Schlabonskis Welt
5. July 2011
Filed under: Allgemein, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 23:00

76,3% aller Statistiken sind frei erfunden.
104% aller Statistiken sind falsch.
43% aller Statistiken sind zu detailliert oder nicht detailliert genug, um relevant zu sein.
67,453376% aller Statistiken täuschen eine Genauigkeit vor, die sie angesichts ihrer Methoden nicht erfüllen können.
38% aller Statistiken sind zumindest rechnerisch korrekt. 57% enthalten offensichtliche mathematische Fehler, und von den restlichen 13% kann man es nicht so genau sagen.
17% der Statistiken auf dieser Seite stehen dort nur, weil ich zu faul war, mir noch mehr auszudenken. (Na gut: Fast 17%.)

24. June 2011
Filed under: Allgemein, Trips und Ticks, Wahnsinn im Alltag — Dieter Schlabonski @ 12:26

Leider mußte ich meinen (Lastwagen-) Führerschein trotzdem verlängern lassen dieser Tage. Und weil Schlabonkis Welt ja eine Lebenshilfeseite ist (wie, noch nicht gemerkt?), hier für alle, denen Ähnliches dräut, eine kleine Anleitung, wie man das macht. Und wie nicht.

SO GEHTS SO NICHT
Sich vorher schlaumachen und feststellen, daß man ein ärztliches und ein augenärztliches Gutachten braucht. Dem Arbeitgeber glauben, wenn er sagt: “Nein, ich glaube, zum Arzt mußte erst ab 50.”
Termin mit dem Augenarzt spätestens ein Vierteljahr vorher machen. Noch früher schadet auch nicht, das Attest gilt zwei Jahre. Wie ein Blöder alle Augenärzte der Stadt abtelefonieren, ob nicht zufällig einer heute, spätestens morgen einen Termin freihat.
Sich vorher von der Führerscheinstelle ein Formular mitgeben lassen (oder sonstwoher besorgen), auf dem der Allgemein-Arzt dann sein Gutachten nur noch ankreuzen muß. Darauf vertrauen, daß der Arzt ja wisse, was er tue, und mit einem frei Schnauze auf Briefpapier formulierten Gutachten bei der Führerscheinstelle aufschlagen.
Vorher Paßbilder besorgen. Verbrecherfotos aus dem teuren und trotzdem hirntot programmierten Automaten in der Behörde ziehen.
Mit der Behördenschnepfe sachlich reden. Keine Scherze, keine persönlichen Worte. Die verstehen das einfach nicht. Lächeln, höflich sein und so weiter. Pure Zeitverschwendung.
Genug Geld dabeihaben. Faustregel: Arzt 10..25 Euro zzgl. Quartals-Eintrittsgeld, Behörde 50, Augenarzt 60..100 Euro. Und wenn die Fahrerkarte auch fällig ist, nochmal 30 dafür. Darauf vertrauen, daß der Kassenautomat der Behörde auch ec-Karten nimmt. Nur daß das dransteht, heißt noch lange nicht, daß das auch funktioniert.
Rechtzeitig anfangen. Ein neuer Führerschein braucht schon mal 4-6 Wochen, bis er reif ist und geerntet werden kann. Eine neue Fahrerkarte ist binnen Wochenfrist da, verstehe das wer will. Glauben, daß, nur weil eine ec-Karte in wenigen Tagen da ist, eine Behörde dazu in der Lage wäre, einen technisch einfacheren Kartenführerschein in ähnlicher Zeit herzustellen.

Macht’s gut (und besser als ich!).

8. June 2011
Filed under: Allgemein, Achwas, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 18:40

Wieviele Türken wurden in den letzten Tagen WAS?!

Vielen Dank an Thomas.

3. May 2011
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 19:13

Soso, da hat nun also endlich eine Spezialeingreiftruppe der Amis den Herrn Bin Laden in seiner Luxusvilla in Pakistan aufgestöbert und abgeknallt. Und die ganze Welt atmet gleichzeitig auf, weil das personifizierte Böse endlich angeblich jetzt aber wirklich tot ist, und hält die Luft an aus Angst vor möglichen Racheakten.

