Schlabonskis Welt
17. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 02:31

Daß ein zum Tode Verurteilter stirbt, ist nichts sonderlich Ungewöhnliches. Leider immer noch. Daß er aber, wie neulich in den United States of Neandertal, im zarten Alter von 94 Jahren eines natürlichen Todes stirbt, ist schon seltener.

Und es ist ein hübscher Anlaß, mal zu überlegen, ob man diese primitive Strafmethode nicht vielleicht doch endlich mal abschaffen sollte. Nicht so sehr wegen ihrer Unmenschlichkeit, und auch nicht, weil man dabei einmal gemachte Fehler nicht mehr korrigieren kann — beides ist den Amis ja traditionell egal –, sondern aus einem Grund, der vielleicht mehr Gehör finden wird: es kostet einfach zuviel.

Denn es ist ja nicht wegen Schlamperei, daß der Senior da seit 27 Jahren im Knast saß und auf seine Hinrichtung wartete. Ich weiß nicht, was der an Anwalts- und Gerichtskosten generiert haben mag im letzten Vierteljahrhundert, aber davon könnte man vermutlich einige Verbrecher bis an ihr Lebensende im Kittchen durchfüttern. Todesstrafe ist teuer, nicht wegen des Stroms für den elektrischen Stuhl, sondern wegen der -zig Sicherheitsnetze, die seinen fälschlichen Gebrauch vermeiden sollen. (Daß das trotzdem nicht immer so toll klappt mit dem Vermeiden, steht auf einem anderen Blatt.)

Es ist also teuer, fehlerbehaftet, nicht korrigierbar, und es sorgt obendrein für ein schlechtes Image in der zivilisierten Welt, wenn man Leute von Staats wegen umbringt. Und gelegentlich, zum Beispiel im aktuellen Fall, sorgt es außerdem auch noch für mildes Gespött. Ich bin ja mal gespannt, wann sie es einsehen da in USAnien. Mein Tip: das wird noch dauern. Mal kucken, wieviele ihrer Todeskandidaten bis dahin noch die Geduld verlieren und von alleine wegsterben.

16. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 13:36

Jaja, die kleinstädtische Tagespresse. Immer am Puls der Zeit, immer das Ohr an der Basis. Da sind selbst einzelne nichtverkaufte Konzertkarten einen Artikel wert:

neujahrskonzert.jpg

In derselben Ausgabe: “Edeka meldet: Noch achtzehn Dosen Katzenfutter verfügbar”, “Bei der Gärtnerei Busch wird der Torf knapp” und “Karstadt erwartet neue Lieferung Fingerhüte noch diese Woche”.

Wobei es schon interessant ist, festzustellen, wie billig so ein gekaufter Artikel in der Alfelder Zeitung offenbar ist: der Gewinn einer einzigen verkauften Konzertkarte genügt bereits, um ihn lohnend erscheinen zu lassen. Warum sonst sollte der Konzertveranstalter sich die Mühe machen, ihn in Auftrag zu geben?

15. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 20:17

Manche Sachen kann man sich nicht ausdenken. Die hier zum Beispiel: Kam grade eine Rechnug von dem Seniorenheim, in dem meine Großtante residierte. Bis zu ihrem Tode am Nikolaustag letzten Jahres. Die Rechnung war für ihr Zimmer, für Januar — was nicht falsch ist, weil wir das noch nicht gekündigt hatten, wegen Ausräumen und so. Aber daß auf der Rechnung dann auch die Posten für Betreuung und Verpflegung auftauchten, das stimmte dann doch ein ganz klein wenig stutzig. Ich mein, es ist ja schön, wenn die sich da so aufopfernd um ihre Insassen bemühen, und man weiß das ja auch zu schätzen — aber trotzdem, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß die das da ein bißchen übertreiben mit der Betreuung.

6. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 13:59

Schönes Beispiel dafür, daß Kommata (oder meinetwegen auch Kommas) nicht nur Zierde sind:

unwahrscheinlich.jpg

Stimmt. Es ist unwahrscheinlich, einfach bei Euch zu kaufen. Zumindest, daß ich das tun werde.

4. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 13:43

Manchmal fällt einem echt nix mehr ein. Da macht sich das Merkel doch allen Ernstes dafür stark, 2,5 Millionen Euro auszugeben für gestohlene Daten über Steuerhinterzieher. Gut, Kriminellen die Kohle in den Arsch zu blasen ist durchaus Teil des politischen Programms dieser Koalition, insofern sollte mich das nicht überraschen, aber trotzdem: Hallo? Geht’s noch? Entführern zahlt dieser Staat aus Prinzip kein Lösegeld, weil er sich nicht erpressen läßt und um die nicht zu ermutigen, aber Datendiebe zu ermutigen ist schon irgendwie okay?

Man verstehe mich nicht miß: Natürlich ist Steuerhinterziehung übel, und natürlich gehören diese Leute bestraft, gar keine Frage. Aber trotzdem heiligt der Zweck nicht die Mittel. Wenn es wie im Falle der Lösegelder um Menschenleben ginge, könnte man ja eventuell noch einsehen, warum Geschäfte mit Kriminellen gemacht werden. Aber nur um entgangene Steuergelder einzusacken? Das geht gar nicht, Frau Merkel. Sorry.

Klasse fand ich deswegen auch, daß jetzt deswegen Strafanzeige gegen das Merkel und seine Kumpanen gestellt wurde — von einem CDU-Mitglied, immerhin. Es gibt doch noch Hoffnung auf der Welt. Nicht viel, aber etwas.

1. Februar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 23:52

Nach Taubenherzen und Dalmatinerklöten hier ein weiterer Beitrag aus der Reihe “Ewww!”:

katzenzungen.jpg

Daß es dieses Produkt schon seit Jahrzehnten gibt, und daß es recht lecker ist, macht die Sache nicht besser. Im Ernst: Katzenzungen? Und ganz nebenbei verleihen wir dann auch noch mal den begehrten Sonderpreis für die müllintensivste Art, hundert Gramm Vollmilchschokolade zu verpacken.

28. Januar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 14:09

Soso, da hat Äppel nun also endlich seinen langersehnten (hust) Tablett-PC vorgestellt, das “iPad” oder Eipätt, Übersetzung ;-) siehe oben. Und wie üblich, wenn der Messias (Herr Jobs) neue Hardware präsentiert, geht den Äppeljüngern kollektiv einer ab, während der Rest der Welt sich am Koppe kratzt und gar ketzerisch zu fragen wagt, was daran denn jetzt so toll sein soll.

So ein Tablett-PC war bis dato meist ein ganz normales Notbuch, bloß eben ohne Tastatur und dafür mit Tatschskriehn. Also blöd zum Tippen, aber dafür konnte man, statt mit der Maus oder irgendwelchen Maussurrogaten einen Zeiger zu bewegen, direkt mit den Fingern auf den (hoffentlich gefühlsechten) Programmen herumtatschen. Was vielleicht mal ganz witzig sein mag, aber kaum jemanden ernstlich dauerhaft überzeugen mochte, weswegen diese Geräteklasse seit Jahren vor sich hindümpelt.

Aber jetzt kommt Äppel.

Und Äppel macht schon aus Tradition alles anders. Statt ein Mäckbuch in so einen Tatschkompjuter umzufroklen, haben sie einfach ihr Eifon aufgeblasen. Was erstmal keine blöde Idee ist: Zuviel Rechenpauer für ein Mobiltelefon hatte das Ding ja schon immer, zu teuer war es auch, und die installierte Basis ist auch nicht zu verachten. Derer zwei sogar: einmal die Millionen überzeugter Eifonanbeter, die sich sicherlich leichter ein Appgräiht aufschwatzen lassen werden als Leute wie ich, die mit einem Samsung-Netzbuch herumhühnern, und andererseits die 140.000 existierenden Eifon-Äpps (Programme, für die Nichteingeweihten), die natürlich auch auf dem Eipätt laufen und schon aufgrund ihrer Herkunft gefühlsecht sind.

Soweit also alles gut? Mmmnnnnaja. Nein. Ganz und gar nicht.

