Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Rosa, Rose, Rosette

Wie alt man geworden ist, merkt man an seinen Mitmenschen. Neulich fingen bei mir die neuen Stifte an. Welches Baujahr die haben? 1985. Das allein ist ja noch nicht mal alles. Azubis verhauen macht bei kleinen unschuldigen Klopümplern doppelt Spaß. Vor allen Dingen, wenn sie mit dem Fingernagel immer noch Reste im Gerüchstopper finden müssen.

Nu aber Titten auf den Tisch: Ist Euch schon aufgefallen, welche Namen diese kleinen heulenden Plagen bekommen, wenn Sie gerade mal 2 Minuten den Ernst Ihres Daseins erkannt haben?

Klodette Karbowski zum Beispiel. Wahrscheinlich darf die gebeutelte Tochter niemals im Toilettenbereich bei Karstadt das Kleingeld verlangen, das der Kunde eh nicht bereit ist zu zahlen. Ein weiteres Beispiel ist Hasso. Wer nennt seinen Sohn heute Hasso? Hundeliebhaber mögen ihre Freude an der Erziehung ihres treuen Sposses haben: "Hasso! Faß!" OK, die Leine oder das Starkstromhalsband irritieren da vielleicht. Aber schlimmer ist doch wohl die Tatsache, daß Menschen mit einer solchen Behinderung mit Selbstmord, oder schlimmer: als erfolgreicher Amokläufer in einer vollen Fußgängerzone enden. So sie denn genug Hirn haben, um überhaupt zu merken, wie dreckig es ihnen geht.

Was ist mit den Namen wie Fritz, Willi, Adelheid oder Hochst passiert? Warum muß ein Kind Zweitnamen aus Schtahr Worß wie Anakin, Han oder R2D2 haben? Warum nicht aus "Dr. Schiwago", "Mehr Rauch um überhaupt nix" oder gar "Eis am Stiel Teil 29"? Immer diese Namen, bei denen man sich schämen könnte, würde man sie einzeln verwenden:

Wie geht man mit solchen Namen um, wie Rosette? Wenn jemand unbefangen zu seinem Gegenüber sagt: "Hallo, ich bin die Rosette und wer bist Du?", ist man doch versucht zu antworten "Angenehm, ich bin die Arschkrampe. Schön Dich zu sehen..." Und selbst wenn es einem gelingt, sich den Lachkrampf zu verbeißen, wirkt doch das Gespräch trotz einigermaßen freundlicher Konversation eher wie von zwei ausgewachsenen eiternden Hämorriden, die trotz Wundbrands ihrer Lage noch etwas Positives abgewinnen möchten. Mit, wie zu erwarten war, wenig Erfolg.

Namen wie Adolf und Hermann sind dagegen verdientermaßen völlig am Ende der Wunschliste. Vermutlich, weil man mit ersterem eher krankhafte Demagogen bezeichnen würde und den zweiten als fettes Dukatenschwein in Erinnerung hat. Und so ziehen sich die peinlichen Assoziationen weiter: Josefs sind kleine, humpelnde Propagandisten, Heinrichs werden, ebenso wie Reinhards, geistig verkrüppelte Massenmörder mit kultureller Geschmacksverirrung. Ottos sind gierige Folterknechte und Rolands hysterisch-kreischende Henker. Von Helmuts reden wir lieber gar nicht erst. Als ob Edeltrauts, Wilhelmines, Herberts oder Gustavs nicht händehochreißend dem Führer in die Poperze gekrochen waren oder am liebsten heute noch wären ...

Um diesen in Zeiten der RAF ein wenig entgegenzutreten, kamen viele Leute wohl auf die unglaublich vielfältige Einfalt der Franks, Kläuse und Michaels. Logische Konsequenz dieser, der heutigen Elterngeneration: Abwechslung muß her.

Tja, und so wird aus dem Bengel dann eben in letzter Verzweiflung ein Phrederic. Nur um nicht genauso geschrieben zu werden wie die Nachbarsgören Frederik, Vrederick, Fritereg, Pfräderick und seine Zwillingsschwester Frehderycke. Aus ist's mit solchen traditionellen Namen wie Dieter oder dem meines Kumpels Hochst. Sie werden über kurz oder lang aussterben. *schnüff*

Aber keine Angst! Bis dahin darf ich meine Stifte noch züchtigen. Nun aber los Ihr Maden! Da klebt immer noch was, Mikaele, hilf Hochstina beim Pümpel reinigen – und wenn Du keinen Schwamm findest, dann sei kreativ: Nimm den Mund!

Mit Siebenschwänziger wedelnd, grüßt Euch
  Euer Dieter Schlabonski.


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Erstellt am 19.08.2003
Letzte Änderung am 13.05.2004 21:29 (CEST)
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