Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Schwarze Konten, rote Zahlen

Politiker sind schon ein tolles Vorbild: Der eine vergißt seine Rechnungen zu bezahlen, der andere versteckt seine aufgezwungenden Tacken dankbarer Waffenschieber und dubioser Immobilienverwalter in virtuellen Parteisparschweinen. Als ob das noch nicht genug wäre, muß zum einen die Schmach der einst so gekonnt verborgenen Raffgier an die Öffentlichkeit kommen, zum anderen tut auch noch jeder so, als hätte man niemals davon gewußt. Nicht zu vergessen, ist das ja alles auch gaarnich so schlimm.

Mit den Worten, "Äh, kann schon sein, daß ich das vergessen habe, zu erwähnen" oder "Ich habe damit nur Gutes für unser Kont..., äh, Land tun wollen" werden Abzocke und Verarsche diplomatisch bagatellisiert, wenn man sich nicht gleich auf einen Bläckaut beruft. Nun ist es wohl auch verständlich, daß wegen regelmäßiger Diätenerhöhungen (welch passende Wortwahl...) und diverser Vergünstigungen man die täglichen Geschäfte, mal abgesehen vom Ausschütteln eigener oder auch fremder hängender Körperteile, so nicht mehr zu leisten sich im Stande sieht.

Auch ein vom Steuerzahler finanzierter Schofföhr nebst Baddigart kann die Armut in deutschen Politikergesichtern sicherlich nur schwerlich vergessen machen. Gut, sieht man mal von der schweineteuren Kleidung ab, welche zusätzlich auch ein Beweis für schlechten Geschmack und unheilbare Konservativität selbst der linken Socken abgibt, und von den gepanzerten Dreitonnenschiffen aus Stuttgart-Untertürkheim, und natürlich den Villen, und den Dieners, und den Sekretärinesen, und der Erstklaßjahresnetzkarte der DB, und von noch ein paar hundert dieser völlig unerheblichen Details mehr, so kann man doch mit Sicherheit behaupten, daß die von uns gewählten und bezahlten in der Polem^H^Hitik Verwurzelten unzweifelhaft einfach nicht genug Tacken zu scheffeln in der Lage sind, um dieses so grausam streßreiche Leben angemessen ertragen zu können. Da muß man sich an deren Stelle schon ein bißchen zu helfen wissen:

Eine Spende in falsche Hände,
eine Reise mit ohne Preise...

Mit viel Sorgfalt und Liebe hat man sich letztendlich nach einer gewissen Zeit schon so einiges an trockenen Schäfchen zusammengespart. Alles könnte endlos so weitergehen, gäbe es diese rotzdämliche Pressefreiheit nicht – nicht zu vergessen diverse Gesetze, die auch beim rigorosen Mißachten aller Konventionen einfach nicht umgangen werden können, und letztendlich die Mitesser nebst -wissern, die bei jedem einfachen Ausbooten gleich zur Öffentlichkeit rennen müssen, um sensationsträchtig die ganze Abzocke publik werden zu lassen. Vielleicht hätte es das in manchen Ländern und/oder zu anderer Zeit nicht gegeben. Aber (N)Ostalgie hilft hier leider auch nicht weiter.

Kaum ist dann die Sache aufgeflogen, passieren zwei Dinge: Die Öffentlichkeit und die Opposition, letztere aber wegen der eigenen Schäfchen nicht ganz so laut, verlangen offenbar totale Offenbarung, die Beschuldigten hingegen entschuldigen dies mit müdem Lächeln der Unschuld. Das geht dann solange mehr oder weniger gut, bis schon 98 Prozent der verzapften Fäkalie in der Öffentlichkeit bekannt geworden sind und die Mitanhänger der Beschuldigten das sinkende Schiff dadurch über Wasser zu halten versuchen, indem sie die eigentlich Beschuldigten, die jetzt tatsächlich Angegriffenen, also den Ballast, der die einstigen Nutznießer nach unten zu ziehen droht, über Bord werfen. Oder alternativ den Schäfchen einen Sündenbock suchen.

Da man ja einer demokratischen Partei selbstverständlich nicht zumuten kann, die Konsequenzen für eigenes Handeln zu übernehmen, wird das ganze wohl so ausgehen, daß man betreffende Leute zur Aufgabe "überredet" oder sie mit freundlichen und dankbaren Händeschütteln aus der Partei ausschließt. Die Gearschten sind selbstverständlich nicht die Betrüger, denn die haben ja noch ihre Pension und schon bald ein Beraterpöstchen oder drei in der dankbaren Wirtschaft, sondern diejenigen, die die ganze Aufklärung nebst abschließenden gemeinschaftlichen Essen bezahlen dürfen. Also die Wähler. Selber schuld. Was lassen sie sich auch verkohlen von flickenden und hortenden Staatsmännchen.

Und da man aus dem Ganzen auch was lernen kann, hier nun mein Spendenaufruf: Greift Dieter Schlabonski unter die Arme – Achselschweiß kann so anziehend sein!

Erstellt am 12.12.1999. Letzte Änderung am 16.12.1999.

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