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Schwarze Konten, Rote Zahlen: Das Fazit

Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem Menschen und einem Politiker? Besonders klar wird es im Fall Kohl. Wenn hierzulande ein normaler Mensch ein paar Millionen Tacken ans Finanzamt vorbeiführt, kommt er in den Knast, erhält ein saftiges Bußgeld und gilt als vorbestraft. Bei einem Politiker geht das nicht, denn da ist die Rechtslage unklar.

Schön, denkt man sich. Da wiegt also auch in Politikerkreisen ein Ehrenwort gegenüber ein paar Spendern mehr als der Eid gegenüber der Verfassung. Ist das eine Überraschung? Nein! Es ist gängige Praxis. Selbst der große Kanzler Adenauer hat es vorgemacht, als er sich nicht mehr an Absprachen erinnern wollte, die er einst gab. Ob das bei der CDU beigebracht wird? Offensichtlich.

Nicht umsonst besteht ein Herr März im Wahlprogramm auf den Punkt über die "deutsche Leitkultur" – als ob Currywurstessen, Biersaufen und im Jogginganzug Videokucken eine Vorbildfunktion darstellen könnten. Sollte doch ursprünglich mal der Kampf gegen Rechtsaußen eigentlich Ziel einer jeden demokratischen Partei sein.

Zurück jedoch zu unserem "Kanzler dieser unserer einzig wahren Einheit". Die "Strafe" für die offensichtliche Steuerhinterziehung betrug 300.000 DM. Wer sich diese Höhe ausgedacht hat, wird ihn wohl den Betrag mit der nächsten Diätenerhöhung verwechselt haben. Wenn der Ex-Kanzler immer noch so viele Freunde in aller Welt hat, die das Geld einst gerne gespendet haben, werden sich die paar Tacken doch schnell mal eben aus dem Ärmel schütteln.

Auch irritierend wirken für mich die Diskussionen über 100.000 DM an die Partei, bei der sich keiner mehr so richtig erinnern mag, wo dieser verdammte Koffer eigentlich gelandet ist. Nicht die Tatsache wo, wann und wie das Geld auftauchte oder verschwand ist entscheidend, sondern von wem es kam. Dies bleibt fast völlig unter dem Tisch. Und das ist gut so. Wenn man sich darüber auslassen würde, daß ein Waffenschieber die CDU unterstützt, wäre ja nicht auszudenken, was man da denken könnte. Schließlich kam das Geld ja nicht ganz ohne Grund.

Also muß Ablenkung her. Außenminister Fischer, dieser degenerierte Wehrdienstverweiger, hatte doch tatsächlich Kontakt zur einstigen RAF! Nein, sowas. Zur damaligen Zeit gab es so gut wie keinen Studenten, der nicht mit den Zielen der RAF sympathisierte, sieht man von einigen Burschenschaftsverwesern mal ab. Das darunter auch mal ein späterer Politiker sein würde, ist dabei nur logische Konsequenz. Kaum taucht dieser Fall in der Öffentlichkeit auf, hat jeder – vor allen Dingen die CDU – ein Anrecht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Denunziantentum lenkt am besten von eigenen schwarzen Monsterschafen ab.

Wer glaubt, die anderen Parteien seien besser, sollte sich nur einmal die letzten Diskussionen über den Castortransport oder das Verhalten diverser Minister bei der BSE-Krise anschauen. Echt widerlich.

Sechzehn Jahre einer schwarzen Regierung haben dieses Land moralisch so dermaßen abgewertet, daß kommende Wahlen eigentlich hinfällig sind, denn es geht ohnehin keiner mehr hin. Ein Vorteil hat die ganze Sache allerdings auch: Man muß keine Steuergelder für Wahlwerbung mehr verprassen, sondern kann es stattdessen in Rinderwahn und Expo-Schulden stecken...

Meint jedenfalls
  Euer Dieter Schlabonski.

Erstellt am 23.04.2001. Letzte Änderung am 22.07.2001.

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