Manchmal haben die bösen Islamisten sogar ganz vernünftige Ideen. In Somalia haben sie zum Beispiel gerade das Fußballkucken verboten. Und bei uns regen sie sich schon auf, wenn die Vuvuzela-Lärmerei verboten wird …
Jaja, im letzten Beitrag dieser Serie habe ich versprochen, sie erst fortzusetzen, wenn mir nach einem rücksichtslos parkenden BMW-Fahrer im ersten Beitrag und derer zwei im zweiten dann drei aufs selbe Bild geraten sollen. Damit kann ich nicht dienen, ich wohn ja auch nicht in München — aber diesen hier, der mit einem einzigen X5 (oder X3? Keine Ahnung) es schafft, drei Parkplätze zu blockieren …

…, den fand ich dann doch zeigenswert. Und nein, das ist kein Äktschnschott beim Wenden oder so, der Wagen war leer und sein Motor aus. Das Grellweiße da vorne ist das Standlicht.
Gerade bei der elektrischen Bucht:
Quasi das Gegenteil von “Wonach Du suchen”, immerhin.
Okay, es ist wohl an der Zeit, daß wir uns dran gewöhnen, daß auf Geheiß von BP pro Tag etwa sechshundert Tanklastzüge voll Rohöl in den Golf von Mexico blubbern. Ist ja auch gar nicht so schlimm, bis jetzt sind die Benzinpreise ja noch einigermaßen stabil geblieben.
Die tollen Versuche, den Kram zu verstopfen, haben jedenfalls nicht funktioniert. Was ja kaum überraschen dürfte. Und auch die jetzt im Gange befindliche Zudeckelungsaktion erfüllt mich nicht mit Optimismus — wenn die jetzt schon als Ziel ansagen, “zumindest einen Teil” der Pampe auffangen zu wollen …
Bleiben, nachdem man die Atombombe als Lösungsoption offenbar nicht ernstnimmt (warum eigentlich, würde doch prima ins Bild passen?), als Hoffnung also die sogenannten Entlastungsbohrungen. Die sind in Kanada übrigens Pflicht, wogegen BP denn auch eifrig angeht. Klar, geht ja auch ohne, wie man im Golf von Mexico gerade schön sieht. Da werden die bis August fertig, heißt es — okay, das ist eine Terminansage von BP, also rechnen wir mal lieber noch ein paar Monate drauf. Schließlich kommt ja jetzt auch die Hurrikan-Saison, da geht das eh alles ein bißchen langsamer. Dafür wird die Pampe aber weiter geweht.
Beruhigend, daß wenigstens die riesigen Ölblasen unter Wasser nicht existieren. Öl ist ja schließlich leichter als Wasser, das kann also gar nicht sein. Sagt zumindest Tony Hayward von BP: “Das Öl ist an der Oberfläche. Öl hat eine etwa halb so große Dichte wie Wasser. Es will wegen des Dichteunterschieds an die Oberfläche steigen.” Wollen kann es ja viel, wenn man es nicht läßt. Und genau deswegen ist es ja auch guter Brauch, Ölteppiche mit Chemikalien zu besprühen, damit sie sinken: Aus den Augen, aus dem Sinn. BP macht es nur noch etwas geschickter: die kippen das Zeug direkt am Bohrloch dazu, so daß das Öl gar nicht erst zur Oberfläche kommt. Was da unten vorgeht, sieht man ja nicht. Daß die Chemikalien giftig sind, versteht sich von selber. Daß die Firma, die sie herstellt, zumindest teilweise BP gehört, auch.
Und was trotzdem oben ankommt, muß man ja nicht gleich fotografieren oder filmen deswegen. Da sorgen dann schon die Freunde in den Behörden für und verbieten Journalisten den Zugang zur Küste oder den Flug über die Ölteppiche. Soll ja alles schön sauber bleiben, gell?
Nebenbei hat Telepolis dann noch angemerkt (ganz runter scrollen oder alles lesen!), daß zum Beispiel in Nigeria völlig routinemäßig ähnliche Ölmengen in die Umwelt entfleuchen, ohne daß sich die halbe Welt drum einen feuchten Furz schert. Logisch, sind ja auch keine Strände in God’s Own Country betroffen, wen schert schon das Nìgerdelta?