Und irgendwie kommt’s mir mal wieder so vor, als wär ich der einzige, dem etwas unwohl ist beim Gedanken, Menschen einfach so ohne Gerichtsverfahren zu erschießen. Letzten Endes ist das ein Rachemord, nix weiter. Mit einem Gerichtsverfahren, vielleicht sogar vor dem Internationalen Gerichtshof, notfalls aber auch in den USA, hätten die bei mir mehr Eindruck gemacht, selbst wenn an dessen Ende dann doch die Todesstrafe gestanden hätte.

Aber dabei ist ja immer das Risiko, daß man dem Osama die Urheberschaft an den Anschlägen des 11. September 2001 vielleicht gar nicht hätte nachweisen können. Denn da gibt es ja durchaus so einige Elemente des Zweifels.

Insofern schon praktischer, daß der jetzt vielleicht tatsächlich endlich tot ist. Aber wie das zum Friedensnobelpreis des Typen paßt, der diesen Auftragsmord in Auftrag gab, das muß mir noch mal wer in Ruhe erklären.

Change we can believe in, my ass.

Update: Ach nein, jetzt so im Nachhinein sollten sie ihn ja auch gar nicht erschießen, sondern verhaften. Aber der hat sich gewehrt. Wie ungehörig! Nein, bewaffnet, so geben sie jetzt zögerlich zu, bewaffnet war er nicht. Vermutlich hat er mit Wattebäuschchen geworfen oder sowas.

29. April 2011
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 23:09

Tja, das sieht ja nu alles nicht so richtig doll aus für Schwarz-GeldGelb derzeit. Blödes Timing, daß auch direkt nach der Laufzeitverlängerung ein japanisches Atomkraftwerk hochgehen muß. Und wider Erwarten sieht es ja tatsächlich so aus, als ob dieser Schock ne nachhaltige Änderung bringt.

Also muß dringend ein anderes Thema her.

Und was liegt näher, als sich bei den Automobilisten einzuschleimen? Reformieren sie halt mal eben die Flensburger Punktekartei. Ab demnächst sollen dann also alte Punkte verjähren, auch wenn neue dazugekommen sind.

Mit anderen Worten: so sechs Punkte im Jahr kann man sich schon erlauben. Die bisherigen zwei Jahre kompletter Selbstbeherrschung sind künftig nicht mehr erforderlich. Gaanz toll.

Mal kucken, ob das Autofahrervolk dumm genug ist, den um den Bart geschmierten Honig bei den nächsten Wahlen zu honorieren.

14. April 2011
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 05:29

Es folgt eine Live-Übertragung aus dem durch mangelnden Federweg weichgeklopften Hirn des durchschnittlichen überforderten 3er-Fahrers, während er mit 76 km/h an dieser Schilderkombination in Salzgitter-Lichtenberg vorbeihüpft:

anforderungsschleife.jpg

“Lie-ber Kraft-fah-rer!” Das bin dann wohl ich.An-for-de-rungs-schlei-fe.” Mhm. Was mag das sein? Mal weiterlesen. “Nur wenn Sie 50 Km/h fah-ren, kön-nen Sie in 500 m GRÜN er-war-ten.” Hm. Grün wär schon nett. Mal auf den Tacho kucken, 76, hm, okay, paßt ja fast, bißchen vom Gas …

Und am in der Realität nicht nochmal rot eingekreisten, somit recht unauffälligen 30-wegen-Baustelle-Schild isser bis dahin vorbei, wetten?

12. April 2011
Filed under: Allgemein, Wahnsinn im Alltag, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 21:36

Letzter Artikel zu Fukushima, versprochen. Denn eigentlich gibt es nichts mehr zu sagen, jetzt wo sogar die japanische Regierung als so ziemlich einer der letzten auf dem Planeten gemerkt hat, daß das ein Störfall der Kategorie 7 ist. (Davon hatten wir nur einen bis jetzt: Tschernobyl.)

Jetzt muß nur noch die Dumpfpresse merken, daß es bei den verzweifelten Versuchen, die rauchenden Trümmer des zermöllerten Kraftwerks zu kühlen, nicht darum geht, “eine Kernschmelze zu verhindern”: Darum ging es vielleicht in den ersten paar Stunden bis allenfalls Tagen. Die Dinger sind unter einer Meersalzkruste seit Wochen trefflich isoliert, was da schmelzen konnte, ist längst ein strahlender Corium-See — mit etwas Glück auf dem Boden der Containments, wahrscheinlicher aber irgendwo weiter unten. Da kann man jetzt nur noch kühlen und warten, bis das Pampf genug abgeklungen ist, daß man einen Betonklotz drüberbauen kann, ohne daß einem dabei die Arbeiter sterben wie die Fliegen.

