Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Das T an der Leine

Prust, man ist das wieder aktuell. Ach hätte ich das rebellisierende Papier nicht zum Abflußstopfen benutzt, dann wäre die Telekom vielleicht doch pleite... Nein, womöglich auch nun wieder nicht.

Die Telekom ist ja schon öfter als besonders kundenfreundliches und sinnig agierendes Unternehmen aufgefallen. Diesmal geht's aber nicht um Flattratten, Durchleitungsgebühren oder eigenwillige Rechnungsstellung, sondern um's Markenrecht. Beziehungsweise um das, was die Telekom dafür hält.

Nicht genug damit, daß sie sich nicht zu dämlich waren, Dinge wie den Buchstaben T oder die Farbe Magenta (nein, nicht den Buchstaben T in der Farbe Magenta, das wär ja noch einsehbar gewesen) als Markenzeichen zu registrieren, nein – sie versuchen doch tatsächlich allen Ernstes, diesen Anspruch, auf den jeder des Denkens fähige Mensch mit Hohngelächter reagiert, durchzusetzen. Nachzulesen im Heise-Ticker, wenn Ihr mir nicht glaubt: hier wie dort.

Was ja auch noch einzusehen wäre, wären die Bedrängten ebenfalls Telekommunikationsanbieter. Aber nix da: t3medien ist eine Werbeagentur, und My Favourite Book ist ein Online-Buchversender. Verwechslungsgefahr? Klar. Geradezu geschäftsgefährdend für die Telekomiker. Wem ist es noch nicht passiert, daß er bei t3medien versehentlich einen Telefonanschluß bestellt, seine Gelben Seiten bei My Favourite Book abgeholt hat?

Da fällt einem echt nix mehr zu ein.

Aber es kommt noch besser: Anno '88, als t3medien diese Marke eintragen ließ, wie hieß da die Telekom? Okay, ich helf Euch ein bißchen, ist ja auch schon ein Weilchen her: Deutsche Bundesport Fernmeldeamt hieß sie, ab '90 dann Deutsche Bundespost Telekom, und war teils grau, teils gelb, aber jedenfalls sowas von nicht magenta... Die Deutsche Telekom AG gibt's erst seit '95. Und schließlich versucht zum Beispiel Smart auch nicht, Seat den doch sehr ähnlich klingenden Namen wegzuklagen. Dabei wär das viel weniger skurril, immerhin ist das – wenn wir den Smart mal als Auto werten – ja sogar dieselbe Branche.

Wer wäär nich gerne Milljonäär? Das is so lang noch gaa nich häär...

...daß dieses Liedlein, begleitet von Bildern von grinsenden Menschen, äh, sorry, Werbestatisten, die in ihrer Dämlichkeit an das Lipton-L erinnernde T-Gesten in die Kamera zappelten, jedem kostenfrei über den T-Kabelanschluß in die Bude gedröhnt wurde. Millionär ist aber kaum eins der armen Schweine geworden, die sich das Unwertpapier aufschwatzen ließen. Und da die Telekom in üblichem Größenwahnsinn alle möglichen anderen Telekommuni..., *nerv*, Klingelfirmen eben, aufkaufen mußte – und natürlich mit T-Aktien bezahlen, Geld ist teuer – und deren Aktionäre die Pleitepapiere nu gern loswerden wollen, trudelt der Kurs ins Bodenlose. Die Welt ist gerecht.

Und Ron Sommer und Robert T-Online, zwei durchaus vergleichbar intelligent wirkende Individuen, musizieren derweil kräftig weiter: der eine trommelt den Kurs der Aktie Richtung 70 Euro (wieviele Aktien man braucht für 70 Euro, hat ja keiner gesagt), und der andere macht fröhlich pfeifend den Flatrattenfänger von Bonn, was die hunderttausende verhinderten Flatratten in der Warteschleife auch nicht eben milde stimmt.

Schade, daß ich kein Telefon mehr habe. Sonst könnt ich es jetzt genüßlich aus politischen Gründen boykottierenderweise abmelden. Hab ich aber mangels Kohle schon vor Jahren gemacht. Gebracht? Nein, gebracht hat's nix. Schlabonskis Welt kriegt Dich auch so.

  Euer Dieter Schlabonski

Erstellt am 21.08.2001. Letzte Änderung am 20.02.2002.

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