Schlabonskis Welt ...only life is worse...

Auch dieses Fossil erfreut sich zunehmender Vergessenheit. Wäre es nicht doch noch gerade redchtzeitig vor seiner entgültigen Versteinerung errettet worden...

Das Ende eines Sonderurlaubs

Nu isser endlich wieder da. Vier Monate hat er auf Kosten anderer Leute blaugemacht, nun kehrt er umjubelt heim und dominiert die Nachrichten, als sei er ein hochwichtiger Staatsmann oder zumindest Künstler. Wer? Na Werner Wallert natürlich. Seit dem Maschendrahtzaunfeldzug, spätestens aber seit Pig Brasser ist ja Bekanntheit an sich, ohne irgendwelche eigenen Beiträge dazu, in der deutschen Medienlandschaft nichts Ungewöhnliches mehr – und so kommt auch ein Lehrer nebst Familie aus Göttingen zu Ruhm und Ansehen.

Alles nur, weil er die Warnungen des Auswärtigen Amtes in den Wind schlug, indem er es für nötig hielt, einen Pauschalurlaub auf den Philippinen zu machen. Das ist wie Autofahren ohne Gurt oder Bungeespringen ohne Seil: mir wird schon nix passieren, letztes Jahr isses ja auch gutgegangen. Und zack!, schon ward die Lehrerfamilie verschleppt.

Prima, möchte man meinen, angesichts der Lehrerschwemme.

Aber was passiert? Alle Welt ist betroffen, stündlich rund um die Uhr. Und man verhandelt natürlich mit den Geiselnehmern, bietet und zahlt ihnen sogar schlußendlich die geforderten Millionen. Ja Moment, war da nicht mal was? Floskeln wie "Der Staat darf nicht erpreßbar sein" spuken im Dunkel der Erinnerung umher. Gab's nicht mal eine Zeit, in der man in Deutschland lieber den Tod entführter Industriebosse in Kauf nahm, als auf Forderungen von Entführern einzugehen? Achso, ja, die wollten ja kein Geld.

Außerdem zahlt das Lösegeld ja noch nicht mal der Bund, auch wenn er sich's aus den UTMS-Erlösen hätte leisten können. Stattdessen zahlt wer? Ghaddafi. Moment mal, das war doch der, der damals den Jumbo auf Lockerbie geschmissen hat? Mit dem reden wir wieder? Na klar. Wir machen sogar schon wieder Werbung für den. Zumindest so ein Göttinger Erdkundelehrer...

Und so werden mit größter Selbstverständlichkeit Staatsgelder verpraßt beim Versuch, diese leichtsinnigen Urlauber freizubekommen und nach Hause zu karren. Allein die diversen Hubschrauberflüge kosten schon ein paar zehntausend Mark, als ob es von Frankfurt nach Göttingen oder Hannover keine Züge gäbe – und gegen die diversen Politikertouren in dem Zusammenhang sind auch das nur Peanuts. Wie wär's, die Wallerts da mal an den Kosten zu beteiligen? Wenn ich leichtsinnigerweise ein Verkehrsschild umniete, mussich dafür ja auch abdrücken.

Und das Schönste? Wir zeigen allen potentiellen Entführern und Lösegelderpressern auf der Welt: Seht her, greift Euch Deutsche, deren Regierung ist nicht knauserig. Super.

Vielleicht war das ja auch der Sinn und die ganze Aktion wohlwollend und heimlich von den Medien gesponsert – die damit ja nur einen Teil ihrer Einnahmen aus der Wallert-Show reinvestieren. Aus deren Sicht ist das ja nicht mal doof.

Na, vielleicht kriegen wir ja so im Ausland die uns zustehende Beachtung.

Darüber freut sich schon jetzt
  Euer Dieter Schlabonski.

Erstellt am 30.08.2000. Letzte Änderung am 31.01.2001.

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