Denn vom Eifon hat das Eipätt neben dem Konzept, den Äpps und den Anbetern auch einen gigantischen Nachteil geerbt (für die Anwender; für Äppel ist es natürlich ein, ach was, DER Vorteil): man kann auf dem Ding keine Software installieren, von der Äppel das nicht will. Was bei einem Eifon noch nur milde irritierend sein mag, wächst sich bei einem ausgewachsenen Universal-Kommunikationswerkzeug wie dem Eipätt, das bei manchem sicherlich den Kompjuter verdrängen oder gar ersetzen wird, zu einer Gefahr aus: der des Großen Bruders, der seinen Untertanen vorschreibt, was sie mit der Hardware zu tun und zu lassen haben. Welche Programme kannst Du installieren? Das entscheidet Äppel. Welchen Brauser benutzt Du? Das entscheidet Äppel. Welche Videos kannst Du ansehen? Entscheidet Äppel. Wo kaufst Du Deine Musik? Entscheidet Äppel. Elektrobücher? Entscheidet Äppel. Und kassiert nebenher natürlich fleißig mit, vom Anbieter wie vom Anwender, wenn sie natürlich nicht gleich selbst Anbieter werden.

Das Eipätt ist nicht Closed Source, sondern Closed Everything. Und das ist das Gefährliche daran. Denn wenn es ein Erfolg wird — und wer wollte daran realistisch zweifeln? –, dann bereitet es den Weg in eine IT-Zukunft, die niemand außer den Anbietern wollen kann.

Hoffen wir also, daß die Hacker da draußen sich auf ihren Auftrag besinnen und das Ding möglichst schnell zu dem machen, was es von Rechts wegen ab Werk hätte sein sollen: Ein Kompjuter, auf dem der Anwender entscheidet, welche Software läuft und wo die Daten herkommen. Damit ist die Gefahr zwar noch lange nicht gebannt, aber es wäre ein wichtiges Zeichen.

We don’t need no thought control.

Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 03:23

Da sitzt man so vorm Rechner und lauscht, wie der Sturm den Schnee übers Dachfenster peitscht. Man freut sich. bei angesagten minus neunzehn Grad nicht aus dem Haus zu müssen. Und dann kommt eine Spammail rein, und man merkt: Man lag da völlig falsch!

fruehling.jpg

Ja, dann werd ich doch gleich mal in der lauen Frühlingsnacht spazieren gehen. Danke, Herr Emerson!

19. Januar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Achwas, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 16:37

Meine Güte, wenn ich mir ankucke, wie gut die bei manchen Banken offenbar rechnen können, dann wundert mich keine Finanzkrise mehr:

norisbank.jpg

Obwohl, vielleicht tu ich ihnen ja auch unrecht. Ein Prozent von 10002 ist viel weniger als 102. Aber acht Euro helfen mir auch nicht so richtig aus der Patsche.

Nicht kapiert? Kuckstu hier. Und danke an Jörg für den Scan.

15. Januar 2010
Abgelegt unter: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 15:23

Geradezu erstaunlich grüne Töne hört man derzeit aus Berlin: Da hat doch das Bundesamt für Strahlenschutz (sitzen die eigentlich in Berlin? Hoffen wirs mal) einen Bericht ausgeschieden, in dem es heißt, man halte es für den sichersten Weg, die Asse (jenes ehemalige Salzbergwerk voll rostender Atommüllfässer, Plutonium, Giftmüll, toten Atomkraftwerksarbeitern und was weiß ich noch für einem Dreck, das hier in der Nachbarschaft gerade mit Grundwasser vollläuft) komplett zu räumen. Also: Alles muß raus! Das haben die Atomgegner zwar schon seit Jahren gefordert, insofern ist es schon verwunderlich, daß diese Erkenntnis erst jetzt da oben ankommt, aber flöt, man muß ja dankbar sein für die kleinen Dinge im Leben.

Die diskutierten sogenannten “Alternativen”, also das Umlagern des Mülls in tiefere Schichten der Asse (weil die ja nicht so volllaufen, schon klar) oder die “Vollverfüllung” der gesamten Bruchbude mit Beton, sind, wie nun also auch das BfS gemerkt hat, nicht so der Bringer. Bemerkenswert, dieser unerwartete Ausbruch von Intelligenz.

Und es kommt noch viel verblüffender: Forschungsministerin Schavan spricht gar von gemachten Fehlern (!), aus denen man gelernt habe (!!!): Man könne “ein ausgedientes Bergwerk nicht zur Einlagerung von Atommüll nutzen”. Bravo!

Ein kleiner Wermutstropfen allerdings bleibt: Ratet mal, wo das BfS den aus der Asse geschabten Dreck dann verklappen will. Na? Kommt Ihr nie drauf: Nur ein paar Kilometer weiter, im Schacht Konrad.

So lernt man in Berlin aus Fehlern.

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