Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Such die Sonde

Etwas verfrüht für's große, ansich auch schon verfrühte "Millenniums"-Feuerwerk hat nun also auch die NASA ein paar Milliarden auf Nimmerwiedersehen in den gleichgültigen Nachthimmel geballert, um dann ratlos hinterherzukucken und sich zu fragen, warum das Scheißding denn nun schon wieder nicht antwortet. Dumme Sache eigentlich – vielleicht hätte man doch auf die Ingenieure hören sollen, als die von Windows CE abrieten (oder glaubst Du im Ernst, daß es noch Bereiche in Industrie und Forschung gibt, wo DIE nicht ihre Griffel drinhaben?). Klar, schiefgehen kann immer mal was – aber zweimal hintereinander, das sollte denn doch zu denken geben. Tja, Mars gegen Erde, Zwischenstand nach der ersten Halbzeit: 2:1.

Ich weiß, was meine Leser von mir erwarten: Spekulation über die Ursachen, aus einem frischen, unverbrauchten Blickwinkel und ohne störendes Fachwissen. Also bitte:

Die erste Marsmission seit langem (Ihr erinnert Euch an briefmarkengroße Bilder auf schnarchlahmen Webseiten) war zwar technisch angeblich ein Erfolg, von ihren Ergebnissen aber leicht verblüffend: kaum war der Hobel im roten Sand knirschend zur Ruhe gekommen, klopften mehr oder weniger freundliche Wesen an die Scheibe und ruppten alsdann das offenbar unbemannte Teil auseinander, weil sie die Bauteile für ihre Mikrowellenherde und Marsautos gut gebrauchen konnten oder weil sie einfach nur neugierig waren, was denn da für ein Haufen Schrott aus dem All herniedergepoltert war. Das nette kleine sechsrädrige Buggy steht nun im Spielzeugregal eines Görs aus der Nachbarschaft, und das ausgebeinte Wrack der Landefähre wurde längst zu hübschen Aschenbechern rezizelt, nachdem alle erkennbaren Teile wie einst hier nach dem Mauerfall als Souvenirs verhökert wurden.

Die NASAisten saßen derweil kreidebleich vor ihren Monitoren, solange die noch was Erkennbares zeigten, und dachten sich: Au Scheiße. Wenn das die Welt erfährt, sind wir geliefert von wegen "unbewohnt" und so. Was machen wir denn nun? Rasch ein paar geräiträißte Bilder aus'm Archiv kramen und ab auf die Wäbßait damit, auf daß der Kongreß und die debilen Jugendlichen in den Internetcafés erstmal Ruhe geben – und dann angestrengt nachdenken.

Veröffentlichen können wir das nicht, da könnten wir ja gleich die Wegbeschreibung zu Area 51 ins Web stellen und Roland Emmerich zum Verteidigungsminister machen. Also schreiben wir halt ein neues Kapitel in unserem schönen dicken Buch 'Dinge, die die Welt nicht weiß'.

Das Problem wäre gelöst – aber die Sache an sich ist zu interessant, um sie einfach auf sich beruhen zu lassen. Also flugs ein paar neue Missionen mit 'nem Leveleditor von Quake zusammengebastelt und ab dafür. Was die netten kleinen Spielzeuge, die sie da nun hingeschossen haben, denn jetzt genau können, weiß ich nicht – Marsianer vergiften, menschliche DNS übermitteln, IP-Routerverbindung aufbauen? Ist aber eigentlich auch egal – der Öffentlichkeit spielen wir sowieso vor, daß sie zerschellt oder sonstwie disfunktional sind, denn so schöne Ergebnisse behalten wir lieber für uns. Und wenn sie uns die Gelder wegen Mißerfolg streichen? Naja, dann kommt halt die übliche Refinanzierung. Aber solange wir die Kohle noch offiziell kriegen, wären wir ja blöd, wenn wir sie nicht nähmen.

Der Traum von Roddenberry und einer Marsstation kann ja schließlich nicht aufgehoben, sondern lediglich verschoben werden. Und die These "Da ist Wasser, da lebt's" lockt zumindest bei den übrigen Nicht-Sßeinz-Fiktschn-Fanatikern noch die letzten Tacken für die Spende aus der Tasche. Illusionen und Aberglauben haben diese Welt schließlich schon ein paar zigtausend Jahre am Laufen gehalten... wär doch doof, das alles aufzugeben, bloß weil da wirklich einer wohnt.

Dünn. Ziemlich dünn, die Geschichte.

Aber nur daß ich paranoid bin, bedeutet ja nicht, daß *SIE* nicht hinter mir her sind. Wenn also diese Seite demnächst sich in ein Logikwölkchen auflöst und Aufrufe von www.schlabonski.de wieder bloß Fehlermeldungen oder Leerseiten von Strato zeigen, dann wißt Ihr, daß ich recht hatte.

Also, bis demnächst in Schlabonskis Welt. Vielleicht.

Erstellt am 13.12.1999.

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