Aber hey, klar, das ist von einem vielbeschäftigten Reporter zu viel verlangt, sich mal zu informieren, was so abgeht bei einem Super-GAU. Schon klar. Da werden dann eben die schon damals verlogenen Aussagen von Tepco von vorletzter Woche nochmal hervorgeholt, abgestaubt und rießailkelt, das geht schneller. Interessieren tut es eh keinen mehr, mit Nachrichten von Fukushima lockt man ja schon seit den grünen Landtagswahlen keinen Hund mehr hinter dem Ofen vor. Was soll man auch schreiben? “Nordjapan: Weltuntergang dauert an”? Das interessiert doch keinen, jetzt wo Hannover aufgestiegen ist und bald der Grong Schmu d’Örovißjong (äh: Juhropieän Zong Konntest heißt das ja jetzt, tschuldigung) ansteht. Lena wird’s schon richten.

Und so reiht sich Fukushima ein in die lange Reihe von Namen, die früher mal wirkliche Orte bezeichneten und heute stattdessen für Ereignisse stehen wie Tschernobyl, Eschede, Bhopal, der Platz des Himmlischen Friedens oder Lockerbie. Schade für die, die da leben bzw. — wo Kernenergie im Spiel war — gelebt haben.

Die Pessimisten haben mal wieder recht behalten. Nein, stolz bin zumindest ich nicht darauf.

3. April 2011
Filed under: Allgemein, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 00:05

Dieses undefinierte Werk in einer mir ebenso unbekannten arabisch aussehenden Sprache zu drucken, hat wohl ein Weilchen gedauert:

gedruckt.jpg

Und falls es ein Koran sein sollte: Keine Bange, wir haben ihn nicht verbrannt oder im Klo runtergespült. So schlau ist nicht jeder, drum sag ich’s dazu.

26. March 2011
Filed under: Allgemein, Denk mal, Mit freundlichem Grinsen — Dieter Schlabonski @ 00:06

In Abwandlung eines alten Erziehverses könnte man dieser Tage einen Merkspruch für Politiker propagieren: “Wenn einer mal die Wahrheit spricht — wenn der dann lügt, man glaubt ihm nicht.”

Der eine ist natürlich Onkel Brüderle, der mit Blick aufs “Atom-Moratorium” (mein Kandidat fürs Unwort 2011, nebenbei bemerkt) vor seinen Kumpanen in von der Wirtschaft den Satz fallenließ, kurz vor Wahlen seien politische Entscheidungen nicht immer rational. Was ja nur eine hübsche Umschreibung ist für unbedacht, kleinhirngesteuert, einfach drauflos. Wörter, die des Merkels Atompolitik in der Tat ganz treffend charakterisieren.

Klasse Vorlage jedenfalls, und entsprechend war auch der Nachhall. Brüderle, ganz Politiker, sah sich bemüßigt, zurückzurudern. Und das auch noch mit der dämlichsten Ausrede von allen: ein Protokollfehler sei es gewesen, man habe ihn falsch zitiert. Hohngelächter von der Opposition im Bundestag, und nicht nur von der … ich lache ja selten bei den Nachrichten, aber da schon.

Und wegen dieses Protokollfehlers (lies: dieses Fehlers, so eine versehentliche Ehrlichkeit ins Protokoll zu schreiben), tritt nun der Schnappauf zurück. Hat wohl zuviel aufgeschnappt. Er redet da aber auch von einer “Indiskretion”, nicht von angeblichen Protokollfehlern.

Und als sei der Scherbenhaufen nicht schon groß genug, kommt dann auch noch einer daher, den eigentlich keiner mehr auf dem Schirm hatte, und fällt mit der geballten Macht seiner wasweißichwievielen Zentner dem Merkelteil in den Rücken, daß die Knochen nur so krachen: der Kohl! Gut, der kommt aus einer ganz anderen Richtung und kritisiert das Atom-”Moratorium” direkt. Nicht daß der auf seine alten Tage auf einmal grün geworden wäre, nein: er fürchtet um die Wirtschaft und findet, man hätte einfach nix tun sollen, blah, das übliche, ist auch egal.

