Schlabonskis Welt ...only life is worse...

*Hust*, *Prust*, *Spinnwebwegwisch*, Hölle, Mann! Worum zum Geier ging es denn hier? Von wann war das? Hey, da war's ja noch warm in Deutschland im letzten Jahrtausend...

Stirb langsam, Genosse

Was bisher geschah:

Teil 1 (1986). Der russische Geheimpolizist Jozef Mecklejinski ist zufällig auf einem Empfang in Tschernobyl zugegen, zu dem ihn seine zukünftige Exfrau Holina Czenaro eingeladen hat. Das Kernkraftwerk wird aber von der Volksfront-Bewegung unter Führerschaft eines gewissen Grubowicz besetzt und die Gäste als Geiseln genommen. Mecklejinski kann ihnen entkommen, verschanzt sich in den Kühlschächten und liefert sich stundenlange Feuergefechte sowohl mit den Revoluzzern als auch mit dem KGB. Am Ende werden die Geiseln gerettet, aber das Gebäude fliegt in die Luft. Alle sind froh.

Teil 2 (1991). Jozef Mecklejinski wird zufällig auf dem Flughafen von Warschau Zeuge des Versuchs, ein Flugzeug mit dem aus Albanien ausgewiesenen und zur Verbüßung seiner Haftstrafe nach Polen verschickten westdeutschen Gabelstaplerfahrer Hochst Ochsenmeier abzufangen, weil dieser versprochen hat, die Geheimnisse westlicher Gabelstaplertechnologie an die sozialistische Industrie zu verraten. Mecklejinski verschanzt sich in der Gepäckverteilung und liefert sich stundenlange Feuergefechte sowohl mit den Industriespionen als auch mit dem KGB. Am Ende zerschellt ein Flugzeug der Condor, aber alle anderen Beteiligten werden gerettet, auch Holina Czenaro. Alle sind froh.

Teil 3 (1996). Jozef Mecklejinski wird in Reval zufällig von einem offensichtlich verrückten Terroristen per Telefon auf der Suche nach einer Bombe von Telefonzelle zu Telefonzelle gehetzt. Der Terrorist, übrigens ein Bruder von Grubowicz aus Teil 1, droht damit, einen von Revals zweienhalbtausend Taxiständen in die Luft zu jagen. Als Mecklejinski eine funktionierende Telefonzelle gefunden hat, stellt sich heraus, daß das Ganze nur ein Bluff war, um den Diebstahl von 14 Barkas-Pritschenwagen voller Messingbarren aus der estnischen Nationalbank zu vertuschen. Mecklejinski nimmt die Verfolgung auf und versenkt am Ende die Fähre Estonia, mit der die Diebe zu fliehen versuchen. Sonst passiert aber keinem was. Alle sind froh.

Und nun: Der ultimative Doppelschlag zum vierten und hoffentlich bald letzten Teil: "Stirb langsam – aber geh endlich tot".

Um dem neuen Ehemann seiner Exfrau Holina Czenaro eins auf Maul zu geben, macht Jozef Mecklejinski blau und folgt dem Erzrivalen Vladimir Kuranesilwitkovitschinski auf den Weg zum Nordmeerflotten-Stützpunkt in Murmansk, wo dieser scheinbar aus Versehen für den Kapitän des atomaren U-Boot-Kreuzdampfers "Konkursk" gehalten wird. Kurz vor Abfahrt schleust sich Jozef als staatlich gesuchter Kettenraucher in den Maschinenraum ein. Das Manöver beginnt. Doch was ist das? Kuranesilwitkovitschinski sabotiert einen Torpedo, indem er ihn mit einer Schachtel West-Pariser im Rohr verkeilt. Der Rohrkrepierer läßt nicht lange auf sich warten. Mecklejinski versucht noch, den Torpedo zur Kooperation zu bewegen, indem er ihm ein paar freundliche Schläge auf die Außenhülle gibt. Doch auch durch ein überzeugtes "Jippie-jay-jäih, Schweinbackski" ist der Torpedo leider nicht dazu bewegen, den Schacht zu verlassen.

Da die Navigation bei der Aufregung an Bord sich als subtrivial erweist, droht das Boot wenig später von einem imperialistischen Großkampf-Schlachtkreuzer auf 30m Tiefe gerammt zu werden. Eine wilde Schießerei um die Kontrolle des Schiffs zwischen der Besatzung, angeführt vom echten Kapitän, und Kuranesilwitkovitschinski zwingt Jozef Mecklejinski zur Flucht. Das Boot wird unterdessen unkontrollierbar: Bleivergiftung der Computer. Der Kommandant, Sergej Konerinski (auch kein Unbekannter), verliert in der entstehenden Panik die Beherrschung und drückt mit den Worten "Im Befehl steht 'Zünden'!" auf den roten Knopf. Kein Ping, sondern ein Bumm später tut die Konkursk das, was russische U-Boote im Schadensfall angeblich immer tun: abtauchen. Vorher schwingt sich aber Mecklejinski todesmutig an einem Feuerschlauch durch die Torpedoluke und erreicht mit knapper Not das Land. Aber auch Vladimir Kuranesilwitkovitschinski kann entkommen; zusammen mit den letzten überlebenden Matrosen, die leider wegen Stickstoffübersättigung im Blut an der Wasseroberfläche zerplatzen.

Schnitt.

Jozef versucht mal wieder, mit seiner Exfrau zusammenzukommen. Die erbärmlichen Versuche werden mitten im schönsten Exehekrach von Vladimir Kuranesilwitkovitschinski jäh unterbrochen, der einen Fernsehturm besetzt hält und damit droht, SAT1 und RTL2 statt der staatlichen Programme auf allen Kanälen zu senden, wenn nicht Jozef Mecklejinski sofort am Fernsehturm erscheint, um sich erschießen zu lassen. Die Zeit drängt. Mit Hinterlist bekommen einige Reporter davon Blähun... äh... Wind und drängen Jozef zum Fernsehturm, in dem bald eine wilde Schießerei mit Reportern, Vladimir Kuranesilwitkovitschinski und dem KGB für einen bösen Kurzschluß sorgt.

Mecklejinski verschanzt sich im Fahrstuhlschacht. Es gelingt ihm, etliche der Schergen Kuranesilwitkovitschinskis auszuschalten; außerdem läßt er einen Fahrstuhl abstürzen. Dabei fängt leider der Turm ernsthaft Feuer, statt nur ein bißchen vor sich hin zu schmurgeln, so daß die Storri wieder mal recht brisant wird – Mecklejinski wird, wie schon zuvor, langsam auf kleiner Flamme gargekocht. Daher auch der Titel.

Und derjenige, der weiß, wer im abstürzenden Fahrstuhl gegrillt und bis zur Unkenntlichkeit durchlöchert wurde, gewinnt eine Reise zu den Originalkulissen vom ersten Teil. Nur im russischen Staatskino kann man das Kribbeln hautnah erleben! Ein Tritt nur 5 Rubel...

Zu teuer? Ach was – billiger sind doch nur die Gags in Schlabonskis Welt.

  Euer Dieter Schlabonski.

Erstellt am 14.09.2000. Letzte Änderung am 31.01.2001.

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