Naja. So hat wenigstens auch BP nach Esso/Exxon (erinnert Ihr Euch noch an die Exxon Valdez?) und Shell (Brent Spar, anyone?) seinen Öl-GAU, und wir wissen endgültig nicht mehr, wen wir nicht boykottieren sollen. Aral gehört zu BP, sei mal vorsichtig angemerkt.
Beschließen wir das ganze mit dem neuen BP-Logo und -Slogan:

(Das Logo ist geklaut von Dump.com.)
Na das hat uns ja gerade noch gefehlt. Nicht daß der Herr Koch Köhler nun der beste Präsident gewesen wäre, den dieses Land je gehabt hat (weit davon entfernt); aber ausgerechnet Zensursula von der Leyen, die Super-Mami, Angelas Kindchen, als neue Bundespräsidentin? Das ist doch wohl ein schlechter Witz.
Ursula von der Leyen, die sich stets als opportunistische Karrieristin hervorgetan hat, ist kein geistiger Leuchtturm für die Republik, sondern bestenfalls ein Teelicht.
(Telepolis)
Genauso wie Guido “wir sprechen hier Deutsch” Westerwelle als Außenminister. Oder Dirk “wir brauchen kein Entwicklungshilfeministerium” Niebel als Entwicklungshilfeminister.
Manchmal hab ich das Gefühl, die machen das mit Absicht.
Korrektur: Köhler heißt der Mann, Köhler, nicht Koch! Der Grinsekeks, nicht das Ekelpaket! Wie kann man die nur verwechseln. Ich bitte um Entschuldigung. Der Köhler war schon irgendwie niedlich. Zumindest seine Interpretation durch Urban Priol in “Neues aus der Anstalt” wird mir abgehen. Koch hingegen … nunja.
Es gibt doch noch Affären, die zumindest so verlaufen, daß man als Beobachter sich nicht ständig vors Hirn schlagen muß ob soviel geballter Inkompetenz, Unbeholfenheit und Selbstsucht.
Jörg Tauss, früher SPD, seit letztem Jahr dann Piratenpartei, ist wegen Besitzes von Kinderpornos zu 15 Monaten Knast auf Bewährung verurteilt worden. Darüber gibt es nix weiter zu sagen — er leugnet, das aus persönlichem Interesse getan zu haben, und ob der Richter oder ich ihm das glauben oder nicht, tut nix zur Sache. Was ich an der Affäre so gut finde, ist das, was dann passiert ist.
Nämlich hat ihn erstmal die Piratenpartei nicht rausgeschmissen, sondern ihm eine Chance gegeben, die Sache zu regeln — bis das Urteil rechtskräftig ist (er könnte ja noch in Berufung oder Revision gehen). Und dann ist aber er aus der Partei ausgetreten, ausdrücklich um selbige vor Diskussionen über seine Person zu schützen: “Wir müssen an den Infoständen über unsere Inhalte diskutieren können und dürfen nicht durch eine ‘Tauss-Debatte’ gelähmt werden. Aus diesem Grunde erkläre ich meinen Austritt aus der Partei.” Respekt, Herr Tauss. Und Respekt auch den Piraten. So soll es laufen, wenn es schon mal schiefgelaufen ist. Keine Vorverurteilung, keine Sesselkleberei. Schön, daß es sowas noch gibt.
“Top Kill” nennen die BP-Manager ihre nach grade mal gut einem Monat überraschend schnell eingeleiteten Versuche, das Leck im Golf von Mexico zu schließen. Und man kuckt so auf die Live-Bilder und denkt sich: Schlimm, schlimm. Wird der Sprit bestimmt bald wieder teurer.
Die großen und ständig größerwerdenden Zahlen vermögen es hingegen kaum, Betroffenheit auszulösen. Wie auch? Wer kann sich denn auch 3,8 Millionen Liter vorstellen?
Schlabonski hilft.