Nicht egal ist, wie die ganze Union entsetzt zusammenzuckt. Das ist dazu viel zu amüsant. “Beweis der Illoyalität”, “bloßgestellt”, “in den Rücken fallen”, “blankes Entsetzen” — Begriffe, die man gemeinhin nicht mit der Endphase eines Wahlkampfes assoziiert. Wenn man dann noch die Wörter aus der Brüderle-Geschichte wie zum Beispiel “Eselei” oder “Bauernopfer” dazunimmt, bleibt mir eigentlich nur eins: Der CDU einen spannenden Wahlabend zu wünschen.

Gnihihi. Vorfreu.

23. March 2011
Filed under: Allgemein, Denk mal — Dieter Schlabonski @ 19:57

Fukushima liegt natürlich nicht in Bayern, sondern in Japan. Wie wir alle seit kurzem wissen, wo da dieses Atomkraftwerk nach Erdbeben und Tsunami (das ist aber auch fies, erst Erdbeben und dann auch noch Tsunami, damit konnte doch keiner rechnen!) langsam auf kleiner Flamme vor sich hin köchelt. Nun ist Japan weit weg, bis die radioaktive Verseuchung hier ist, kann man sie vermutlich als Meßfehler wegverbuchen. Insofern hält sich unsere Bestürzung wie immer in komfortablen Grenzen.

Trotzdem hat das Merkel in heldenhaftem Beinahe-Alleingang ein “Moratorium” verkündet, daß die sieben ältesten Atomkraftwerke “vorläufig” vom Netz sollen. Seht her, Schwarz-Geld tut was! Wie auch schon die Laufzeitverlängerung schööön am Bundestag vorbei, klar, man will das ja unbürokratisch wieder loswerden, wenn in ein paar Monaten (müssen nicht drei sein) etwas Gras über die Sache gewachsen ist. Und selbst wenn die sieben Schrottmeiler nicht wieder ans Netz gehen: dank Laufzeitverlängerung können ihre Restlaufzeiten ja problemlos auf andere Atomkraftwerke übertragen werden. Die laufen dann vielleicht bis 2050. Macht ja nix. Sind ja sicher.

Ja. Naja. Und dann ist da das Atomkraftwerk in Gundremmingen. Das ist, genau wie die jetzt zermöllerte Schrottbüchse in Fukushima, ein Siedewasserreaktor. Bedeutet: der Dampf, der da in der Turbine Strom macht, ist radioaktiv. Was natürlich eine zusätzliche Fehlerquelle ist. Siehe Japan.

Gundremmingen hat drei Blöcke, A, B und, wer hätte es erwartet, C. Oder vielmehr hatte es die, denn der Block A ist seit den Siebzigern abgeschaltet. Da gab es nämlich den (bisher) einzigen größeren Störfall der deutschen Atomkraftgeschichte. Immerhin zwei Tote, radioaktive Belastung der Umgebung und ein Kraftwerksblock, der danach als Totalschaden abgeschrieben worden ist, also kein ganz kleiner Unfall. Update: Das waren zwei verschiedene Störfälle im selben Kraftwerksblock: ‘75 die Toten, ‘77 der Totalschaden.

Und ausgelöst hat diesen Störfall damals was? Nein, kein Tsunami. Auch kein Erdbeben, auch wenn die in Deutschland schon was häufiger sind als Tsunamis. Nein, die Ursache war — zuviel Rauhreif auf ein paar Stromleitungen. Beruhigend, hm?

Aber was red ich. Natürlich sind unsere Kraftwerke viiel sicherer als die in Japan. Ja nee, Merkel. Is klar. Die japanischen waren bis vorletzte Woche bestimmt auch viiiel sicherer als die russischen.

Gundremmingen B und C sind Baujahr ‘84, gehören also nicht zu den plötzlich unsicher gewordenen ältesten Kraftwerken und sind damit selbstverständlich weiterhin am Netz.

Mein einziger kleiner Trost: Auch Bayern ist weit weg. Nur leider nicht ganz so weit wie Japan.

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