Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Micha [tm]

Manche Geschichten schreibt das Leben viel effektiver als wir. Naja, spart auch Arbeit.

Es begann mit einer Website namens "michas-formel1-site.de", sperriger Name, aber was soll's. Micha seine ist das, weil der Typ, der sie schreibt, eben Micha heißt, genauer: Michael Stanka. Gewisse Assoziationen zu einem anderen Michael nachnamens Schumacher, welcher in Formel-1-Kreisen auch kein Unbeleckter ist, mögen zwar vorkommen – indes fallen mir spontan zirka 10 Michaels ein, das ist also genausowenig ein Argument wie der lachhafte Versuch der Telekom neulich.

Hier würde diese Geschichte auch schon wieder enden, wäre da nicht eine Website namens AdvoGraf, Magazin gegen den Abmahnwahn im Internet. An deren Betreiber wandte sich Micha und frug, was man gegen so eine Abmahnung tun könne.

Abmahnung – da fällt fast jedem ein noch viel sperrigerer Name ein: Günther Freiherr von Gravenreuth, Ritter des zweifelhaften Ruhmes, eine unschuldige kleine Weichwehr namens FTP-Explorer in aller Munde gebracht zu haben. Und genau jenen Freiherrn empfahl nun Advograf dem abgemahnten Micha, denn das sei ein schlauer Hund, der sich in der Thematik wohl auskenne wie kein zweiter.

Wer wollte das bezweifeln.

Interessant nur, daß man den eigenen Gegner weiterempfiehlt. Als würde der VW-Händler sagen: Ach, einen sparsameren Diesel in der Golfklasse brauchen Sie? Gehnse ma zu Opel, der Astra Ehkoteck wär was für Sie. Aber nun gut.

Skurril wurde es erst, als Advograf dann einen Artikel über Herrn Schumachers leicht beknackte Abmahnung schrub und prompt abgemahnt wurde – von Herrn Schumachers Anwalt, diesmal wegen verletzter Geschäftsehre.

Und wen nahm sich dann Advografs Betreiber als Anwalt? Richtig, er hielt sich an seine eigene Empfehlung und engagierte ebenfalls den Freiherrn.

Und das vorerst letzte Paradoxon: in einer Unterlassungserklärung von Advograf an Herrn Schumacher beruft Gravenreuth sich auf ein Urteil im Explorer-Verfahren von anno knack, in dem er selbst die abmahnende Seite vertrat.

Und ich les das alles (hier), kratz mich am Koppe und frag mich dreierlei:

  1. Ist der Freiherr nun der Wolf, der Kreide gefressen hat, oder bekehrt, oder nur ein geschäftstüchtiger Wendehals und am Ende gar Mitglied der Umfallerpartei FDP?
  2. Wird's noch mehr solche Paradoxae?, Paradoxonns?, Paradochsen?, Paradoxi? geben, und wird am Ende vielleicht deswegen das komplette Raum-Zeit-Kontinuum aufgelöst und das Universum vernichtet werden?
  3. Ist es redlich, einfach nur den Heiseticker abzuschreiben, wenn man an einem heißen Tag einen Schlabonski-Artikel braucht?

Antworten ein andermal. Wenn Du welche hast, schreib.

Bis dahin Grüße ins geisteskranke Kiesbett aus der geistig kaum weniger gesunden Sickergrube – natürlich von
  Eurem Dieter Schlabonski

Erstellt am 23.08.2001.

Schlabonskis Welt:
Site Meter
Für Statistik auf den Counter klicken!