Ein normaler Eisenbahn-Kesselwagen faßt so etwa 50.000 Liter (plus/minus ein paar 10.000, aber egal). Davon kann man mit 3,8 Mio Litern also immerhin sechsundsiebzig Stück vollschütten. Mit anderen Worten: Im Golf von Mexiko fließen zwei Güterzüge voll Öl ins Meer. Pro Tag. Oder anders gesagt: 152 Sattelzüge voll. Knapp alle zehn Minuten einer.
Und wenn das nicht bedrohlich genug klingt, bitte: statt der 3,8 Mio kann man, so man mag, auch 15 Mio einsetzen — das ist die höchste von mir bisher gefundene Schätzung. Das macht dann schon 300 Eisenbahnkesselwagen (oder rund 10 Güterzüge) bzw. 600 Sattelschlepper am Tag: einer alle 144 Sekunden.
Oder auch: etwa soviel Öl, wie Slowenien oder Zypern in derselben Zeit verbrauchen. Oder Hamburg.
Klingt schon ganz anders, oder?
Daß die geschätzten Kollegen Lastwagenfahrer es mit der Eß-Teh-Vau-Ooh nicht immer so hundertprozentig genau nehmen und sowas wie Überholverbote oder Tempolimits mitunter ein wenig großzügig auslegen, ist ja allgemein bekannt und in Maßen auch in Ordnung. Aber der Kollege eben hat’s dann doch übertrieben: der hat auf der A2 einen Schwertransport mit Überbreite samt BF3-Begleitfahrzeug überholt. Nix Besonderes? Doch: er selber fuhr nämlich auch einen Schwertransport mit Überbreite nebst BF3-Begleitfahrzeug (dessen Fahrer etwas spät nach links zog, offenbar hatte der mit einem solchen Stunt auch nicht gerechnet). Gemeinsam haben die mit ihrem Elefantenrennen XXL incl. Krawallbeleuchtung dann alle drei Spuren dichtgemacht. Im LKW-Überholverbot.
Jungs: Bißchen mehr Augenmaß in Zukunft, bitte. Sowas schadet unser aller Image.
Nein, ich hab nix gegen Fußball. Auch nicht gegen Fußballfans. Wirklich nicht. Es ist nicht mein Ding, aber bitte, wem’s Spaß macht, der soll ruhig. Mir egal.
Aber irgendwie hat sich diese ganze Fußballbranche offensichtlich dazu verschworen, mir mit maximaler Gewalt auf die Nüsse zu gehen. Und damit meine ich gar nicht so sehr die bald ja auch wieder fälligen hupenden Autokorsos der Debilen, und auch nicht die mangels Fernsehempfang mich ja ohnehin nicht störenden wilden Programmänderungen mit abendfüllenden Sondersendungen über den quersitzenden Furz eines Nationalspielers auf allen Kanälen.
Nein, im Moment meine ich damit vor allem diese mir überall entgegendröhnende musikalische Diarrhoe eines gewissen Oliver Pocher. Zweitausendzehn zweitausendzehn zweitausendzehn, wir gehn nur zurück um Anlauf zu nehm, so der Titel des Machwerks. Und 80% des Texts sind damit auch schon abgehandelt. Was Herrn Pocher nicht davon abhält, den Scheiß vier Minuten lang im Kreis zu erbrechen. (Wer ist das überhaupt, dieser Oliver Pocher? Irgendwie les ich dauernd von dem, aber was macht der? Wozu ist der gut? Brauchen wir den?)
Allmählich wittere ich da eine Verschwörung. Denn es kann doch kein Zufall sein, daß jedes verdammte Fußball-Irgendwas-Meisterschafts-Hymnengejaule bei mir spontan und unangefochten die Nummer-1-Position der Haß-Hitparade erklimmt. Da muß doch irgendein System hinterstecken?
Naja. Überlegen wir uns schon mal den beschissensten denkbaren Reim auf Zweitausendzwölf. In zwei Jahren werden wir ihn brauchen. Und jetzt entschuldigt mich bitte: Zweitausendzehn zweitausendzehn zweitausendzehn, Olli Pocher singt und Dieter muß rasch kotzen gehn.

