Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Duh juh spiehk Inglisch?

Irgendwie ist es scheinbar hipp. Ich habe ein Fielink, daß unsere grottenhäßliche Sprache am Aussterben ist. Schlecht wäre das nicht. Schade nur, daß wir nicht direkt zum Englischen wechseln, sondern stattdessen erstmal allen Anwesenden mit dem Kwoten englischer Törms auf die Nüsse gehen.

Angefangen hatte das wohl, als der erste amerikanische Preiwätt die Grenze zum Land des Stechschritts und rrrrollenden Errrrrs überschritten hatte, um mit Glänn Miller die Deutschen als begeisterte Bickbänt-Lißeners auf dem Dännzflor zu entnazifizieren (oder zumindest mal gelegentlich 'ne Deutsche zu vögeln und Kommunisten zu erschießen). Ab diesem Moment hieß dann wohl jeder Tschonn, Tschoh, Tschimm oder Tschäck. Es war halt inn, die englische Sprache in alle möglichen Sätze einzubauen. Wer das nicht tat, war (und ist heute leider auch) nicht trändy. Die Bedeutung der Begriffe, die so in die Welt gethabbert werden, hat wohl trotzdem bis heute keiner so richtig riehelaißt. Fest steht jedenfalls, daß außer toppen und händeln wohl jenes unenglischste englische Lehnwort der Welt, "Händi", diesen Tränd am deutlichsten geautet hat.

Für die, die es nicht wissen: das englische Wort "handy" bedeutet "handlich" oder "praktisch", aber nicht "Mobiltelefon", das heißt "mobile phone", "cell phone" oder kurz "mobile". Gut, ein echtes Lehnwort "Mobile" wäre aufgrund der Verwechselungsgefahr mit an Drahtkleiderbügel gebundenen Geschmacksverirrungen vielleicht auch nicht die beste denkbare Soluhschen gewesen – aber man hätte doch so schön die deutschen Verniedlichungsformen zu "Telefon" nehmen können: schweizerisch "Telefönli", schwäbisch "Telefonle", oder von mir aus sogar hochdeutsch "Telefonchen", nebst der Abkürzungen ohne "tele": "Geh, reichst mir mal das Fonle?" – "Kannsu mir ma das Fonchen rüberwerfen?" – "Gänse mür fleisch mor de Fönsche gehm büdde?" (Alle Dialekte grob approximiert, ich kann die alle nich...) Aber nein, soviel selbstbewußten Humor haben die Deutschsprachigen nicht. Anders als in Italien, wo das Ding "telefonio" genannt wird.

Okay, so weit wie die Franzosen, die eine staatliche Institution haben, die Lehnwörter durch selbstgebastelte französiche Begriffe ersetzt (etwa "balladeur" statt "walkman"), müssen wir ja nicht gehen. Aber müssen wir wirklich unsere Hohmpehtsch zum Websörwer des Prowaiders applohden, anstatt unsere Heimseite, Heimatseite, Leitseite oder was auch immer für 'ne Seite hinaufzuladen zu jenem Rechner, für den es schon keinen deutschen Begriff mehr gibt (was solls: Gott hat auch keinen Namen!)? Selbst die zum alten Mehlbocksbegriff "saugen" für herunterladen gebildete Analogie "pusten" (vielleicht besser nicht "blasen", naja) wäre doch 'ne nette Sache. Aber sag mal: "Ich puste das mal eben auf den Sörwer". Dumme Blicke und Kommentare sind garantiert.

Abseits des Kompjuhtergeschehens aber ist der Anglizismus, da weniger verbreitet, noch viel störender. Da bekomme ich Njuhslätters von Verlagen, da wird über die Anlage von Kahrpuhl-Lehns diskutiert, und fast jedes Produkt gibt's auch in einer Leid-Version. "light" bedeutet übrigens "Licht". Trotzdem habe ich auch mit Hilfe von Leuchtcola noch nicht auf die Innenbeleuchtung meines Kühlschranks verzichten können. Nicht zu vergessen, daß diese obskure Flüssigkeit im Original "Diet" heißt.

Und wo wir grade bei Nahrung sind:

Daß Mäckdonnels (nein, nicht Mäckdonnel-Daggläß, die anderen) ihre Börger nicht "Mäckripp" oder "Könich TS" nennen, ist ja zur Not noch einzusehen, auch wenn ich das klasse fänd. Aber warum zum Geier heißt Raider (okay, auch nicht übermäßig deutsch) nun Twix, vertwixt nochmal? Sind Urlauber wirklich so doof, daß sie im Ausland noch nicht mal die klebrig umhüllte Waffel unter anderem Namen kaufen können? Möglicherweise schon...

Überhaupt Produktnamen. Das Waschmittel "Coral", wie soll man das aussprechen? Wie "Korrel" (da würde dann die Versionsnummer fehlen), wie "Choral", oder vielleicht doch so, wie es früher mal hieß, "Korall"? Wann heißt "Ariel" endlich "Arielle"? Und heißt "Dash" nun "Dasch" oder "Däsch"?

Und warum gibt es Tscheck-inn-Kaunter in Ehrports und Dipartscherlaundjes und all so'n Zeuch? Kann man das nicht mehrsprachig beschriften? Warum ist die Zutatenliste auf Kosmetika englisch, damit sie keiner versteht? Und warum mutiert seit kurzem jeder Becher, jede Tasse zum Kapp?

Solche Beispiele gibt's überall, aber ich verheddere mich hier langsam. Der Punkt ist: ich bin kein Sprachnazi, der mit aller Gewalt alle englischen Begriffe verdrängen will. Aber das "Dummenglisch", das mir auf Schritt und Tritt begegnet, gepaart mit der depressiv machenden Anwendung des Apostrophen (wie in "Dieter's Schlabonski's Seite" oder "Monika's Grill'stübchen"), verdient die Anprangerung, und wo besser könnte das geschehen als auf dieser nahezu unbekannten Treipott-Webßait?

Da liest es ja vielleicht mal einer. Na ja, irgendwann... mäibie.

In diesem Sinne: danke für's (!) Durchhalten, werde vielleicht etwas sprachbewußter, lies zum Thema vielleicht auch mal die Njuhsgruhp de.etc.sprache.deutsch, und natürlich: Wellkamm tuh Schläbonski's Wörllt!

Erstellt am 26.06.1999. Letzte Änderung am 19.10.1999.

Schlabonskis Welt:
Site Meter
Für Statistik auf den Counter klicken!