Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Angriff der Klokrieger

Mensch, endlich einmal ein Film, der den eigenen Beruf mit seinen häßlichen bis ekligen Seiten hautnah, realistisch und detailgenau widerlich bis schonungslos abartig zeigt. Ganz so wie sich das gehört. Also nix wie ab ins ZihnemaksxxxxX, den dämlichen Blick des Kartenverkäufers ignorieren und sich erstmal armblechen. Mit einem Fuder Popelcorn im Jumboeimer und einer Familienflasche Kohk im leckenden Pappbecher (und ich Dölmer hab schon wieder die Dichtungspaste vergessen) sitzt man dann kaum 30 Euro später auch schon im weichen flauschigen Kinosessel hinter dem einzigen 2,16 m großen Menschen im Saal und erträgt hustend die Zigarettenwerbung.

Sobald der Film anläuft, wird man sich plötzlich eines schrecklichen Irrtums bewußt. Was zuvor als schauriger Streifen unbekannter Helden des Abwassersystems angekündigt wurde, entpuppt sich unglücklicherweise als Schtah Woohß Episode II. Oder 5, je nachdem. Die Ssiequell der Priequell: Die Seh-Qual nach der Prä-Qual. Kalt läuft einem da das Herz ins Gesäß. Entkommen unmöglich. Ich bin umzingelt:

Die Typen, die man kurz zuvor noch für Toilettentieftaucher im Heldenkostüm gehalten hat, werden als schlechte Kopien von Darß-Wehder erkannt. Und das vermeintliche, mit Pümpeln bewaffnete "Durchfallkommando" entpuppt sich als "Imperiale Sturmtruppen". Doch damit nicht genug...

Wieder einmal jaulen und brummen Raumschiffe, denen man das Fliegen gar nicht zugetraut hatte. Sogar im Vakuum. Wieder einmal gibt es nur vier Sorten von Planeten in den unendlichen Weiten des Universums, die noch nie zuvor ein Mensch, nein, halt, falscher Film: Wüstenplaneten nämlich, Waldplaneten, Mehr... Me*e*rplaneten und Stadtplaneten. Prima - dann kommt man wenigstens nicht durcheinander, auf welchen man vermutlich gerade von der wahnsinnig gewordenen Handlung und ihren verknoteten Fäden entführt hätte worden sein sollen.

Klar, wenn man sich so die Speschel äffäckts ansieht, glaubt man seinen Augen nicht trauen zu trauen. Aber wie sieht es mit dem Rest aus? äh... welcher Rest? Jetzt mal so gesehen.

Irgendwie erinnert die Handlung (?) sowie ihre dilettantische Umsetzung mehr an ein Rieweiwel von "Der Alte" und "Derrick" am Freitagabend um vierdrittel (Du weißt schon, zwanzig geteilt durch fünfzehn): An den Haaren herbeikombinierte Schlußfolgerungen durchziehen den Handlungsstrang wie Streifen die Schüssel. Da verwundert es nicht, daß der computeranimierte Stefan "Yoga" ähh... "Yoda" Derrick seinen Kollegen und Gleiterholer Harry Van Kleinobi mit der Schlußfolgerung, daß nur ein Jedi in der Lage wäre, einen ganzen Planeten aus einer Datenbank zu löschen, glatt an die Wand spielt. Dieser Fuchs! Genauso hat er in einer anderen Folge allein durch das Kraschpeln eines Geldschein erkannt, daß es sich hier nur um Blüten handeln kann. Da fühlt man sich schon richtig unwürdig.

Und was soll das mit dem Kopfgeldjäger? Ich habe es einfach nicht verstanden. Da spendet so ein Typ seinen Saft, um Milliarden von Klokriegern... ach Klo*n*krieger sollte das heißen... egal... um Massen von diesen Hirseln mit gleicher Fresse zu erstellen. Die sind für die Republik. Welchen Vorteil das haben soll, daß die alle derselbe sind, habbich auch nicht ganz kapiert, aber was soll's... Das Militär war ja noch nie auf der Seite der Logik. Jedenfalls flüchtet der Seifen... *Samen*spender (oder woraus klont man? Fingernägel?) dann zu einem anderen Planeten und unterstützt somit zur Abwechslung mal die Gegner der Republik, die als Pongdong eine Armee von Robotern erzeugen. Was spricht eigentlich gegen ganz normale Berufssoldaten? Was soll's. Prima. Und warum das Ganze? Egal, Hauptsache Gemetzel. Kaum droht der große Schodaun zu kommen, springt der Knilch eh runter zu den eigentlich umzingelten Jedis und läßt sich fröhlich den Helm von den Schultern trennen. Nur den Helm - der Kopf wird für immer verschwunden bleiben... Furchtbar. Irgendwie furchtbar bizarr.

Aber es kommt wie es kommen muß - das Duhbl von Ännekinn Skeiwoker wird einen Arm kürzer und eine schlecht sitzenden Prothese reicher gemacht. Dann heiratet er (also nicht das Duhbl) anschließend eine debile Senatorin, bei der man irgendwie nicht verstehen kann, wie sie trotz wiederholt dämlicher und unreifer Äußerungen ihres Gegenübers in wilde Liebeswallungen ausbrechen konnte. Da war "Leon - Der Profi" doch einleuchtender, und da war sie erst 13.

Endlich. Der Abspann. Und nein: ich will nicht wissen, wie die Figur von Sämmjuell L. Dschäcksen wirklich hieß. Ich will gehen. Aber das ist jetzt kein Problem mehr. Meine Nachbarn sind eh in ihren Kostümen jämmerlich zu Grunde gegangen. Diese Glücklichen.

Und was haben wir wieder gelernt?

Vom Weg zu ebenjener grüßt Euch schmerzlich:

Euer Dieter Schlabonski.

Erstellt am 01.08.2002.

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