Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Mein größter Fan

Mein Ruf eilt mir voraus.

Doch, wirklich. Nicht genug, daß ich Fanpost aller Geschmacksrichtungen (außer der positiven) bekomme und jeder Autohändler zusammenzuckt, wenn ich einen seiner Neuwagen fotografiere, nein: seit letzter Woche weiß ich, was es bedeutet, wirklich Fans zu haben.

Man braucht dann nämlich keine Feinde mehr.

Angefangen hat alles bei einem Besuch im Real-Kauf. Dort erkannte mich mein nach eigener Aussage größter Fan. (Woran der mich erkannte, frag ich mich bis heute. Vielleicht hat's was mit dem Prototypen des Schlabonski-Tie-Schörts zu tun, den ich just diesen Tages erstmals ausführte, um die Reaktionen meiner Fans zu testen. Entsprechend erfreut war ich, so schnell einen gefunden zu haben.

"Sind Sie es wirklich?", fragte er scheu. "DER Dieter Schlabonski?" "Nein", entgegnete ich schlagfertig, denn der Typ sah nicht so aus, als hätte er seinen Douglas Adams gelesen, "nein, EIN Dieter Schlabonski. Wußten Sie nicht, daß ich in Sixpäcks verkauft werde?" Fand er aber irgendwie nicht witzig, und im Gegensatz zu mir hatte er wirklich sein Sixpäck dabei. Aber ich greife vor.

Das Gespräch jedenfalls driftete recht bald in unerfreuliche Bereiche ab. Was der Typ genau gegen mich hatte, hab ich nicht mehr rausgefunden (woraus wir unkompliziert Regel 1 der Autor-Fan-Interaktion ableiten können: erst aufreißen, dann einschlagen. Was? Na das Maul, was sonst). Vielleicht war er ja ein Arzt, im Nebenberuf GEZ-Eintreiber, vielleicht auch aus der Werbebranche, Raucher natürlich (das konnte ich riechen), verheiratet mit fünf Kindern, deren drei er bei einem schröcklichen Unfall mit seinem Scorpio verloren hatte – ich weiß es nicht und will es eigentlich auch nicht wissen.

Was ich aber weiß, ist folgendes: Elektronen können wehtun. Und damit sie das tun, ist es nicht zwingend erforderlich, daß sie mit Lichtgeschwindigkeit durch Kupferdrähte flitzen, während ich deren blanke Enden festhalte, nein – es genügt, wenn diese Elektronen ein paar hundert Gramm Kohlenstoffmoleküle zusammenhalten. In Form eines Bäihßbohllschlägers in der Hand meines größten Fans.

Nun werde ich ja, wie unsere beiden unglücklichen ostasiatischen Freunde bereits erfahren mußten, mit solch Liebesbeweisen normalerweise einigermaßen spielend fertig. Dummerweise hatte mein größter Fan aber seinen Stammtisch dabei, meinen größten Fanclub sozusagen. Schade eigentlich. Bis auf den Parkplatz bin ich in todesmutiger Flucht... Rückwärtsverteidigung zwar noch gekommen, aber leider hatte ich den taktischen Kleinbus nicht dabei, sondern nur den verranzten Mittelklassewagen, mit dem einer M-Klasse nur schwer zu entkommen und der von derselben auch ziemlich schnell zu stoppen ist. Komisch, dabei hab ich doch noch gar nichts gegen M-Klassen geschrieben. Naja, bei der Verfolgung konnt ich's aber im Spiegel sehen: die sehen nicht nur aus wie zu groß geratene A-Klassen, die schwanken auch so.

Ein paar Minuten später stellte dann der Mittelklassewagen unter Protest gegen böswillige Verformung seines Hecks durch Kinderknochenbrecher wegen Spritverlusts die Zusammenarbeit ein und überließ mich meinem Schicksal.

Aber. Immerhin. Kann. Ich. Schon. Wieder. Tippen. Wenn. Auch. Recht. Langsam.

Schneller geht's nun mal nicht, wenn man jeden Buchstaben einzeln mit dem Körser anfahren muß und jenen dazu mit der Zungenspitze steuert. Ich werde allmählich richtig gut darin. Diese Seite hat nur knapp drei Tage gedauert bis jetzt; schon dumm, wenn man eine gewisse Affinität zu langen, komplizierten Wörtern und Sätzen hat. Ein Bild-Onlein-Redakteur hätte es an meiner Stelle leichter (und auch eher verdient, finde ich). Aber was soll's – es wird schon wieder werden. Und Suppe kann ich auch schon wieder gut beißen.

Also, Freunde, nicht ungeduldig werden. Das nächste Appdäiht kommt bestimmt, und der Nachfolger des Mittelklassewagens wird sich besser machen als Fluchtfahrzeug. Und dann müssen endlich auch diese Tie-Schörts (der Prototyp ist leider nicht mehr besonders fotogen) unbedingt mal in mehr als einstelligen Stückzahlen aufgelegt und möglichst auch verkauft werden – allein schon, um ein wenig Aufmerksamkeit von den Autoren dieser Seiten abzulenken, damit die vielleicht mal wenn schon nicht unbehelligt, so doch wenigstens unverletzt einkaufen können.

Das zumindest wünscht sich
  Euer Dieter Schlabonski.


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Erstellt am 12.11.2003
Letzte Änderung am 18.07.2004 15:18 (CEST)
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