Er ist tot, Obi

Endlich ist das gekommen, worauf wir... Ihr... sie so lange gewartet haben. Die allerallererste vierte Episode von "Star's War's" (auf deutsch "Kriech der Sterne" ... ob sich die Sonnen wohl mit Eruptionen beschießen, bis sie dann bei einem Treffer vor Schreck umfallen und zum schwarzen Loch werden?) lief in dieser Woche endlich auch in den deutschen Kinos an. Jaaah! Wir sind wieder wer!

Dies ist dann auch wieder Gelegenheit, die vergessen geglaubten, von Motten zerfressenen und vergilbten Kostüme vom Dachboden sich runterzuholen, um bei der Premiere der beim Anblick panisch auseinandertreibenden Umwelt das Gefühl von Zugehörigkeit zu und Verständnis für George Lucas' seinem effektvollen Universum zu vermitteln. Nicht genug, daß der tragbare Krankheitserreger schon Ende der 70er Jahre viel zu eng war. Nein! Der Film kann nur mit gehörigem Mangel an Sauerstoff und fiebriger Körperwärme unter dem Darth-Vader-Vollgummianzug einigermaßen ertragen werden.

Daß dem so ist, muß den Verleihfirmen irgendwie bewußt geworden sein, woraufhin sie - um dennoch in Europa auch ein bißchen Geld (zumindest die zweiundvierzigfachen Produktionskosten) aus der Scheiße herausschlagen zu können - die Lizenzgebühren ein paar Prozentpunkte höherschrauben zu müssen glaubten.

Da es immer noch genügend Bekloppte dazu treibt, drei Tage lang vor einem Kinoschalter zu campieren, haben die Vorführer diverser Zelluloidvergewaltiger nicht die Courage gehabt, den Verleihern auf der anderen Uferseite des Atlantiks den braunverklebten Arsch mit tätowiertem Star-Trek-Emblem auf der linken Backe ins Gesicht zu stecken. In ein paar Monaten wandert der Schund ja eh in den Video-Verleih zum Achtelpreis des Kinoeintritts. Dieses Geschäft will man sich bis dahin nun doch nicht entgehen lassen.

Und so wird auch in unseren Landen ein Film gezeigt, der mehr europäische Darsteller hatte, als Komparsen in Onkel "Ben's Hure" beim Pferderennen plattgefahren wurden, die weniger sinnvolle Texte hervorbrachten als bei "Rauch um überhaupt nix" und die sich, so hört man heute von den Darstellern selbst, auch ein bißchen schämen, dabeigewesen zu sein.

Das Geld wird wohl, wie auch bei den kranken Vorgängern der Trilogie, aus dem Geschäft mit dem Merchandising kommen. Von Äcktschn-Figuren bis zu Natalie Portmans benutzten Schminkepads kann alles erworben werden; selbst die Pods hat unser Webspace-Provider schon lizensiert, und nach den X-Wings wurden schon ganze Benutzeroberflächen benannt. Einen Jabba-Whopper wird's beim Bürgerking sicher auch bald geben - genauso eklig, aber weniger nahrhaft, dafür mit reichlich Plastemüll für die Kiddies. Zu kaufen gibt's den restlichen Ramsch bei Alles-In-Obi Van Kenobi - oder bei Eisen-Solo. Und wenn man dabei einen Choclate-Chewbacca im Mund hat, fällt einem auch das Zücken der Laserschwer... äh, Fiesa- oder Whiner's-Club-Karte ein wenig leichter.

Zum Glück konnte man sich, dank krimineller Elemente, auch schon mal vor dem glorreichen Tag ein auf zwei CDs verteiltes MPEG-File reinziehen, welches mit einer digitalen Kamera in einem überfüllten Kino aufgenommen wurde, dessen Besitzer vermutlich inzwischen einem tragischen Autounfall zum Opfer gefallen sein dürfte. Natürlich kann so ein Computer-Bildschirm selbst der 21"-Königsklasse eine Multiplexleinwand nicht ersetzen, und der Sound ist auch eher TDI als THX. Aber wieso ist es trotz solch schlechter Wiedergabequalität und ohnehin mangelnder Fremdsprachkenntnisse eigentlich egal, daß man den Film trotzdem versteht?

Nun, die Einfachheit in allen Ehren, aber war das denn alles, was dabei herauskam: Ein Computerfilm, bei dem man noch nicht mal mitspielen darf, und eine Handlung, die selbst die Charaktere an ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln läßt?

Einiges haben wir jedoch sogar aus Star Wars gelernt:

So lernt man eben auch was fürs Leben. Und wenn ein paar Zuschauer am Ende von Episode 1 im Vollgummikostüm erstickt im Kinosessel steckenbleiben, dann haben auch wir endlich verstanden: Darß Wäder war Fetisch, und Gibt's-nur-bei-Obi Van Halen... äh... Dingens... na ihr wißt schon, der mit dem tiefen Luke, steht auf kleine Kinder. Wie der Imperator bei der verunglückten Rückkehr der Jedi-Ritter sagte: "Laß Dich vom Haß übermannen!" Jo, mok wi.

Schließlich leben wir in Schlabonskis Welt. Möge der Saft mit uns sein.

Diese Seite:
Zugriffe seit dem 20.08.1999

Schlabonskis Welt:
Site Meter
Für Statistik auf den Counter klicken!