Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Lahmarschalarm

Der Verkehr auf den Straßen ist hierzulande vergleichbar mit dem Spiel jeder gegen Leben ohne Gewinner. Das mag wohl an teilweise fehlenden Geschwindigkeitsgrenzen und der Promille-Grenze liegen. Da wird mit 180 eine Autobahnbaustelle nebst betrieblichen Humankapitals fröhlich in unmittelbarer Umgebung oder auf diversen Autodächern verteilt, da wickeln junge Disocbesucher ihre Karren nebst Innereien um dem Baum oder glimmen einsam auf frischgemähten Kornfeldern dahin, nur um zu testen, ob Drogen und Alkohol wirklich eine beißende Kombination zum Vierrad sind. Das ist aber alles normaler Alltag...

Viel gravierender ist jedoch die Tendenz zur akuten Lahmarschigkeit. Als ob Einschlafen und Scheiße-Fahren ein neuer Volkssport werden, nach dem Motto "Runter vom Gas – von hinten kommt einer!" haben diverse Autofahrer Ihren Fahrstil komplett umgestellt. Leider nicht zum Guten...

Man muss jedoch folgendes unterscheiden: Lahmarschig ist nicht jedes Fahrzeug. Ein Lastwagen aus Polen mit Getriebeschaden und Flüchtlingen aus Tschetschenien oder Aserbaidschan ist beispielsweise KEIN Lahmarsch! "Warum nicht?", werden sich vielleicht manche geplagten Mitglieder des debilen Straßenverkehrs fragen. Erzeugt doch so ein Laster auf der Straße eine unglaublich große Zahl von Hasslatten. Stimmt. Aber darum geht es nicht. Lahmärsche könnten schneller fahren, tun es aber nicht. Laster, schraddelige VW-Busse und ähnlich untermotorisiertes Geraffel müßte schneller fahren (oder würde doch zumindest wollen), darf es aber (und kann es meistens auch) nicht.

Um Lahmärsche und andere Verkehrsteilnehmer auseinanderhalten zu können, gibt es hier die besonderen Unterscheidungsmerkmale.

  1. Lahmärsche fahren sowohl auf der Landstraße als auch in der Ortschaft immer siebzig, um die Kupplung und Gaspedal nicht zu beanspruchen. Auch und gerade bei Nebel und Glatteis.
  2. Lahmärsche warten immer bis kurz vor Aufschlag, bevor sie in eine Vorfahrtsstraße einbiegen. Das erhöht den Reifenabrieb beim Auffahrenden und hinterläßt den Eindruck, daß das schnelle Einbiegemanöver offensichtlich durch langsame Beschleunigung ausgeglichen werden muß.
  3. Lahmärsche entscheiden sich meist, immer in letzter Minute die Fahrbahn oder die Richtung zu wechseln. Vorzugsweise ist das natürlich immer der Weg oder die Spur, auf der man sich selbst befindet. Und dabei zu blinken, ist selbstverständlich freigestellt. Alternativ kann man natürlich auch darauf warten, daß der Lahmarsch endlich auf der Vorfahrtsstraße an einem vorbeigekrochen ist, nur um mit ansehen zu müssen, wie er ohne zu blinken kurz vor der Kreuzung, an der man selber steht, anhält oder abbiegt.
  4. Lahmärsche fahren auf Autobahnen immer links oder bei drei Spuren stets in der Mitte. Es sei denn, in der Mitte fährt noch wer anders, dann fahren sie auch da links.
  5. Lahmärsche biegen immer dann in eine andere Straße, wenn man sie gerade überholen könnte. Und zwar links ab, damit man sie dabei auch ja nicht überholen kann.
  6. Lahmärsche bremsen vor einer gelben Ampel, um dann bei fast rot trotzdem noch rüber zu fahren. Aber schön langsam und vorsichtig.
  7. Lahmärsche haben die Tendenz, so langsam in eine andere Straße einzubiegen, daß man gezwungen ist, fast anzuhalten, um nicht aufzufahren.
  8. Lahmärsche biegen erst dann links ab, wenn sie im Umkreis von 3 km keinen Gegen- oder Seitenverkehr haben. Biegen sie von einer Vorfahrtsstraße in eine Nichtvorfahrtsstraße ab, erhöht sich die Distanz auf 5 km.
  9. Lahmärsche haben das Bestreben, einen Parkplatz so lange zu besetzen, bis nach 5 Minuten der letzte um einen freien Stehplatz Bangende aufgrund der kilometerlangen Schlange hinter sich entnervt aufgibt und andere ranläßt, die wiederum mit ansehen müssen, wie viel Zeit ein Lahmarsch zum Anlegen eines Sicherheitsgurtes benötigen kann.
  10. Lahmärsche können keine Parkautomaten benutzen. Macht aber fast gar nix, schließlich können sie ja auch nicht einparken. Und soweit kommt's noch, daß, wer drei Lücken belegt, auch drei Scheine ziehen muß. Ha!

Diese goldenen zehn Regeln spiegeln die Ursache für die meisten Unfälle, Rohträitsch-Inzidenntz oder Selbstmordattentate wieder. Die elfte Regel wäre jedoch die endgültige:

11. Lahmärsche sind unsterblich! Naja, jeder für sich nicht, hoffe ich. Aber als Gesamtheit schon. Täglich machen neue Lahmärsche den Führerschein, und zwar mehr, als eines verdienten Todes sterben.

Somit ist auch ein für allemal bewiesen, daß die Welt nicht gerecht sein kann. Aber das ist man ja gewohnt. Denn schließlich gilt heute wie immer:

Willkommen in Schlabonskis Welt!
  Euer Dieter Schlabonski

Erstellt am 21.08.2001. Letzte Änderung am 20.02.2002.

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