactus, und damit stolze 200 Kilo weniger als der normale Citroën C4. Entsprechend kommt er dann auch mit kleinen und sparsamen Motoren aus.

Doch. Toll. Ich bin überrascht und beeindruckt. Jetzt muß das Ding nur noch eins können, damit ich begeistert bin: es muß anständig federn. Ich schreibe bewußt nicht “federn wie ein Citroën”, denn so sänftig wie eine Hydropneumatik geht mit Stahl als Federmaterial nun mal nicht, wenn man auch sicher um die Ecken kommen will, aber bitte, bitte, laßt ihn nicht so knüppelhart werden wie das neulich von mir mal gefahrene Citroën C4 Coupé. Das erklärte Ziel ist doch, ein unaggressives Auto zu bauen. Die “sportlichen” Fahrer kaufen doch eh Citroën DS3 Racing stattdessen, wenn man sie von BMW und Audi weglocken kann — sollen sie, aber für uns andere, bitte macht den C4 Cactus komfortabel!

Dann kauf ich mir vielleicht sogar mal einen.

Update: Das geringe Gewicht ist eigentlich echt der Kracher an diesem Auto. Um das mal in Relation zu setzen: die bei VW gerade gezeigte, Golf-basierte Mini-SUV-Studie “T-ROC“, zwar 10 cm breiter als der C-Cactus, aber auch einen kürzer, soll laut VW stolze 1420 Kilo wiegen, also knapp das Anderthalbfache! Gut, da ist Allrad drin und ein dicker Diesel, aber das alleine macht den Golf auch nicht fett. Zumindest nicht so fett.